08.05.13

Game•Peteback: Assassin's Creed III: Die Tyrannei von König Washington


Als der wohl größte "Assassin's Creed"-Fan auf diesem Planeten, kam ich nicht umhin mir den dreiteiligen DLC zum dritten Teil der "Assassin's Creed"-Reihe zuzulegen.

Die Tyrannei von König Washington


Kein "Assassin's Creed"-Teil kommt ohne ein großes DLC-Paket aus, welche die Story ergänzen oder sogar weiterführen. So ist es auch beim dritten Teil der Reihe und ihr haben wir sogar den größten DLC, den es bisher gab. "Die Tyrannei von König Washington" wurde von Ubisoft in drei Teile aufgespalten und seit März monatlich veröffentlicht. Die Schande (The Infamy), der Verrat (The Betrayal) und die Vergeltung (The Redemption). Wer die Episoden ausgiebig spielt, kann sich auf ein Abenteuer zwischen 7 und 10 Stunden freuen.



In dem DLC spielt man eine alternative Story Line, innerhalb der "Assassin's Creed III"-Story. Durch einen Zufall ist der Führer der amerikanischen Revolution, George Washington, in den den Besitz eines Edenapfels gekommen und sein Verstand wird nun von diesem Beherrscht.  Er kehrte den Patrioten den Rücken und unterjochte mit seiner Armee von Blauröcken schon bald die ganze amerikanische Ostküste. Der erste König der neuen Welt war geboren. Lang lebe der König...
In seinem Wahn fängt der König an ganze Landstriche zu verwüsten und löscht damit auch große Teile der indianischen Bevölkerung aus, die sich gegen den König und sein neues Regime stellen. An seiner Seite, seine linke und rechte Hand Benedict Arnold und General Putnam. Sie bedrohen  auch den Mohawk-Stamm dem auch der Protagonist Ratohnhaké:ton angehört. Gemeinsam mit seiner Mutter versucht er das Vorrücken der Truppen aufzuhalten, scheitert aber an der übernatürlichen Macht des Königs und des Edenapfels. Seine Mutter wird dann vom König beim Überfall auf die Siedlung getötet. Ratohnhaké:ton schwört Rache und dass er die Tyrannei Washingtons beenden wird.



Von der Idee her hört sich "Die Tyrannei von König Washington" natürlich sehr interessant und kreativ an. Ein Verbündeter wird zu einem erbitterten Feind und man begibt sich in einer Welt, die gleichmaßen gnadenlos, wie düster ist. Auch kann man hier sehr gut sehen, was passiert, wenn ein schwacher, menschlicher Geist mit einer Technologie konfrontiert wird, die nicht für ihn geschaffen wurde.

Die Entwickler haben sich für den DLC die Mühe gemacht die Welt noch einmal zu überarbeiten, um sie noch mehr einem Kriegsschauplatz ähnlicher werden zu lassen. Durch die drei Episoden hindurch besucht man in der ersten das Grenzland, in der zweiten Boston und in der dritten kommt man nach New York. Im Grenzland herrschen Krieg, Zerstörung und Hungersnot. Leichen pflastern die Straßen der Dörfer, Teile der Wälder sind gänzlich zerstört worden und überall patrouillieren die Schergen des Königs und drangsalieren die Bevölkerung. Ähnliches gibt es in Boston und New York zu sehen. Zerstörte Gebäude, Kämpfende Soldaten und Karren mit getöteten Soldaten darauf. Am meisten verändert hat sich allerdings New York, was Washington für seinen Hauptsitz auserwählt hat. Dort hat er von der Bevölkerung eine riesige Pyramide errichten lassen, in der er residiert.
Ein neues Feature des DLC's ist, dass wir dieses Mal ganz Indianer sind und somit auch in einer Verbunding mit der Natur stehen. Neben den üblichen Waffen wie Tomahawk, Klingen, Kriegskeule und Bogen, können wir auch auf einige übernatürlich Fähigkeiten zurückgreifen, um uns Feinden zu erwehren. Durch einen mystischen Tee aus den jungen, roten Blättern einer Weide, kann Ratohnhaké:ton in die Geisterwelt reisen um dort Tiergeistern zu begegnen, die ihm ihre Kraft verleihen, wenn er sich als würdig erweist. In der ersten Episode erhalten wir die Kraft des Wolfs, was uns für einen kurzen Zeitraum unsichtbar werden lässt, sodass wir uns an Feinden vorbeistehlen können. Auch können wir ein Wolfsrudel aus drei Wölfen beschwören, die Feinde angreifen. Dies geht aber alles zulasten unserer Lebensenergie. Im zweiten Teil erhalten wir die Kraft des Adlers, womit sich Ratohnhaké:ton kurzzeitig in einen Adler verwandeln kann, um über Häuserdächer zu fliegen. Das ist auch sehr nützlich, weil man in den Städten permanent gesucht wird und man sich besser nicht auf den Straßen bewegen sollte. Im letzten Teil erhält man noch die Kraft des Bären, mit der man eine größere Gruppe Feinde mit einer Schockwelle erledigen und versperrte Wege öffnen kann.

Die Tierkräfte sind eine nette Idee und gerade die Sache mit den Wölfen und dem Adler machen verdammt viel Spaß. So von Dach zu Dach zu fliegen und schnell aus Kämpfen zu entkommen, es ist schon sehr praktisch. Die Kämpfe mit Soldaten wirken, als hätten die Entwickler eine Schippe draufgelegt. Sie sind zwar immer noch sehr gut schaffbar, allerdings wird man nun mehr den hartnäckigeren Gegnerklassen wie Grenadieren, Generälen und Elitesoldaten konfrontiert und die lassen sich nicht einfach mit einem Konter kalt machen. Lange Combo-Ketten kann man also vergessen.
Typisch für Assassin's Creed, gibt es auch wieder verschiedene Haupt- und Nebenaufgaben, mit denen man sich die Zeit vertreiben kann. Hier haben die Entwickler ein wenig geschlampt, denn die Nebenaufgaben sind in allen drei Teilen die Gleichen. Man gibt hungernden Bürgern etwas zu essen, beschützt Bürger vor Soldaten, oder rettet Leute vor wilden Tieren. Da hätte man sich ein wenig mehr Individualität für die einzelnen Teile gewünscht. Die Hauptmissionen sind dabei typisch und individuell mit Nebenaufgaben versehen, wie eine bestimmte Anzahl von Soldaten zu erledigen, ungesehen zu bleiben, oder die Mission in einer bestimmten Zeit abzuschließen. Desweiteren gibt es auch wieder einen Abschnitt wo man mit dem Schiff unterwegs ist und die bekannten Tower-Defense-Mission gibt es auch wieder. Nebenbei gibt es noch Kisten zu knacken, in denen sich neue Upgrades für Beutel oder neue Waffen verstecken können.

Ein großer, großer Minuspunkt ist die Release-Politik von Ubisoft. Für jeden Teil muss man ca. 10 Euro aufbringen, was den DLC auf einen Gesamtwert von über 30 Euro bringt. Das könnte man als eine ganz fiese Art der Geldmacherei abstempeln, wenn man bedenkt, was man in dem DLC so bekommt. Eigentlich liegt es ja beim Spieler selber, ob es ihm das letzten Endes wert war, leider muss man das Spiel aber erst im vollen Umfang kaufen und es zu entscheiden. Und was hilft das Meckern im nachhinein. Wer natürlich Fan ist und sich auf das Abenteuer einlassen will, der wird den Preis natürlich nicht scheuen. Allerdings ist das Spiel (PS3-Version) auch noch recht buggy, genau wie das Hauptspiel. Es kommt drauf an, was man in der Nachbereitung aus dem Spiel zieht. Maps komplett zu überarbeiten, Dialoge neu zu vertonen und am Gameplay und Features zu feilen, ist auch nicht ganz billig und vorallem zeitaufwändig. Ich habe den Kauf nicht wirklich bereut.
 Fazit.
Wer "Assassin's Creed III"-Fan ist und das auch noch durch und durch, der wird mit dem DLC seine Freude haben und wird über die 7-10 Stunden Spielzeit gut unterhalten werden. Auch wenn man im Hinterkopf den etwas übertriebenen Aufpreis hat, kann der DLC durch Ideen in Sachen Story und Gameplay doch überzeugen. Wer nicht schon bei den Trailern zu den Episoden begeistert ist, der sollte allgemein von dem Add On die Finger lassen.






Bis dahin - Tschödeldö







Bilder: http://www.thisisxbox.com/360/assassins-creed-3-the-tyranny-of-king-washington-the-betrayal-review/
               http://www.cinemablend.com/games/Assassin-Creed-3-Tyranny-King-Washington-Screenshots-Show-Off-Wolves-Invisibility-52289.html
               http://gamesvib.com/?p=11925

Kommentare:

  1. Hier muss ich doch ein wenig dazwischengrätschen: Fandest du das dritte Kapitel nicht etwas zu abrupt im Ablauf und designtechnisch unter aller Sau (ich meine: Hafenumgebung, billige Pyramide)?

    Mir hat vor allen Dingen einfach nicht die Tatsache gefallen, dass die letzten Missionen quasi keine Charakterintensität mehr besitzt, viel zu schnell zum Showdown führt und letztendlich noch in einem total vorhersehbar ablaufenden Endkampf (wow - alle drei neuen Kräfte müssen "total geschickt" eingesetzt werden) münden?

    Außerdem vereinfachen die drei Kräfte die Fortbewegung und das Kampfgeschehen ungemein. Hier und da sehr nützlich - aber alles auch seeeeeeeeeehr einfach.

    Ich habe hier notwendige und detailliertere Kritik erwartet.

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    1. Was das letzte Kaptil angeht, haben sie die Resthandlung doch schon runtergebrochen und stark auf den finalen Kampf hingearbeitet. Allerdings fand ich es vom Ablauf nicht besser oder schlechter als die anderen Teile und vom Design her fand ich es auch okay. Soweit ich mich auch erinnere, war der letzte Teil auch günster als die ersten beiden und das kam anscheinend nicht von ungefähr.

      Der Endkampf war erwartungsgemäß eher lau und die Sache mit den Tierkräften war unabwendbar. Ich wäre sogar ein wenig enttäuscht gewesen, wenn man sie außen vor gelassen hätte. Wozu hat man sie denn. Und natürlich erleichtern sie die Fortbewegung, da man ja nicht ständig Lust auf Kämpfe hat. So kann man sie umgehen, oder leichter daraus flüchten. Ist meiner Meinung nach vollkommen in Ordnung. Gut, die Bärenkraft ist etwas OP, aber naja.

      Joar, hast schon recht. Ich hätte vielleicht etwas kritischer an die ganze Sache rangehen können. Aber ich wollte nicht, dass der Text so ausartet wie bei meiner "Tomb Raider"-Kritik. :D

      Aber schön, dass ich hier endlich mal ordentliche Kritik zu meinen Texten bekomme. Vielen Dank dafür!

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    2. Gern geschehen! Das Tomb Raider Review werde ich mir auch noch zu Genüge führen.
      Hab' auf meinem Blog auch die drei DLC-Fragmente von "Tyranny of King Washington" getestet - wirf' doch einfach mal einen Blick da drauf. Dennoch muss ich gestehen, dass dieser Endbosskampf kinderleicht und megadurchschaubar war, zumal man in einer früheren Episode (glaub' es war die zweite) auf identische Art und Weise gegen den fiesen Antagonisten kämpfen musste.
      Hier hätte ich mir mehr Innovationen gewünscht. Insgesamt war's aber eine Superidee anstatt wieder den x-ten Mini-DLC mit "geheimer Schatzinsel" oder "Miss Malibu Stacey will den Kopf vom Puppenhersteller rollen sehen" Story ... obwohl ich zugeben muss, dass mir Letztere durchaus Spaß gemacht hätte.

      Nix kommt gegen die Genialität der FarCry3-Macher ran: BLOOD DRAGON ftw!

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    3. Deine Post zu dem DLC hab ich schon gelesen. Ich bin dir weit voraus :D

      Und ja, die Art und Weise wie die Kämpfe mit Washinton ablaufen, gabs auch in abgespeckter Weise in der ersten Episode. Allgemein waren die bisherigen DLCs zu ACIII eher nicht so pralle. Da fande ich die zu ACII oder Brotherhood besser. Die hatten wenigstens mehr Folgemission, als einfach nur etwas zu durchsuchen. "Da Vincis Verschwinden" oder "Fegefeuer der Eitelkeiten" waren auch super DLCs.

      Blood Dragon habe ich noch auf der Festplatte. Muss ich noch spielen. Und dann werd ich mich später an Far Cry 3 machen, denke ich.

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