28.07.13

Film•Peteback: The Illusionist


Diese Woche ist nichts wie es scheint. Wir beschäftigen uns mit Trugbildern und Illusionen und ziehen dazu auch einen Experten zu Rate.

The Illusionist


Originaltitel: The Illusionist
Deutscher Titel: The Illusionist
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2006
Länge: ca. 110 Minuten
Regie: Neil Burger
Drehbuch: Neil Burger
Produktion: u.a. Brian Koppelman, Cathy Schulman, Bob Yari
Cast: u.a. Erdward Norton, Jessica Biel, Paul Giamatti, Rufus Sewell, Eddie Marsan, Aaron Johnson, Eleanor Tomlinson

Trailer: The Illusionist

Kurz gesagt: "The Illusionist" ist ein US-amerikanischer Film aus dem Jahr 2006, von Regisseur Neil Burger. Der Film vereint verschiedene Genres in sich, darunter hat er Elemente von Fantasy, Drama und Thriller. Das Drehbuch für den Film basiert außerdem auf der Kurzgeschichte "Eisenheim der Illusionist" von Steven Millhauser. In der Geschichte geht es um den Illusionisten namens "Eisenheim", der nach langer Reise wieder in Wien auftritt und dort seine Jugendfreundin und erste Leibe wiedertrifft.




Eduard Abramovich (Edward Norton) ist der Sohn eines einfach Schreiners und verbringt seine Jugend in Wien, Anfang des 20. Jahrhunderts. Eines Tages lernt er die Herzogin Sophie von Teschen (Jessica Biel) kennen und die beiden werden, trotz ihres unterschiedlichen Standen, sehr gute Freunde und verlieben sich sogar ineinander. Der Kontakt zu einem Bürger der Unterschicht ist dem Adel allerdings ein Dorn im Auge und so werden die beiden auf Lange Zeit getrennt. Eduard wächst heran und bereist Böhmen, Russland und den Orient und kehrt 15 Jahre später als "Eisenheim - Der Illusionist" nach Wien zurück. Dort gibt er tägliche Zaubervorführungen, mit denen er das Wiener Publikum in Erstaunen versetzt. Schon bald erweckt er das Interesse der Aristokraten, nachdem er das untere Bürgertum und den Mittelstand mit einen Vorstellungen beeindrucken konnte. Eine Große Ehre wird Eisenheim zu teil, als der Kronprinz Leopold (Rufus Sewell) eine seiner Vorstellungen besucht. In seiner Begleitung befindet sich zu Eisenheims Erstaunen auch Sophie von Teschen, die inzwischen die Verlobte des Kronprinzens ist. Bei dem besagten Auftritt bittet der Illusionist um einen Freiwilligen aus dem Publikum und Sophie meldet sich auf Drängen ihres Verlobten freiwillig, unwissend, wen sie dort auf der Bühne eigentlich vor sich hat...




Ich mag Filme, die sich um Zauberei und Magie drehen. Damit meine ich nicht direkt die Fantasy-Filme wo Zauberer mit Rittern durch die Gegend ziehen, sonder eher die Zauberei der Gegenwart. Magie, Illusionen, Tricks, Shows und wenn dazu noch interessante Charaktere geschrieben werden, dann hat der Film schon einmal Potential sehr gut zu werden.
Man muss von vornherein sagen, dass man bei "The Illusionist" kein Effektfeuerwerk erleben wird, sondern eher bodenständige Effekttricks. Der Film ist kein groß produzierter Hollywood-Streifen, sondern kommt aus der Independent-Ecke. Mit nicht einmal 20 Millionen Dollar ist das Budget auch recht moderat geraten. Trotzdem hat man optisch einiges rausgeholt, um den Film so authentisch wie möglich wirken zu lassen. Die Geschichte spielt zwar im Wien am Anfang des 20. Jahrhunderts, aber gedreht wurde in Prag und anderen Orten in Tschechien. Selbst wenn man schon oft in Wien gewesen ist, oder auch dort lebt, dem wird zum Baustil kaum etwas auffallen. Dazu kommen die wirklich guten und stimmigen Kostüme und Accessoires, die ebenfalls der Authentizität zuträglich sind. Hier und dort gibt es kleine Ungereimtheiten, die das Zeitportrait ein wenig trügen. Dazu gehört zum Beispiel, dass Paul Giamatti in seiner Rolle als Chefinspektor Uhl, eben ein "Inspektor" und kein "Kommissar" ist. Letzterer Ausdruck hätte ein wenig besser gepasst.

Kommen wir mal zum Fantasy-Aspekt des Films. Dieser wird verständlicher Weise durch den Illusionskünstler Eisenheim getragen und er dreht sich auch komplett um seine Person. Dabei wird der Zuschauer immer schön im Ungewissen gelassen und man darf selber rätseln, ob das was Eisenheim auf der Bühne tut wirklich Magie oder nur reine Trickserei ist. Die Frage schwebt die ganze Zeit im Raum, bis zum Ende. Dazu wurde auch die Person "Eisenheim" sehr gut geschrieben und man hat seine Mentalität und Herangehensweise an seine Zauberer gut ausgebaut. Er ist ein freundlicher, höflicher Mann zu dem man auch Vertrauen haben würde, wenn man nicht gerade auf der Bühne steht. Auch ist er bei seinen Aufführungen stets ruhig und spart sich großartige Show-Einlagen und überzogenes Gehabe. Auch braucht er für seine Auftritte nicht viel. Mal einen Spiegel, mal einen Blumentopf mit Erde, mal ein Schwert. Einfach muss es sein, aber dennoch soll es auch erstaunen. Leider hat Neil Burger nicht viele Zaubertricks in den Film einfließen lassen, gerade mal vier Auftritte von Eisenheim erlebt man mit und ein paar wenige Tricks zwischendurch gibt es auch zu sehen. Diese werden aber auch oft erklärt, was nicht ganz uninteressant ist. Dazu darf man aber anmerken, dass Edward Norton größtenteils auf der Bühne war und die Zaubereien durchgeführt hat. Nur bei gewissen Techniken wurden Spezialisten herangezogen, wenn es um Tricks ging die Fingerfertigkeit vorraussetzen und nur Aufnahmen von Händen gebraucht wurden.
Allgemein kann man sagen, dass der Film an Anfang seine stärkste Phase hat und dann etwas abflacht, was Spannung und Inspiration angeht. Interessant ist dabei vor allem die Schilderung von Eisenheims Kindheit, in einer speziellen Filmtechnik die an Stop Motion erinnern lässt. So entsteht von Anfang an auch ein Gefühl einer märchenhaften Biografie. Es kommt dabei aber nicht an Werke wie "Die fabelhafte Welt der Amelie" oder "Big Fish" heran. Der Film ist aber weniger Biografie und mehr Kriminalgeschichte, was an sich auch sehr gut funktioniert, aber dennoch ein wenig mit Spannung spart. Man hat natürlich auch wieder das obligatorische Twistende, was aber nicht wirklich überraschend kommt, wenn man die Grundthematik des Film im Hinterkopf hat. Dabei läuft das Ende dann auch wenig zu plump und abgestottert ab, als ob man plötzlich keine Zeit mehr hat und alles noch schnell auflösen muss. Dort wäre es dann wohl besser gewesen, wenn man den Zuschauer nicht mit konkreten Bildern, sondern mit einer Ungewissheit zurückgelassen hätte.

Beim Schauspiel gibt es auch nicht allzu viel zu meckern. Edward Norton, in der Rolle von Eisenheim, macht seine Sache gut und kann durch sicheres und authentisches Schauspiel überzeugen und stand, wie oben erwähnt, auch selber als Magier auf der Bühne. Jessica Biel macht hier auch eine sehr gute Figut und spielt die Herzogin von Teschen sehr überzeugen und wirkt dabei vor allem sehr ausdrucksstark, in Vergleich zu anderen Filmen. Rufus Sewell, in der Rolle von Kronprinz Leopold, spielt auch sicher und wirkt mit der Zeit wirklich aalglatt und unangenehm, ganz wie es sich für den Antagonisten gehört. Ein größeres Augenmerk sollte allerdings auf Paul Giamatti gelegt werden, der als Chefinspektor Uhl sehr viel Screen Time hat und diese auch gut nutzt. Er ist hin und hergerissen zwischen der Sympathie für den Künstler Eisenheim und seinem Pflichtbewusstsein und der Untergebenheit gegenüber des Kronprinzens. Sehr spannend und sehenswert.
Fazit.
"The Illusionist" ist trotz seiner Schwächen in Spannung und Genre-Spagat ein sehr sehenswerter Film, der eine sehr bodenständige Art der Zauberei zeigt, ohne viel Drumherum. Der Anfang ist gelungen und entschädigt dafür auch für kleine Leerläufe in der fortlaufenden Story und Edward Norton erlebt man mal wieder in Höchstform. Freunde von Magie und leichter Kriminalthematik können hier bedenkenlos reinschauen.





Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/The_Illusionist_%282006%29
Bilder:  http://www.aceshowbiz.com/still/00001279/the_illusionist03.html
             http://www.fanpop.com/clubs/edward-norton/images/580154/title/edward-illusionist-photo

             http://www.fanpix.net/0673318/012041965/the-illusionist-2006-large-picture.html
             http://www.impawards.com/2006/illusionist_ver3.html

Kommentare:

  1. Der Arme Film muss immer unter Vergleichen mit Prestige leiden. Dabei ist der wirklich TOLL! Nur eben nicht so toll wie Prestige :D Schön, dass du den Film hier mal ganz für sich betrachtest.

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    1. Es geht hier ja auch nicht darum, welcher Film besser ist^^

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