03.04.13

Game•Peteback: Tomb Raider


Ich bin wieder da!

Mein letztes Game-Peteback widmete ich dem Survival-Spiel "I am Alive", welches das Leben nach einer verheerenden Naturkatastrophe als Grundlage genommen hat. In diesem Erfahrungsbericht geht es wieder um ein Spiel mit Survival-Anleihen. Allerdings hat es ein anderes Setting gewählt und gleichzeitig einleutet es den Reboot einer erfolgreichen Spiele-Serie ein.

Tomb Raider


Ich war wirklich überrascht, als ich damals den ersten Teaser zu einem neuen "Tomb Raider"-Teil gesehen habe. Ich hätte einfach nicht erwartet, dass Crystal Dynamics die wohl populärste Grabräuberin auf diese Weise wiederbeleben würden. Es kam zwar ein kleiner Spin-Off Teil (Lara Croft and the Guardian of Light), dieser war aber gutes Mittelmaß und reichte nicht ganz an den Ursprung der Serie heran. Für die meisten hat die Tomb-Raider-Reihe sowieso mit dem vierten Teil geendet. Publisher ist allerdings dieses Mal Square Enix und nicht mehr Eidos, wie es sonst immer der Fall war.

Man entschied sich bei Crystal Dynamics also alles auf Null zu setzen, einen kompletten Reboot der Serie, um sich von alten Schwächen zu lösen und Platz für neue Ideen und Betrachtungsweisen zu schaffen. Das Gameplay wurde überarbeitet und Lara Croft sollte neu definiert werden. Es sollte Laras erstes Abenteuer sein, den Aufstieg einer Heldin verdeutlichen, einer Grabräuberin. Alles was man vorher über Tomb Raider wusste, sollte man am besten vergessen. Hier beginnt ein Neuanfang.




Kommen wir kurz zur Story:
Lara Croft ist 21 Jahre alt, als sie zu ihrer ersten, richtigen Expedition aufbricht. Sie ist als junge Archäologin mit dem Forschungsschiff "Endurance" unterwegs, unter der Leitung von James Whitman, der ebenfalls ein renommierter Archäologe ist. Das Ziel ist die geheimnisvolle Insel Yamatai, auf der einst eine mächtige Herrscherin regiert haben soll. Da es ihre erste Expedition ist, will Lara natürlich nicht mit leeren Händen nach Hause fahren und dem Namen Croft alle Ehre machen. Die Expedition zeigt aber seit Tagen keine Spur von der mysteriösen Insel. Lara schlägt vor Kurs auf das Drachen-Dreieck zu nehmen und dort nach der Insel zu suchen. Whitman und weitere Mitglieder der Besatzung sind gegen die Idee, da Yamatai niemals so weit östlich vermutet wurde. Auf Laras Bauchgefühl vertrauend, lässt sich Conrad Roth, der Kapitän des Schiffes, welcher auch gleichzeitig Laras Mentor ist, auf die Idee ein und setzt Kurs auf das Drachen-Dreieck. Eine verhängnisvolle Entscheidung, denn das Schiff gerät in einen schweren Sturm und wird auf ein Riff geschwemmt. Bei der Flucht aus ihrer Kabine schafft es Lara nicht mehr zu den Rettungsbooten und stürzt in die raue See. Glücklicher Weise wird sie an den Strand einer Insel getrieben, wo schon andere Besatzungsmitglieder der "Endurance" die Verwundeten versorgen. Plötzlich wird Lara niedergschlagen und findet sich Kopf über hängend, in Tücher gewickelt in einer Höhle wieder...

Crystal Dynamics hat sich für den Reboot entschieden und der Spieler wird erstmal mit einer geanz neuen Lara konfrontiert. Schließlich tritt sie sogesehen, zum ersten Mal in Erscheinung. Sie ist jung, zielstrebig, intelligent, ein wenig naiv, aber nicht wehrlos. Es wird schon gleich in den ersten Spielsekunden wert auf Atmosphäre und Stimmung gelegt.  Gleich nachdem man sich aus dem Sack befreit hat, in den man Lara gesteckt hat, wird es ernst. Lara stürzt aus einigen Metern auf den Boden und ein Stahlbolzen rammt sich in ihre Hüftseite. In einem QTE muss man sich nun den Bolzen aus der Seite ziehen. Kein schöner Anblick. Von solchen Nerven aufreibenden Szenen gibt es im gesamten Spiel einige. Lara muss sich auf ihrer Mission, das Geheimnis der Insel zu ergründen und ihre Freude wiederzufinden, in einige waghalsige Situationen begeben. Und sie wird leiden...

Das Intro zum neuen Tomb-Raider-Teil ist action-reich, gut inszeniert und gibt auch schon gleich den Ton für das bevorstehende Abenteuer an. Genau genommen ist das Spiel mehr Action-Adventure und Shooter als Survival-Abenteuer. Das lässt auch die Third-Person-Perspektive vermuten. Actionreich geht es daher, wenn Lara über einstürzende Gebäudeteile laufen muss, einen reißenden Fluss hinuntergerissen wird oder von einer Bodenschlinge überraschend hochgezogen wird und sich Kopf über hängend Feinden erwehren muss. Dabei wechseln sich ruhige mit action-geladene Passagen ab, sodass man dann auch wirklich verschnaufen kann, wenn man einen Abschnitt beendet hat.

Hab ich da gerade etwas von Feinden gesagt? Jawoll, ja! Ohne einen guten Bösewicht und Gegenspieler kommt kein 'Tomb Raider' aus, das war schon immer so. Der Antagonist auf der Insel ist ein gewisser Vater Mathias, der auch auf der Insel gestrandet ist und ihr Geheimnis kennt und es sich zu nutzen gemacht hat. Er hat über viele Jahre einen Kult um die Königen Himiko aufgebaut, die einst Yamatai regierte. Der Kult wächst immer weiter, je mehr Schiffbrüchige auf die Insel kommen. Wenn sie sich also skrupellos, hartn gnadenlos und loyal erweisen, werden sie in den Kult der "Solarii" aufgenommen. Wenn nicht, tja - Nur die Harten komm' in Garten.
Mit diesen Solariis liefert man sich abschnittsweise kleine bis größere Schießerein. Wenn es nur zwei Männer sind, die gerade Wache schieben, dann hat man auch die Möglichkeit die Jungs lautlos auszuschalten, indem man sich schleichend nährt und dann totbringend zuschlägt. In anderen Szenen bekommt man es mit zehn bis zwanzig der Kerle zu tun, die wirklich alles daran legen Lara das Licht auszupusten. Sie kommen dabei auch in verschiedenen Klassen daher. Die einen positionieren sich auf Gebäuden und schießen mit Bögen oder Gewehren, andere gehen mit Macheten in den Nahkampf und wieder andere werfen Dynamit oder schießen Brandpfeile. Dann gibt noch ein paar zähe Burschen, die mit einem Schild bestückt sind und nur im Nahkampf erledigt werden können, außer man hat etwas Explosives dabei. Die K.I. ist in der Hinsicht ordentlich und tut ihr Nötigstes. Die Männer gehen in Deckung und wechseln ihre Positionen bzw. nähren sich Lara, sodass man auch in Bedrängnis geraten kann. Auch rufen Wachen Verstärkung, wenn man sich nicht ganz geschickt anstellt. Allerdings sind sie gegen die Ein-Frau-Armee Lara Croft eher chancenlos.

Das Kampfsystem ist in Tomb Raider einfach gehalten und intuitiv. Lara kann zwischen vier Waffen für den Fernkampf wählen. Einem Bogen, einer Pistole, einem Maschinengewehr und einer Schrotflinte. Die Waffen findet man nacheinander im Laufe des Spiels. Der Bogen ist natürlich für lautlose Arbeiten geeignet, ist aber auch im offenen Gefecht eine durchschlagende Waffe. Die Pfeilschleuder ist sowieso euer bester Freund, weil man ihn in vielerleih Hinsicht benutzen kann. Man kann mit ihm Feinde ablenken, Seile über Abgründe schießen, hängende Gegenstände heranziehen oder Gegner von Plattformen ziehen. So lässt man den Bogen eigentlich immer als Standardwaffe ausgerüstet und entwickelt eine innige Beziehung zu dieser Waffe.

Mit Bergungsgut, welches man aus Kisten, Schränken, gelösten Nebenaufgaben und getöteten Feinden bekommt, kann man die Waffen verbessern. So bekommt man z.B für den Bogen eine stärkere Sehne, einen stabileren Griff für das MG, oder einen Schalldämpfer für die Pistole. Durch Waffenteile lassen sich die Waffen auf eine neue Stufe bringen und schaltet neue Upgrades frei. Ja, Lara kann selber Waffen modifizieren. Mit gesammelten EP kann man Fähigkeitspunkte freischalten durch die man Skills erwerben kann. So schaltet man Nahkampfangriffe frei, oder sorgt dafür, dass Lara Munition bei toten Feinden finden kann. Das ist natürlich ein sehr arcade/adventure-lastiges System, was sich nicht ganz in die Spielwelt einfügen will.

Kommen wir mal zum Design des Spiels. Auf sämtlichen Plattformen ist das Spiel wirklich eine Augenweide. Man steht auf einer Klippe und schaut auf die Steilküste mit den Riffen, mit zerstörten Schiffen aus dem verschiedensten Jahrhunderten und Flugzeugen, die an Berghängen liegen. Bewaldete Gebiete mit kleineren Gebäuden, Wegslampen und Treppen, alles in einem asiatischen Stil gehalten. Die Entwickler waren sehr bemüht eine detailreiche, atmosphärische Umwelt zu schaffen, die den Spieler einfängt und nicht wieder loslässt. Dichte Wälder werfen wunderbare Schatten auf den grünen Boden, Büsche und Sträucher können als Deckung dienen und über allem liegt ein leichter Nebel. Erwähnenswert ist zudem das Feuer. Sich ausbreitendes Feuer und Glut sieht fantastisch aus und wirkt sehr realistisch, gerade wenn man Stoffe oder Holz anzündet.
Hingegen bekommt man ein Gefühl der Beklommenheit in der Magengegend, wenn man durch eine Höhle schleicht, nur mit einer Fackel als Lichtquelle, zu den Füßen liegen Knochen und Schädel und an den Wänden Handabdrücke und einfache Malerein mit weißer Farbe. Andere Räume sind mit Kerzen und Wrackteilen zu Altaren umgebaut worden, wo auch geopfert und gefoltert wird. Man merkt schnell, dass es auf dieser Insel keine Regeln, keine Moral und keine Menschlichkeit gibt. Es gab wirklich Locations, wo ich vor dem Eingang stand und mir dachte, dass ich da eigentlich gar nicht rein möchte. Die Lichtatmosphäre ist oft gedrückt. Der Himmel ist oft wolkenverhangen mit leichtem Regen und Wind. Wirklichen Sonnenschein gibt es nur selten.

Als geneigter Tomb-Raider-Spieler fragt man sich, sind denn da auch genug Plünderein und Sammelbares in Tomb Raider? Die Antwort darauf ist ein verhaltenes 'Ja'. Wenn man Gebiete betritt, die etwas weitläufiger sind, bekommt man bis zu zwei Nebenaufgaben angezeigt. Das sind immer Sammelaufgaben oder man muss etwas zerstören. Man sammelt Pilze, zerstört Totems, verbrennt Banner der Solarii oder durchstöbert kleine Hügelgräber. Diese Nebenaufgaben bringen Erfahrungspunkte und Bergungsgut. Desweiteren sollte man die Augen nach Geo-Caches offen halten, deren Nutzen sich erst erschließt, wenn man sie alle gefunden hat. Außerdem gibt es noch Relikte zu finden, die ganz verschieden sein können. Dolche, Vasen, Fächer, Münzen, Helme, Fotos und und und. Sie geben ein wenig Auskunft über die Insel und ihre Bewohner. Gleiches tun auch die Dokumente. Diese stammen entweder von Solarii-Anhängern, Vater Mathias, Laras Freunden, Soldaten die einst auf der Insel stationiert waren, oder früheren Bewohnern von Yamatai. Der Großteil der Hintergrundstory wird durch diese Dokumente erzählt. Die Dokumente sind dazu noch vertont worden, sodass man das Controller auch mal aus der Hand legen kann, um sich etwas vorlesen zu lassen.

Ein nennenswerter Punkt sind dabei auch die "geheimen" Gräber. Diese werden auf der Karte angezeigt, wenn man in der Nähe ist. In ihnen gibt es ein Rätsel zu lösen und als Belohnung bekommt man EP, Bergungsgut, eine Gebietskarte und eventuell auch Waffenteile. Die Rätsel sind eine nette Abwechslung zum harten Alltag auf der Insel, halten einen Adventure-Erfahrenen-Spieler nicht lange auf. In den meisten Fällen muss man mit Gewicht- und Balancerätseln arbeiten oder sich einen Weg freischaffen. Ich habe für die Rätsel im Schnitt nur fünf Minuten gebraucht. Da sind Rätsel in der Story fast schon kniffliger. Genau genommen sind die Gräber ein Witz und hätten ruhig ein wenig besser ausgearbeitet werden können. Vereinfacht wird das auch durch den Instinkt den man aktivieren kann, der relevante Gegenstände aufleuchten lässt.
Wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne auf hohem Niveau meckere, deswegen sind die folgenden Kritikpunkte rein subjektiv und muss nicht auf jedes Spielerlebnis zutreffen;

Ich bin Tomb-Raider-Fan und bin abgehärtet was diese Spiele angeht. Sein wir mal ehrlich, die Tomb-Raider-Spiele waren keine leichten Spiele. Was Feinde, Rätsel und Wegfindung angeht. Viele sind an diesen Spielen verzweifelt, was nicht zuletzt am Game Design lag. Bis zu einem viertel des Spiels hatte ich da so ein Gefühl. Ein Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt - irgendetwas nicht richtig ist. Und ich glaube, es ist der Titel. Es ist ein wenig wie den vielen neuen Sonic Spielen oder den Batman Filmen von Christopher Nolan. Jemand nimmt sich einen Titel und die dazugehörigen Figuren und strickt daraus etwas Neues. Sprich, man hat das, was man vorher schon kannte und auch mochte im Hinterkopf, spielt aber etwas anderes. Und das beißt sich dann. Da kann das Spiel an sich nichts dafür, da es ja an mir, dem Spieler liegt. Allerdings hätte man ruhig mehr Elemente aus den alten Teilen einbauen können. Im Grunde würde ich sagen, dass "Tomb Raider" viel zu wenig  "Tomb Raider" ist, um noch wirklich als solches bezichnet zu werden. Hätte man der Protagonistin ein anderes Oberteil und einen anderen Namen gegeben, dann hätte man daraus ein eigenständiges Spiel machen können, mit eigenem Titel. "A Survivor Is Born" wäre doch schon mal ein griffiger Titel gewesen.

Vom Gameplay her ist der neue Teil ein wenig zu leicht geraten, wenn man auf "Normal" spielt. Ja natürlich, wir leben in der Zeit wo Spiele für jeden erschwinglich sein müssen, sodass auch Otto Normal mit Tomb Raider sein Gamer-Leben beginnen kann. Casual Spiele verkaufen sich einfach besser, dafür kommt man auch zügig durch. Ich würde erfahreneren Spielern einen höheren Schwierigkeitsgrad empfehlen. Wenn man hört, dass die Entwickler "Tomb Raider" revolutionieren und neuerschaffen wollten, dann wird man während des Spiels leider eines Besseren belehrt. Das alte, kantige Konzept wurde aufgelöst und durch ein Konzept ersetzt, welches schon in anderen Spielen zu Genüge eingesetzt wurde - teilweise auch besser.  Man hat Lara Croft einfach nur auf eine andere Gameplay-Ebene gehoben, die flüssiger von der Hand geht und vor allem zeitgemäßer ist. Muss ja ne tolle Revolution gewesen sein, Crystal Dynamics.

Das Upgrade-Feature, dass man die Waffen mit Bergungsgut und Waffenteilen verbessern kann, ist eine nette, einfache Lösung, die aber ein wenig zu adventure-lastig ist. Das man auch Bergungsgut aus getöteten Tieren und Feinden bekommt, ist allerdings eine fragwürdige Sache. Auch hätte man die Upgrades für die Waffen besser ins Spiel integrieren können. Theoretisch hätte man statt drei Waffenteilen auch drei Baupläne finden können, wie man die Waffe ummodifizieren kann. Dann hätte vielleicht auch mal ein Freund von Lara eine ordentliche Aufgabe bekommen, als nur ein zu rettender Nebencharakter zu sein. Das wäre besser in's Spiel integriert gewesen und hätte eine sinnfreie Sammelmission ersetzt. Die Fähigkeitspunkte die man bekommt, sind soweit ganz in Ordnung. Allerdings frage ich mich, ob die Entwickler wissen, dass wir nicht mehr in den 90ern leben. Wenn man mit Laras Kletteraxt in den Nahkampf gehen möchte, muss man einen Fähigkeitspunkt opfern, um diese Fähigkeit zu kaufen. Ich kann froh sein, dass Lara wenigstens von Anfang an springen konnte.

Das sind die Momente wo ich mir denke, dass manche Ideen nicht zu Ende gedacht wurden. Auch gibt es einen kleinen Abschnitt, wo man einen Hirsch töten muss, weil Lara Hunger hat. Aus diesem Grund tötet man ein Tier nur einmal. Später geben erlegte Tiere nur Bergungsgut und Erfahrungspunkte. Diese Prämisse führt dann leider dazu, dass man allem ein Pfeil in den Kopf jagt was sich bewegt, weil man dafür halt Punkte bekommt. Hirsche, Wildschweine, Vögel, Hühner, Ratten, Hasen, Krabben, kein Tier ist vor Lara sicher. Green Peace würde ihr auf's Dach steigen. Ein kleines, sinnvolles Jagd-Feature wäre nicht schlecht gewesen.
Ich bin kein zart besaitetes Wesen, das mal vorweg. Allerdings muss ich sagen, dass die Entwickler den Gore-Faktor und die Gewalt in "Tomb Raider" an eine Grenze gebracht haben, die teilweise auch schon überschritten wird. Wenn man durch einen Gang stolpert der über und über mit Leichenteilen ausgelegt ist und Arme, Beine und Köpfe rollen (die sehr detailliert sind), dann frag ich mich wo die Ästhetik hin ist. Man kann Horror und morbide Atmosphäre auch anders erzeugen, als mit dem Holzhammer. Auch Laras Sterbeszenen sind teilweise etwas zu detailliert.

Lara ist schon ein sehr gefasster Charakter, mit dem was sie auf der Insel erlebt, allerdings ist oft ein wenig zu gefasst. Nehmen wir das Bild mit den Gang voll Leichenteile. Da gibt sie keinen Ton von sich, kein Wort des Entsetzens auch nicht, was das töten der Feinde angeht. Wenn sie allerdings einen Hirsch töten muss, dann bedauert sie das. In Zwischensequenzen gibt sie die Menschenfreundin, aber im Spiel mäht sie die Solarii Massenweise nieder. Da haben wir wieder das Uncharted-Prinzip, wo Protagonist Nathan Drake auch Feinde in Massen niederschießt und sich nicht damit auseinandersetzt, obwohl er in den Zwischensequenzen der Typ dafür wäre.
Ziehen wir ein Fazit.
Lara Croft ist wieder da und hebt sich deutlich von ihren Auftritten Vorgängerteilen ab, erfindet aber mit dem neuen Konzept aus Action, Shooter-Elementen und ein bisschen Rätselei das Rad bei weitem nicht neu. Leider hat es auch mit einigen Schwächen zu kämpfen, die das Gameplay aber nicht großartig beeinflussen, aber hier und dort schon lästig auffallen können. Lara Crofts neues Abenteuer bietet eine wunderbare Grafik, Liebe zum Detail, interessante Schauplätze und eine Atmosphäre die einem die Schuhe auszieht. Die Story ist motivierend, die Hintergrundinformationen interessant, nur die Charaktere sind etwas zu flach, teilweise plakativ und eindimensional geraten. Dafür ist das Spiel im Deutschen aber sehr gut vertont.

Der Reboot von "Tomb Raider" ist garantiert jetzt schon ein Kandidat für das Game of the Year, allerdings auch einer, bei dem die Meinungen auseinander gehen. Tomb-Raider-Veteranen müssen sich wohl mit den neuen Gameplay und dem Design erst anfreunden. Allen Neueinsteignern wird das Ganze leichter fallen. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf den nächsten Teil, der hoffentlich ein paar Schwächen ausmerzen wird. Crystal Dynamics hat am Ende des Spiels sogar einen kleinen verschlüsselten Hinweis auf Laras nächstes Abenteuer gegeben. Man darf wirklich gespannt sein.





Bis dahin - Tschödeldö







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