05.05.13

Film•Peteback: In Time


Für Filme muss man sich Zeit nehmen. Was aber, wenn man von der eigenen Zeit leben muss? Für was nimmt man sich dann Zeit?

In Time


Fakten:
Originaltitel: In Time
Deutscher Titel: In Time - Deine Zeit läuft ab
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2011
Länge: ca. 109 Minuten
Regie: Andrew Niccol
Drehbuch: Andrew Niccol
Produktion: u.a. Andrew Niccol
Cast: u.a. Justin Timberlake, Amanda Seyfried, Cillian Murphy, Vincent Kartheiser, Olivia Wilde, Johnny Galecki

Trailer: In Time

Kurz gesagt: "In Time" ist ein US-amerikanischer SiFi-Thriller von Regisseur Andrew Niccol, aus dem Jahr 2011. Drehbuch stammt ebenfalls von Andrew Niccol. Der Film handelt vom jungen Will Salas, der in einer fiktiven Welt lebt, in der es nur ein einziges Zahlungsmittel gibt - die eigene Lebenszeit. So lebt er mut seiner Mutter von Tag zu Tag und muss schwer arbeiten, um sein Leben nicht zu verlieren.




Der Film spielt in einer Zukunft, in dem es ein neues, weltweites Wirtschaftssystem gibt. Eine externe Währung wurde komplett abgeschafft und man bezahlt nun mit der eigenen Lebenszeit. Diese kann wie normales Geld verdient, verschenkt, ausgegeben oder gestohlen werden. Aufgrund einer Genmanipulation altert man ab dem fünfundzwanzigsten Lebensjahr nicht mehr. Jeder erwachsene Mensch sieht also nicht älter aus, als fünfundzwanzig. Wenn man nun also genug Zeit verdient, kann am so gesehen ewig Leben. Um dem entgegenzuwirken wurde die Prämisse eingeführt, dass man nach den gelebten fünfundzwanzig Jahren nur noch ein Jahr übrig hat. Wer also zu wenig verdient, stirbt auf der Stelle. Eine implantierte Uhr auf dem Unterarm zeigt dem Träger die Restzeit an. So ist es auch wie mit dem normalen Geld. Die Reichen leben länger und in dieser Welt sogar ewig und die Armen sterben früh. Dazu wurden noch Zonen eingerichtet, in denen unterschiedliche, soziale Schichten leben. Der Protagonist Will Salas (Justin Timberlake) lebt mit seiner Mutter Rachel (Olivia Wilde) in der ärmsten Zone, Dayton, und verdient gerade genug um von Tag zu Tag zu leben. In einer Bar rettet Will den reichen Henry Hamilton (Matthew Bomer) vor der kriminellen Gruppe der "Minute-Men". Henry steckt in einer Sinnkrise und überlässt Will seine restlichen 116 Jahre und stirbt. Er gab Will auch den Hinweis, dass es die Reichen sind, die die Armen früher sterben lassen. Will zieht entschlossen los, nun mit genug Zeit und will hinter die Kulissen des perfiden Wirtschaftsystems blicken.




Den Wert von Geld zu bestimmen, ist eine Sache der Wirtschaft. Aber was ist, wenn man einfach das als Währung nimmt, was dem Menschen am wertvollsten ist? Die Lebenszeit. An sich in die Lebenszweit eines Menschen begrenzt und dann auch noch damit handeln zu müssen, ist ein irrwitziger Gedanke. Andrew Niccol hat sich Gedanken gemacht und hat um diese Idee einen Drehbuch konstruiert. Damit fügt sich "In Time" perfekt in seine Filmografie ein, wo er schon mit Drehbüchern wie "The Truman Show" oder "Lord of War" anspruchsvolle Themen mit Tiefgang und Unterhaltung kombinierte.

So weithergeholt ist die Ausgangssituation der Story nun auch nicht. Schon heute kann man sich mit den nötigen Geldmitteln mehr Lebenszeit verschaffen, sprich, mit Medikamenten und allgemein medizinischer Versorgung. Dazu haben oft nur besser verdienende Zugang, während die ärmere Bevölkerung von der Hand in den Mund lebt und Krankheiten nicht auf die leichten Schulter genommen werden können. Das sind so Gedanken, die man sich während des Films und auch danach noch machen kann, denn "In Time" wirft eine kritikfähige Parallelen zur heutigen Gesellschaft auf und auch dahingehend, wo sie sich hinentwickelt.
Szene für Szene wird dem Zuschauer die Welt in der Will lebt näher gebraucht. Wie funktioniert sie? Wie ist sie geordnet? Wie wird Zeit übertragen und verdient? Was sind die Gefahren? Was passiert mit der Zeit, wenn jemand eines natürlichen Todes stirbt? All das wird nach und nach erklärt, dennoch bleiben immer noch Fragen übrig die nicht geklärt werden. Es wird weniger in Dialogen erklärt, was diese Dystopie genau ausmacht, es wird alles in Bildern erklärt. Wer mehr wissen will, der muss sich selber eine Antwort im Kopf zusammenbasteln. Interessant auch, wie ein gutmütiger Charakter wie Will, in so einer düsteren Welt überleben kann. Das Ghetto in dem Will mit seiner Mutter lebt, ist alles andere als Lebensfreundlich. Kriminalität, schlechte Infrastruktur und Egoismus, wo man hinsieht. Ein toter Kollege auf der Arbeit gehört schon längst zum Alltagsbild, dass sich Will und den anderen Bewohnern von Dayton bietet. Zeit um eine Träne zu verdrücken oder sich Gedanken zu machen bleibt nicht. Man muss sehen, wo man bleibt. Hier bekommt die einfach Floskel "Du verschwendest deine Zeit" eine ganz neue, grauenhafte Bedeutung. Während die Armen von Tag zu Tag leben, verbergen sich die Reichen hinter hohen Mauern. Sie verstecken sich vor denjenigen, die ihre Leben finanzieren. Niccol zeichnet hier eine Gesellschaft, die dekadenter anstatt fortschrittlicher geworden ist.

Der Film kommt erst richtig in Fahrt, als Will mit seiner neuen Lebenszeit in den reichsten Bezirk vordringt und den einflussreichen Unternehmer Philippe Weis (Vincent Kartheiser) und seine Tochter Sylvia (Amanda Seyfried) kennenlernt. Weis ist ein schmieriger, abgeklärter Geschäftsmann, der selber über hundert Jahre alt ist. Er kennt die Grundlagen wie das Wirtschaftssystem funktioniert und hat sich mit den Schattenseiten arrangiert. Seine Tochter hingegen ist von einem anderen Schlag. Durch einen unglücklichen Zufall muss Will Sylvia Weis als Geisel nehmen, um der Exekutiven, den Timekeepern, zu entkommen, da er anscheinend gesucht wird. Ab diesem Punkt entspinnt sich eine Bonnie-und-Clyde-hafte Story Line. Denn zusammen lehnen sich sich gegen das System auf und wollen es stürzen. Die Motive die dazu führen sind hingegen unterschiedlicher Natur. Timberlake sowie auch Seyfried harmonischeren sehr gut miteinander und ergänzen sich auch sehr gut. Ihr Schauspiel ist dabei sehr solide, obwohl bei den Liebesszenen der Funkte nicht ganz überspringen möchte.
Fazit.
"In Time" weiß, wie ein Publikum unterhalten werden muss und hat neben einer interessanten Story, starken Charakteren und Tiefgang auch noch sehr verträgliche Action zu bieten. Wer mit dem Grundbaustein der Geschichte etwas anfangen kann, der wird an "In Time" seine Freude haben. Es ist kein außerordentlich guter Film geworden, aber dennoch ein sehr sehenswerter!






Bis dahin - Tschödeldö







Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/In_Time_%E2%80%93_Deine_Zeit_l%C3%A4uft_ab
Bilder:  http://www.wallsave.com/wallpaper/1920x1080/in-time-movie-899734.html
             http://www.sf-fan.de/wp-content/uploads/2011/11/in_time_ver4_xlg.jpg
             http://indyfilmblog.wordpress.com/2012/02/19/in-time/
             http://www.negativ-film.de/2011/11/in-time-deine-zeit-lauft-ab
             http://www.theupcoming.co.uk/2011/10/31/film-review-in-time/

Kommentare:

  1. Den Film fand ich zur Abwechslung recht gut, eigentlich "nur mal so" gekauft und positiv überrascht worden. :) Sicher nicht der beste aber ein recht guter Film meiner Meinung nach!

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    1. Ein recht guter. Das stimmt. Zu "nur mal so"-Käufen lass ich mich ja gar nicht hinreißen. Das Risiko, dass der Film nicht besonders ist, ist mir einfach zu groß. :D

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