23.06.13

Film•Peteback: Der kleine Nick


Comics sind super. Comic-Verfilmungen eine Sache für sich. Und doch geht es diese Woche um Letzteres.

Der kleine Nick


Originaltitel: Der kleine Nick
Deutscher Titel: Le petit Nicolas
Originalsprache: Französisch
Erschienen: 2009
Länge: ca. 90 Minuten
Regie: Laurent Tirard
Drehbuch: Laurent Tirard, Grégoire Vigneron
Produktion: Olivier Delbosc, Marc Missonnier
Cast: u.a. Maxime Godart, Valérie Lemercier, Kad Merad, Sandrine Kiberlain, Francois-Xavier Demaison, Anémone, Loise Bourgoin

Trailer: Der kleine Nick

Kurz gesagt: "Der kleine Nick" ist eine französisch-belgische Filmkomödie aus dem Jahr 2009, von Regisseur Laurent Tirard. Der Film basiert auf den französischen Kinderbüchern von René Giscinny und Jean-Jacques Sempé, welcher die Illustrationen dafür gezeichnet hat. Der Film wurde außerdem für Französischen Nationalen Filmpreis nominiert.




Frankreich, in den 1960er Jahre.
Als der kleine Nick (Maxime Godart) in der Schule aufschreiben soll, was er später einmal werden möchte, sitzt er etwas ratlos für dem leeren Blatt Papier. Von seinen Freunden kann er sich problemlos ausmalen, was sie später einmal werden, doch für sich hat er gar keine Pläne. Er hätte gerne, dass alles so bleibt, wie es ist. Veränderungen findet er gar nicht so klasse. Eines Tages kommt sein Mitschüler Joachim zu spät in die Schule und wurde damit entschuldigt, dass er seine Familie in der Nacht Zuwachs bekommen hat. Joachim ist gar nicht begeistert von dem Baby, obwohl er doch eigentlich glücklich sein sollte, ein Geschwisterchen bekommen zu haben. Das Baby schreit die ganze Zeit und keinen kümmert es, aber wenn Joachim Lärm macht, gibt es Ärger von den Eltern. Außerdem wollte er doch lieber ein Fahrrad. Nick erfährt von seinem Schulkamerad, dass seine die Eltern vor der Geburt auffällig nett und gut gelaunt waren und auch die Hausarbeiten erlassen wurden. Eindeutige Indizien. Nick wird misstrauisch, als seine Eltern genau dieses Verhalten an den Tag legen und das kann nur eins bedeutet: Nick bekommt ein Brüderchen! Er muss sich nun schnell etwas ausdenken, um dieses Unheil eines dauernd schreienden Babys abzuwenden, damit seine Eltern ihn nicht wohlmöglich noch im Wald aussetzen, wie es einst mit dem kleinen Däumling passiert ist. Natürlich bekommt Nick tatkräftige Unterstützung von seinen Freunden.




Der kleine Nick ist eine Kultfigur und das nicht nur in Frankreich. Neben den Asterix-Geschichten von René Giscinny, ist er seine bekannteste Figur. Die Kindergeschichte die sich um den kleinen, französischen Jungen Nick drehen, haben oft einen satirischen Charakter und können sowohl von Jung als auch von Alt genossen werden. Bisher gab es auch noch keine Verfilmung des Stoffes, da sich wohl kein Regisseur an die Geschichte gewagt hat, die bis dato auch als unverfilmbar galt.

Regisseur Laurent Tirard hat dann doch den Mut gefasst und hat sich der Sache angenommen und hauchte dem kleinen Nick Leben auf der Leinwand ein.  Er hat dabei versucht das Setting der Buchvorlagen zwar authentisch im Stil der 60er Jahre rüberzubringen, als auch etwas moderne Züge einfließen zu lassen, um es für die heutigen Kinder anprechender zu machen. Alle Kinder sind ganz der Erziehung der 1960er entsprechend noch höflicher und deutlich braver, die Mode nicht so gewagt und und die Häuser und die Autos kultig. Die Farben sind bunt und strahlend und das nicht nur auf die Kleidung bezogen. Allgemein sind die Ausstattung und die Drehorte wirklich gut ausgewählt worden und dem Film entsprechend umgestaltet worden.
Der Film bedient sich im Kern einer sehr kindlichen Thematik, nämlich der Angst vor Veränderungen. In Nicks Fall ist es die vermeidliche Ankunft eines kleinen Brüderchens, welches seine Angst schürt, dass seine Eltern ihn vergessen oder sogar aussetzen werden. Aufmerksamkeit und Liebe werden ihm komplett entzogen und auf das neue Menschlein projeziert. Das darf nicht sein! Die Kindliche Ausgangssituation gerät dann doch schon auf eine skurrile Bahn, als die Kinder versuchen einen vermeidlichen Auftragsmörder für das Baby zu engagieren, der in Wahrheit eigentlich ein Automechaniker ist. Ab diesem Moment geht der Spaß auch schon los, da die Kinder Gelb beschaffen müssen um den "Killer" zu bezahlen. Kinder werden auf dem Schulhof mit Glücksspiel um ihr Milchgeld erleichtert und es wird sogar ein Pseudozaubertrank gebraut, der angeblich super stark macht. Da haben wir die Asterix-Referenz. Hier haben wir auch den Unterhaltungswert des Films, der fast allein durch die Kinder und ihre Streiche und Aktionen beigesteuert wird. Der Humor ist größtenteils harmlos und verträglich und hat auch irgendwie seinen eigenen Charme.

Hierbei ein Wort an die jungen Schaupieler in dem Film. Der junge Maxime Godart hat hier seinen ersten Filmauftritt und die Rolle des pfiffigen Nick, scheint ihm wie auf den Leib geschrieben. Er zieht mühelos die Sympathien auf sich und man interessiert sich für seine Person und auch seine "schlimme" Lage, in der er sich befindet. Auch seine Schauspielkollegen in der Schule machen ihre Sache sehr gut. Jeder verkörpert dabei ein reines Klischeebild, welche so in der Schule existieren. Das Kind reicher Eltern, Streber, Schläger oder ein Versager. Alles ist hier vertreten und fügt sich wunderbar ins Gesamtbild ein. Jeder bekommt seinen kleine Auftritt um sich zu etablieren.
Fazit.
"Der kleine Nick" ist eine athentische Verfilmung der Kinderbuch- und Comicvorlage und kann durch gutes Schauspiel der Kinder, einer netten Story und seichtem Humor glänzen. Mit knapp 90 Minuten Spielzeit ist er auch von der Länge her genau richtig. Wer mal wieder Lust auf einen Kinderfilm hat, den man auch als Erwachsener genießen kann, der wird hier nicht enttäuscht werden.






Bis dahin - Tschödeldö






Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Der_kleine_Nick_%28Film%29
Bilder:  http://www.tvmovie.de/der-kleine-nick-768343.html
             http://www.ingame.de/entertainment/kritiken/filmkritiken/der-kleine-nick-filmkritik/
             http://www.theatiner-film.de/th/wp-content/uploads/2010/08/derkleinenick2.jpg

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