16.06.13

Film•Peteback: The Awakening


Weg von japanischen Meisterdieben und hin zum guten, alten Grusel-Genre, mit;

The Awakening


Originaltitel: The Awakening
Deutscher Titel: The Awakening
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2007
Länge: ca. 103 Minuten
Regie: Nick Murphy
Drehbuch: Nick Murphy, Stephen Volk
Produktion: David M. Thompson
Cast: u.a. Rebecca Hall, Dominic West, Imelda Staunton, Lucy Cohu, John Shrapnel, Shaun Dooley

Trailer: The Awakening

Kurz gesagt: "The Awakening" ist ein britischer Horrorfilm aus dem Jahr 2011, von Regisseur Nick Murphy. Die Geschichte dreht sich um die junge Florence Cathcart, die einige Bücher über übernatürliche Phänomene geschrieben hat, denen sie nachgegangen und teilweise wiederlegt hat. Ihr neuster Fall führt sie in ein Knabeninternet auf dem Land, wo es nach dem Tod eines Schülers zu paranormalen Erscheinungen gekommen ist.




England, 1921.
Es sind düstere Zeiten, nach dem ersten Weltkrieg. Verlust, Trauer, Angst und Ungewissheit überschwemmen England. In dieser Zeit, hat es sich die Autorin Florence Cathcart (Rebecca Hall) übernatürliche und paranormale Phänomene unter die Lupe zu nehmen und auch zu entlarven. Darüber schreibt sie ihre Bücher und arbeitet auch mit der Polizei zusammen, um Trickbetrüger auffliegen zu lassen, die sich als Medium ausgeben oder Geistererscheinungen vorgaukeln. Auf die dringliche Bitte des Lehrers Robert Malory (Dominic West), reist die junge Autorin nun aufs Land. In dem Knabeninternat in dem Malory angestellt ist, ist es nach dem Tod eines Schülers zu merkwürdigen, paranormalen Erscheinungen gekommen. Die Schulleitung ist besorgt, dass der Ruf der Schule nach dem Tod noch mehr geschädigt werden könnte und so empfahl die Hausmutter Maud (Imelda Staunton), sich an Florence zu wenden. Florence ist nicht sehr überzeugt von diesem Auftrag und sie war sowieso von vornherein dagegen ihn anzunehmen. Die Sommerferien stehen in der Schule bevor und so ist Florence mit dr Belegschaft der Schule und einem einzigen Schüler alleine, doch die mysteriösen Ereignisse hören nicht auf. Die sonst so realistisch denkende Frau muss bald einsehen, dass es zwischen Himmel und Erde doch noch einiges gibt, was sich nicht rational erklären lässt...




Geisterfilme sind schon irgendwie etwas ganz Besonderes. Sie sind die Crème de la Crème des Horrorfilm-Genres und darunter gibt es einige Gute, viele Mittelmäßige und reichlich Schlechte. Bei Geisterfilmen geht es nicht um endlose Gewaltexzesse und sprudelnde Blutfontänen, nein, es ist gerade die passive, nicht greifbare Gewalt die der Protogonist erfährt. Böse Träume, Visionen, Erinnerungen die den Hauptdarsteller quälen und ihm keine Ruhe lassen, sodass er gezwungen wird sich mit dem übernatürlichen Problem zu konfrontieren.

Das dumme an Geistern ist, dass sie sich nicht einfach dadurch bezwingen lassen, dass man ihnen den Schädel wegpustet. Waffen sind wirkungslos und sie verfügen über Mittel, die einem Sterblichen verwehrt bleiben. Außerdem lassen sie sich nicht einfach stumm schalten, bis man hinter des Geheimnis des Spuks gekommen ist. Filme wie "The Others", "The Ring", "Paranormal Activity" oder "The Amityville Horror" haben in jüngerer Zeit gezeigt, dass man mit mehr oder weniger aufdringlichem Horror stimmungsvolle und atmosphärische Geschichten erzählen kann.
Nick Murphy hat sich dem Geisterfilm verschrieben und setzt in genre-gewohnter Art und Weise auf stimmungsvolles Schaudern, gedämpfte Lichter, unheimliche Drehorte und verzichtet dafür auf grelle Schockeffekte. Die Hauptfigur wird schon sehr früh etabliert und vorgestellt. Florence ist eine Frau, die fest im Leben der 1920er Jahre steht und frönt dazu noch dem Rationalismus. Das ist umso interessanter, da sie sich dem Auslöschen des Aberglaubens verschrieben hat. Angeblicher Spuk und pseudoparanormale Erscheinungen, sie macht allem den Garaus. Dazu raucht sie noch, hat ein loses Mundwerk (vor allem Männern gegenüber), verdient ihren eigenen Lebensunterhalt und ist eine gefragte, namenhafte Person. Komisch, dass das alles ins Gegenteilige gekehrt wird, wenn sie erstmal in dem Internat ankommt. Hier werden ganz klar düstere Töne angeschlagen, die sich auch auf die Protagonistin auswirken. Das merkt man auch ganz schnell, wenn Florence erst einmal die ersten Untersuchungen in dem alten Schulgebäude vornimmt.

Im Gesamtbild spart "The Awakening" an vielen gängigen Horrorelementen. Es gibt keine effektvollen Schockmomente und auch krasse Handlungsdreher bleiben größtenteils aus, denn im Kern ist Nick Murphys Film Drama mit Gruselementen. Sensibel und stimmig werden Schicksale einzelner, handelnder Personen geschildert, um so das Gesamtbild der Person zu vervollständigen und weiter auszubauen. Gerade für Florence ist die Konfrontation mit ihrer Veragangenheit belastend, da sie diese eher verdrängt hat. Naben den Geister-Erscheinungen sind es auch die Menschen, die dem Zuschauer ein Unwohlsein bereiten. Das Gebäude kommt einem komisch vor, die Lehrer kommen einem komisch vor, die Kinder kommen einem komisch vor und der Gärtner kommt einem komisch vor und es gibt noch einiges mehr.

Teilweise erinnert man sich bei "The Awakening" an "Das weiße Band" von Michael Hanekes, wo auch schon viel mit den Schrecken der Kindheit gearbeitet wurde, weil gerade in der Kindheit die Steine für das spätere Leben gelegt werden. Es wird einiges auf die Schilderung der gesellschaflichten und sozialen Umstände der Zeit verwendet, aber genau wie auf die Komplexität der Charaktere, wird daraus im Endeffekt nicht viel gemacht. Da gibt es noch ungenutztes Potenzial. Die Inszenierung die Murphy verfolgt ist wenig originell, etwas zu schmucklos und eher zweckdienlich. Die Auflösung ist nachvollziehbar und vertretbar, aber es fehlt dann doch irgendwie ein befriedigener Schlussstrich und das nicht nur für die Protagonistin. Auch aus dem Rollen der zwei wichtigsten Schauspieler Florence und Mr. Malory, hätte man einiges mehr rausholen können. Rebecca Hall tut ihr Nötigstes um die Rolle der rationalen Geisterjägerin zu mimen, aber im Großteil schleicht sie nur staunend und mit einem besorgen Gesichtsausdruck durch die Gänge Auch eine zu streng herbeigeführte Liebesgeschichte wirkt einfach nur aufgesetzt und fehl am Platz.
Fazit.
"The Awakening" ist ein Grusel-Drama, dass sich von der Stimmung her, gut in das Genre des Grusel-Genres einfindet und auch mit einer interessanten Grundidee aufwarten kann. Der Zuschauer für über einen Großteil des Films bei der Stange gehalten, dennoch ist der Film vielleicht zehn bis fünfzehn Minuten zu lang geraten. Die Darbietung der Schauspieler ist annehmbar, aber wie gesagt, sind die Rollen nicht falsch besetzt, sondern nur nicht richtig ausgebaut. Im Großen und Ganzen ein Gruselfilm den man sich mal gegen kann, der die Nerven nicht allzu sehr strapaziert.





Bis dahin - Tschödeldö






Fakten: http://en.wikipedia.org/wiki/The_Awakening_%282011_film%29
Bilder:  http://burguslasvegas.blogspot.de/2013/01/arets-basta-filmer-2012.html
             http://www.sfx.co.uk/2011/11/11/the-awakening-film-review/
             http://horror.about.com/od/2012theatricalreviews/fr/The-Awakening-Movie-Review.htm

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