02.06.13

Film•Peteback: Halo 4: Forward Unto Dawn


Wer gedacht hat, jetzt ist es erst einmal vorbei mit Videospiel Content aus dem dann Filme produziert werden - der liegt falsch. Aus gegebenen Anlass geht es diese Woche mit "Halo" weiter. Dieses mal aber auf einer "realen" Ebene.

Halo 4: Forward Unto Dawn


Originaltitel: Halo 4: Forward Unto Dawn
Deutscher Titel: Halo 4: Forward Unto Dawn (Vorwärts in den Sonnenaufgang)
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2012
Länge: ca. 80 Minuten
Regie: Stewart Hendler
Drehbuch: Todd Helbing, Aaron Helbing
Produktion: Microsoft Studios, 343 Industries, Arc Productions
Cast: u.a. Tom Green, Anna Popplewell, Enisha Brewster, Osric Chau, Kat de Lieva, Daniel Cudmore

Trailer: Halo 4: Forward Unto Dawn

Kurz gesagt: "Halo 4: Forward Unto Dawn" ist eine Web-Miniserie, bestehend aus 5 Episoden mit jeweils ca. 15 Minuten Länge. Die erste Episode wurde am 5. Oktober 2012 auf 'Halo Waypoint' und dem Youtube Channel "Machinima Prime" veröffentlicht und wurde wöchentlich fortgeführt. Die Miniserie wurde im Vorfeld, als Marketing- und Promotionstrategie produziert, um "Halo 4" zu bewerben, welches im November 2012 veröffentlicht wurde.




Seit Generationen haben Menschen unter Führung des United Nations Space Command  (UNSC) fremde Planeten besiedelt. Doch Aufständische haben einen Bürgerkrieg entfacht, der die gesamte Galaxie erfasst hat. Kadett Thomas Lasky und die jungen Studenten der Corbulo Militärakademie trainieren, um diesen Krieg für immer zu beenden. Lasky wird jedoch von Zweifeln an seinen Fähigkeiten geplagt und befürchtet, die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen zu können. Als die Akademie das Ziel eines verheerenden Angriffs von Außerirdischen wird, muss er sich seinem Schicksal endgültig stellen. An der Seite eines geheimnisvollen Verbündeten, einem bewaffneten Supersoldaten, der nur als der Master Chief bekannt ist, müssen die Kadetten um ihr Überleben und das Überleben der gesamten Menschheit kämpfen.
- offizieller Klappentext via.




Vermutlich haben diejenigen, die nichts mit Halo am Hut haben (oder haben wollen), schon beim Titel das Fenster wieder geschlossen. Ich kann das sehr gut verstehen. Alles was mit Themen zu tun hat, die eine bestimmte Fan-Base ansprechen, ist ja öfters gleich uninteressant, wenn man nicht direkt drinsteckt. Allerdings sollte man hier vielleicht mal die Augen und Ohren aufsperren, denn diese Web-Serie kann DER Schritt in die richtige Richtung sein.
In die richtige Richtung zu was? Natürlich einem Blockbuster-Halo-Film-Mit-Master-Chief-Der-Alienärsche-Tritt. Klangvoller Titel. Halo ist Kult und das kann man nun wirklich nicht abstreiten. Es ist eine der stärksten Franchise, dass Microsoft zu bieten hat und hat sich über die verschiedenen Teile eine gewaltige Fan-Base aufgebaut. Spiele, Romane, Anime und Comics haben das Universum ausgebaut und vertieft und man hat eine charismatische Frontfigur, den fucking Master Chief. Ein Si-Fi-Rambo mit Doppelsprung und er kann sogar zwei Waffen halten. Jedenfalls seit "Halo 2". Mit einer gesunden Fangemeinde und genug Action-Potenzial, bietet das Halo-Franchise genug Stoff für einen Leinwandadaption, auf die schon viele Fans gewartet haben. Doch bisher kam da nicht viel bei rum. 2005 wurde sogar Peter Jackson als Produzent für eine Halo-Verfilmung genannt, doch leider gab es anscheinend interne Schwierigkeiten, weil Microsoft wohl zu wenig Kohle beisteuern wollte. Regie sollte ursprünglich Neill Blomkamp führen, der dann mit einem Bruchteil des angedachten Halo-Budgets "District 9" auf die Beine gestellt hat. Dieser spielte allein schon über 200 Milliarden US-Dollar ein und wurde in verschiedenen Kategorien bei den Oscars nominiert. Da hat sich wohl irgendwer ziemlich in den Po gebissen...

Theoretisch könnte die Web-Serie auch für Halo-Neueinsteiger interessant sein, da "Forward Unto Dawn" sehr früh in der Timeline angesetzt wurde. In dem 5-Teiler wird nämlich der erste Auftritt bzw. Angriff der Covenant (Allianz) gezeigt. Was die Covenant ist? Gute Frage. Wie der Name sagt, ist es eine Allianz verschiedener, außerirdischer Rassen, die alle einem religiös-fanatischen Glauben folgen. Also eine Art Theokratie. Die Oberhäupter der Allianz, Propheten genannt, sehen die menschliche Rasse als die fleischgewordene Beleidigung ihres Glaubens. Somit muss die Menschheit so schnell wie möglich ausgelöscht werden. Diese erste Begegnung zwischen Mensch und Alien ist in der vierten Episode sehr gut in Szene gesetzt worden, wie eines Nachts der Krieg losbricht und die Invasionsschiffe der Aliens über dem Ausbildungslager erscheinen. Ort des Geschehens ist übrigen die Kolonie auf einem erd-ähnlichen Planeten namens 'Cirnicus-IV'.  Vor allem Fans werden hier mit den Füßen zappeln, weil Regisseur Stewart Hendler sehr vorlagengetreu vorgegangen ist und sich keinerlei Interpretationsfreiheiten rausgenommen hat. Nicht-Kenner wird das eher weniger mitreißen.
Zum Auftritt des Master Chief sei gesagt, dass er hier eindeutig als Mittel zum Zweck dient. Er ist der Good Guy, der Big Daddy der kleinen Rekruten. Damit verstricken sich die Drehbuchschreiber ein wenig in Widersprüche mit dem eigentlich Spartan-117. Der Master Chief ist in den Spielen bzw. auch in den Romanen gar nicht mal so der Team Player. Er hat sogar gar kein Problem damit auch mal Kameraden zu opfern, wenn es dem Sieg zuträglich ist. Nun ja, es ist so gesehen der erste Kontakt mit den Aliens, da kann man ja schon mal sozial sein. Der Master Chief ist dabei aber sehr gut in Szene gesetzt und endcool wie eh und jeh. Allerdings werden auch die Truppen der Covenant nicht vernachlässigt. Wer sich schon immer mal einen ordentlich-detaillierten Eliten vorgestellt hat, der wird hier nicht enttäuscht werden. Die Effekte mit denen die Aliens erschaffen wurden sind wirklich erste Klasse und anscheinend hatte der Regisseur sehr viel für Slow Motion übrig. Man sieht wo das Geld hingeflossen ist. Zwei weitere Alien-Rassen haben auch noch ihren Auftritt und sind nicht weniger schlecht inszeniert.

Doch was gibt es neben dem Master Chief? Ach ja, die normalen Menschen. Hauptcharakter ist hier eigentlich Thomas Lasky (Tom Green), ein Rekrut der Militärakademie. Er ist nicht gerade beliebt und hat auch mit großen persönlichen Probleme zu kämpfen. Es wird viel von ihm erwartet, weil auch schon seine Mutter und sein Bruder eine starke, militärische Laufbahn eingeschlagen haben. Sein Charakter wird recht langsam aufgebaut, dafür aber auch ausführlich. Der Film ist übrigens eine Retrospektive seines älteren Ichs, in der Zukunft. Hier und da gibt es leichte Ungereimtheiten und Anschlussfehler und die kleine Liebesgeschichte zwischen ihm und Chyler Silva (Anna Popplewell) ist auch nicht das gelbe von Ei. Da ist die Serie doch etwas oberflächlich. An der darstellerischen Leistung der Jungschauspieler kann man jedoch nicht meckern.
Fazit.
"Halo 4: Forward Unto Dawn" ist Fan-Service von vorne bis hinten. Wer Si-Fi mag und/oder sogar Halo-Fan ist, der wird mit den fünf Episoden seinen diebischen Spaß haben. Wenn man sich die DVD/Blu-Ray kauft bekommt man sogar 80 Minuten Making-of und Bonusmaterial, wie Interviews mit den Schauspielern, Regisseur und und und. Es lohnt sich wirklich. Obwohl ich glaube, dass man sich das auch auf Youtube ansehen kann. Was man bedenken sollte und was noch wichtiger ist, ist der Fakt, dass "Forward Unto Dawn" bei der Community sehr gute Resonanz erzeugte. Es zeigt, dass ein Halo-Kinofilm mit dem richtigen Budget, einem kompetenten Regisseur und motivierten Produzenten, wirklich realisierbar wäre. Zu hoffen ist es. Bitte Hollywood.






Bis dahin - Tschödeldö






Fakten: http://en.wikipedia.org/wiki/Halo_4:_Forward_Unto_Dawn
             http://de.halo.wikia.com/wiki/Halo_4:_Forward_Unto_Dawn
Bilder:  http://www.doblu.com/2012/12/06/halo-4-forward-unto-dawn-review/
             http://einfogames.com/news/files/2013/01/halo-4-forward-unto-dawn-series.jpg
             http://www.wallpaperpics.net/wallpaper/halo-4-forward-unto-dawn.html
             http://de.halo.wikia.com/wiki/Halo_4:_Forward_Unto_Dawn

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