17.05.13

Game•Peteback: Dishonored - The Knife of Dunwall


Momentan ist irgendwie die Zeit der DLCs. Nachdem ich letztens über die Erweiterungen zu 'Assassins'c Creed III' geschrieben habe, wende ich mich einem anderen Spiel zu.

Dishonored
The Knife of Dunwall


'Dishonored' aus dem Hause Bethesda, war einer der Überraschungstitel des letzten Jahres und hat größtenteils positive Kritiken einsacken können. Für viele war er ein Toptitel für das Jahr 2012 und konnte mit einem gut durchdachten Gameplay, einer authentischen, Steam-Punk-artigen Welt,  interessanten Charakteren und Missionen und einem Gesinnungs-Feature glänzen. Und wie es in der heutigen Zeit nun mal so ist, bekommt auch ein, ich lehne mich mal aus dem Fenster, Meisterwerk wie 'Dishonored' ein paar DLCs spendiert.




In dem DLC "The Knife of Dunwall" geht es um den Auftragsmörder Daud. Er ist bekannt aus der Hauptstory von 'Dishonored', als Mörder der Kaiserin Jessamine Kaldwin und Anführer einer Gruppe von Assassinen die "The Whalers" oder "Die Walfänger" genannt werden. Bei seine Attentat auf die Kaiserin wird er in die Parallelwelt des Outsiders geholt, von dem der Assassine auch seine übernatürlichen Kräfte hat. Diese mystische Gestalt mit den schwarzen Augen eröffnet Daud, dass seine "Geschichte" zu Ende sein wird. Wie es mit Daud enden wird, steht allerdings noch nicht fest. Alles liegt nun in der Hand von Daud herauszufinden, was hinter dem Namen 'Delilah' steckt und was er für eine Bedeutung für ihn selbst hat. Sechs Monate vergingen, bis Dauds fähigste Assassinin Billie Lurk die Information erhielt, dass es ein Schriff namens "The Delilah" gibt, welches dem Schlachthausbesitzer gehört und im Hafen vor Anker liegt.




Wer 'Dishonored' kennt und/oder gespielt halt, dem ist der Name Daud ein Begriff. Genau genommen ist die Konfrontation zwischen den Ex-Leibwächter der Kaiserin, Corvo Attano, und dem Mörder der Kaiserin, ein größerer Höhepunkt als das Ende von 'Dishonored' selber. ER hat die Kaiserin ermordet, ER hat die Prinzessin Emily zu einer Waisen gemacht, ER hat das Komplott ausgelöst, welches Corvo ins Gefängnis gebracht hat, ER hat Dunwall auf dem Gewissen.

Da sind wir auch schon bei der Prämisse, um die auslösend für 'The Knife of Dunwall' ist. Daud, der kaltblütige Killer, hat Schuldgefühle den Mord der Kaiserin betreffend. Der Mord macht ihm ziemlich zu schaffen und er fängt an sein eigenes Handeln in Frage zu stellen. Nebenbei muss er sich auch noch auf die Suche nach einer ominösen Person namens Delilah machen. Wer ist Delila und was hat sie mit Daud zu tun? Und warum hält der Outsider diese Verbindung für wichtig für Dauds Schicksal? Nun, das Schicksal von ihm ist einigermaßen geklärt. Genau das macht den DLC so interessant. Es wird eine Geschichte geschaffen, die Parallel zu der von  'Dishonored' spielt, wobei das Ende des Hauptcharakters des DLCs einigermaßen klar ist. Als Corvo Attano hat man wie immer die Wahl - entweder lässt man Daud leben oder tötet ihn. Keine Entscheidung fiel mir in dem Spiel schwerer. Wie passt da also die Geschichte von 'The Knife of Dunwall' hinein? Ich kann es nicht genau sagen...
Was bekommt man also für die 9.99€ die man für das Add On hinblättert?
Man bekommt drei neue Missionen, die man mit Daud bestreiten kann. Die erste Mission führt uns in ein Schlachthaus für Wale, in der Hafengegend. Die Zweite in einen neuen Bezirk in Dunwall, den Justizbezirk und die dritte Mission findest in einer Gegend statt, die man schon auf dem Hauptspiel kennt. Dauds Hauptquartier im überschwemmten Bezirk. Das hört sich für's erste nach etwas wenig an, was es eigentlich auch ist. Zwei neue Areale und ein bisschen etwas Recycletes. Da hätte man gut noch eine individuelle Map für das DLC und den Preis drauflegen können. Die Maps die man aber bekommt sind aber wirklich toll ausgearbeitet und auch in Szene gesetzt. Das Schlachthaus in dem die Wale ausgenommen und zu Walöl und Fleisch verarbeitet werden ist nun wirklich kein Ort wo man gerne ist. Blut, Knochen, stahlkalte Räume, vergammelter Abfall und grobschlächtige Fleischer. Schade, dass es diese Mission nicht irgendwie in das Hauptspiel geschafft hat. Natürlich hat man auch wieder die Möglichkeit auf die verschiedensten Arten an das Ziel heranzukommen. Ob nun brutal und brachial oder semibrutal, bis friedfertig. Alles ist möglich. Das Ziel kann sowohl eliminiert, als auch neutralisiert werden. Wie man es halt möchte.

Das Zum Beispiel kann man bei dem Schlachthaus einen Mechanismus aktivieren, der eine Kette freigibt, damit man in den höheren Etagen in die Schlachterei einsteigen kann. So muss man nicht durch das Haupttor marschieren, wo man aber auch nur reinkommt, wenn man eine Stechkarte hat. Auch ein Weg durch die Rohrsystem des Abwassers kann man nehmen. Wie oft man entdeckt wurde, wie viele Menschen man getötet hat, was man mit dem Ziel gemacht hat - alles spielt wieder hinein in den Chaosfaktor, der bestimmte Gegebenheiten in den Folgemissionen verändern kann und das Ende beeinflusst. Daud ist es durch seine Untergrundverbindungen auch gegönnt, dass er Leute schmieren kann, wenn nur der Preis stimmt. So kann man im Schwarzmarkt-Bildschirm "Gefallen" kaufen. So wird eine Rune in einem Abwasserrohr platziert, Alarme werden deaktiviert, oder es stehen ein paar Walöltanks strategisch günstig bereit.
Daud lässt sich als Meisterassassine genau so gut spielen wie der Leibwächter Corvo. Er kann fast auf die gleichen Fähigkeiten zurückgreifen wie Corvo. Er kann keine Rattenschwärme beschwören und auf den Windstoß muss man auch verzichten. Doch von Blinzeln über Zeit anhalten, bis hin zum Leichen zu Staub zerfallen lassen, ist alles dabei. Alles erweiterbar durch Runen und die Knochenartefakte sind auch wieder dabei. Neu bei Daud ist, dass er einen Assassinen herbeirufen kann, der dann die Wachen eliminiert oder ein bisschen unterhält, bis man selber vorbeigeschlichen ist. Außerdem hat Daud eine modifizierte Art einer Armbrust dabei, die an seinem Handgelenk (Assassin's-Creed-like) befestigt ist. Auch gibt es neue, kleine Maschinen von Sokolov. Darunter eine Blitzmine, die Gegner zu Staub zerbrät und eine Narkosemine. Eine neue Art von Granate gibt es auch, die Gegner für einen kurzen Moment kampfunfähig machen kann. Vom Spielgeschehen her, gibt es also mannigfaltige Möglichkeiten, wie man den Gegnern den garaus oder das Leben schwer machen kann. Bis auf die Fleischer mit ihren walöl-betriebenen Sägen gibt es aber keine neuen Gegner. Auch hat bekommt man es in keiner Mission mit Tallboys oder Weinern zu tun.

Die Synchronisation ist wieder sehr gut gelungen. Hier und da passt der Text natürlich nicht ganz zu den Mundbewegungen, aber das ist zu verschmerzen. Die Stimmen sind passend zu den verschiedenen Charakteren und wirken authentisch. Was ist ein wenig vermisst habe, war das lebendige Herz, welches Corvo gegeben wurde. Mir fehlten ein wenig die Extrainformationen zu den Personen auf die man trifft und zu der Umgebung in der man sich befindet. Einen kleinen Teil davon übernimmt Dauds Schülerin Lurk, die manchmal auftaucht und ihren Senf zu gewissen Themen abgibt. Die kann einen schon mal ziemlich erschrecken, wenn sie sich plötzlich neben einem materialisiert! Und dabei hat sie so eine beruhigende, geheimnisvolle Stimme. Auch stellt sie das jeweilige Handeln von Daud in den Missionen in Frage und agiert entsprechend dem Verhalten des Spielers.

Leider haben sich die Entwickler ein ein paar grobe Schnitzer und Logikfehler geleistet. So kann man Gegner auch fokusieren, wie man es mit Corvos Objektiven in der Maske konnte. Wie Daud das allerdings ohne Maske macht, ist fragwürdig. Ein Glasauge vielleicht? Auch hat Lurk anscheinend Fähigkeiten, die ihr Lehrmeister nicht hat. Das macht im Endeffekt aber keinen Sinn, da Dauds Assassinen nur die selben Fähigkeiten haben können wie er selbst, da er sie mit ihnen teilen kann. 

Fazit.
'The Knife of Dunwall' ist in erster Linie ein würdiges DLC für 'Dishonored'. Allerdings ist mit zwei neuen Maps und einer recycleten die Ausbeute doch etwas dürftig, für die fast zehn Euro die man zahlt. Wer allerdings Fan des Spiels ist und Bock auf Missions-Futter hat, der sollte hier zugreifen. Die Story ist bis jetzt eher so lala und kommt mit dem nächsten, finalen DLC 'The Brigmore Witches' noch richtig in Fahrt. Das Gameplay ist aber wieder fantastisch, die Missionen interessant, spannend und fordernd und Daud eine gelungene Abwechslung zum kühnen, stummen Corvo Attano. Wer den Schleichweg geht, so wenig wie möglich töten will und alles Sammelbare einsacken will, der wird schon 6-7 Stunden Spielspaß haben. Wer meuchelt und rusched, der kann das DLC auch in gut 2-3 Stunden beenden. Ich war mit dem DLC ganz zufrieden, ob wohl ich doch etwas zu kurz fand. Aber es bleibt spannend!





Bis dahin - Tschödeldö






Fakten: http://dishonored.wikia.com/wiki/The_Knife_of_Dunwall
Bilder:  http://www.gamestar.de/spiele/dishonored-die-maske-des-zorns/news/dishonored,46378,3010271.html
             http://www.gamespot.com/dishonored-the-knife-of-dunwall/images/1798852/
           http://elder-geek.com/2013/04/dishonored-the-knife-of-dunwall-video-review/

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