09.06.13

Film•Peteback: The Legend of Goemon


Diese Woche bewegen wir uns erst einmal weg von Spielverfilmungen und widmen uns einer Legende aus dem fernen Osten.

The Legend of Goemon


Originaltitel: Goemon (五右衛門)
Deutscher Titel: The Legend of Goemon
Originalsprache: Japanisch
Erschienen: 2009
Länge: ca. 128 Minuten
Regie: Kazuaki Kiriya
Drehbuch: Kazuaki Kiriya, Tetsuro Takita
Cast: u.a. Yōsuke Eguchi, Takao Ōsawa, Ryōko Hirosue, Eiji Okuda, Jun Kaname, Gori, Hashinosuké Nakamura

Trailer: The Legend of Goemon

Kurz gesagt: "The Legend of Goemon" ist ein japanischer Actionfilm aus dem Jahr 2009, von Regisseur Kazuaki Kiriya. Vor dem historischen Hintergrund der Einigung Japans unter Tokugawa Ieyasu, wird die teils fiktive Geschichte des ehemaligen Ninjas Ishikawa Goemons erzählt, der sich als Meisterdieb einen Namen gemacht hat. Die Hauptrolle übernahm Yōsuke Eguchi. Durch den Diebstahl einer mysteriösen Box gerät er in einen Krieg der ihn zwingt zu seiner alten Berufung als Ninja zurückzukehren.




Wir befinden uns im Sengoku-Zeitalter um 1563, in Japan.
Der junge Goemon Ishikawa (Yōsuke Eguchi) verliert früh seine Eltern, die einen gewaltsamen Tod starben. Als ob das Leben es nicht schon schlecht mit ihm meinen würde, werden er und sein Vormund noch von Banditen überfallen, er kann allerdings von niemand anderem als Fürst Oda Nobunaga (Hashinosuké Nakamura) gerettet. Der Fürst sieht etwas spezielles in dem Jungen und nimmt ihn in seine Obhut, gemeinsam mit einem anderen Jungen. Kirigakure Saizō (Takao Ōsawa). An seinem Hof werden die beiden von Nobunagas Samurai Hattori Hanzō zu Ninjas ausgebildet und als Bewährungsprobe wird dem jungen Goemon die Aufgabe zu teil, die Nichte des Fürsten, Chacha, zu beschützen. Als sein Herr allerdings im Krieg getötet wird, legt Goemon seine Berufung ab und lebt seither in Freiheit. Nach Nobunagas Tod übernahm sein Vertrauter Toyotomi Hideyoshi (Eiji Okuda) die Herrschaft über Japan. Goemon wird zu einem gesuchten Mann, da er auch noch begonnen hat die Reichen um ihr Hab und Gut zu erleichtern und es den Armen zu geben. Unterstützt wird er dabei von seinem treuen Diener Sarutobi Sasuke (Gori). Bei einem Raubzug in Kyōto lässt Goemon neben Geld und Schätzen auch ein kleines, unscheinbares Kästchen mitgehen, unwissend, dass er die Büchse der Pandora entwendet hat. Da sie vollkommen leer ist, wirft er sei einfach weg. Der Wert des Kästchens wird ihm erst klar, als die Stadtwachen die gesamte Stadt nach dem Relikt durchforsten.



Filme über Sagengestalten oder Helden der Geschichte gibt es wie Sand am Meer und gerade wir in der westliches Welt, können auf eine gewaltige Bandbreite an Legenden zurückgreifen, die wir in Filmen verarbeiten können. Da ist es doch interessanter, wenn man über den Tellerrand hinaus blickt um sich mit Legenden aus anderen, fernen Ländern zu beschäftigen.

Vor einigen Jahren drehte Kazuaki Kiriya seinen ersten Film "Casshern". Dieser war ein Live-Actionfilm basierend auf dem Anime "Shinzō Ningen Casshern) aus den 70ern. Der Anime wurde 2008 noch einmal unter dem Titel "Casshern Sins" von Madhouse neu aufgelegt, mit geraffter, grob übernommener Story. Kiriya steuerte dazu, wie schon erwähnt, den gleichnamigen Realfilm bei, der in Japan einen großen Kinoerfolg feierte und außerhalb von Japan, mit guten Verkaufszahlen der DVDs glänzen konnte. Fünf Jahre ließ sich der Regisseur Zeit, um dann mit "Goemon" wieder auf der Bildfläche aufzutauchen.
Kiriyo schrieb das Drehbuch für "Goemon" selber und hat sich auf eine Art Volkshelden der japanischen Geschichte konzentriert, der dem Film auch seinen Namen gibt. Goemon Ishikawa, Meisterdieb und Wohltäter, vergleichbar mit der Figur des Robin Hood. Im Gegensatz zu dem grüngekleideten Bogenschützen, gibt es von Goemon immerhin geschichtliche Nachweise, die seine Existenz verifizieren. Der Regisseur entschied sich bei seinem ersten Erfolg "Casshern" für eine eher spezielle Optik, die geradeweg aus einem Videospiel stammen könnte. Bei "Goemon" legt Kiriya allerdings noch einmal eine Schippe drauf. Bei vielen Einstellungen und Szenen klappt einem schon so ein bisschen die Kinnlade runter, da man manche Set wirklich als "episch" bezeichnen könnte. Allerdings wird man auch schnell sehen, wo das Meiste des Budgets hingeflossen ist. Nämlich in die Animationen und die Effekte. Wenn man es mal runterbricht, dann ist von dem Film gerade mal 10% wirklich echt, gerade was die Sets und Hintergründe angeht. Es wurde viel vor dem Green-Screen gedreht und das sieht man den Film auch an und das soll man auch. So wirkt "Goemon" noch viel mehr wie ein Videospiel. Man bekommt knallige Farben, bombastische Effekte und eine Physik, die es nicht mal in einem Paralleluniversum geben kann. Gerade auf die Farben sollte in Augenmerk gelegt werden. Diese sind am Anfang noch schön und strahlend und nehmen im Laufe des Film stark ab, denn alles wird düsterer, dreckiger und feindlicher und untermalen in jedem Fall die Atmosphäre. Recht eigenwillig ist auch die Interpretation, mit der Kiriya sind die feudale Welt des Japans des 16. Jahrhunderts vorstellt. Gebäude und Kostüme sind alles andere als traditionell, weisen aber eigenen gewissen traditionellen Stil auf, jedenfalls wie sich ein Europäer etwas traditionell-japanisches vorstellt.

Natürlich gibt es auch den typischen, japanischen/asiatischen Humor, der meist aus prekären Situationen entsteht und auch wert auf Slap-Stick legt. Dieser Humor kommt allerdings nur in der ersten Hälfte des Films vor, denn die Entwicklung die der Film einschlägt ist schon derbe.  Je dunkler die Stimmung des Films wird, desto weniger hübscher und lustiger ist der Film auch. Eigentlich nachvollziehbar. Wo es noch vorher darum ging, die Charaktere ein wenig vorzustellen und Eigenarten aufzuzeigen, geht es ab der Mitte doch schon ziemlich rund.  Die stilisierte Heldengeschichte über einen japanischen Meisterdieb, den und der das Volk liebt, entwickelt sich zu einer emotionalen Geschichte um Mord, Tod, Verrat und Macht. Es wird ein fast schon kritischer Blick auf Macht und Krieg geworfen und versucht dessen Ursachen klar herauszustellen und anzuprangern. Hass und Gewalt rücken in den Fokus und die leichte Liebesgeschichte zwischen Goemon und seiner Kindheitsfreundin Chacha, rückt dabei mehr und mehr in den Hintergrund. Kiriya geht dabei sehr schonunglos mit dem Zuschauer um und versucht ihn durch ein Wechselbad der Gefühle schwimmen zu lassen und dabei geht er auch mit seiner Hauptfigur nicht sehr pfleglich um.
Es sei noch etwas zu der Action gesagt, denn die kann sich wirklich sehen lassen. Der Stil der Action ist in diesem Fall sehr japanisch und übertrieben. Schon in den ersten 15 Minuten geht einiges zu Bruch, Granaten sprengen ganz Häuser und Wohnbezirke werden glatt dem Erdboden gleich gemacht. Massenkämpfe und auch Zweikämpfen sprudeln vor Martial-Arts über und die Kämpfenden Personen scheinen gar Superkräfte zu haben. Goemon springt Meter weit und erklimmt die höchsten Höhen in Sekunden und streckt dabei noch hundert Gegner mit einem Streich nieder. Bei all dem Gemetzel wurde aber auf künstliches Blut verzichtet und man hat sich daher auf animiertes Blut geeinigt. Da muss man allerdings Abstriche machen, da es doch etwas zu sehr animiert aussieht.

Die Synchronisation kann man sich geben und die Stimmen sind im Großen und Ganzen gut gewählt worden. Allerdings empfehle ich dann doch eher den Originalton und die Untertitel, denn so kommt die Atmosphäre des Films wirklich besser rüber und die Charaktere wirken auch authentischer.
Fazit.
Wer überzeichnete Action mag und wem der Trailer auch schon gut gefallen hat, der sollte sich "The Legend of Goemon" wirklich mal anschauen. Mit knapp über zwei Stunden, ist der Film meines Erachtens ein wenig zu lang geraten, aber da muss man halt durch. Die Story ist solide und interesssant, die Charaktere sind sympathisch und der Look fantastisch. Alles in allem, ein sehenswerter Actionfilm.




Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/The_Legend_of_Goemon
             http://www.filmstarts.de/kritiken/171916.html
Bilder:  http://www.bloggang.com/mainblog.php?id=nanatakara&month=19-11-2009&group=11&gblog=15
             http://theincrediblystrangemovie.blogspot.de/2012/01/goemon-uk-dvd-release.html
             http://www.movieman.de/Images/Film/00027638_de-1000157832-photo4.jpg
             http://animeradius.com/goemon-on-blu-ray/

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