04.08.13

Film•Peteback: Now You See Me


Ich habe mir überlegt, dass ich das Thema der letzten Woche noch einmal aufgreifen werde. Wie ich das mache? Ganz klar. Mit Magie!

Now You See Me


Originaltitel: Now You See Me
Deutscher Titel: Die Unfassbaren - Now You See Me
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2013
Länge: ca. 116 Minuten
Regie: Louis Leterrier
Drehbuch: Boaz Yakin, Edward Ricourt, Ed Solomon
Produktion: Roberto Orci, Alex Kurtzman, Bobby Cohen
Cast: u.a. Morgan Freeman, Isla Fisher, Dave Franco, Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Mark Ruffalo, Mélanie Laurent

Trailer: Now You See Me

Kurz gesagt: "Die Unfassbaren - Now You See Me" ist ein US-amerikanisch-französischer Thriller aus dem Jahr 2013, von Regisseur Louis Leterrier. Der Film dreht sich um vier Zauberkünstler die durch eine geheimnisvolle Person zusammengebracht werden und später "Die vier Reiter" bilden, eine bekannte Show-Magier-Truppe. Bei ihrem großen Auftritt in Las Vegas ziehen die vier Magier allerdings die Aufmerksamkeit des FBIs auf sich.




Alles beginnt damit, dass der Illusionist Atlas (Jesse Eisenberg) nach einem seiner Auftritt eine geheimnisvolle Tarotkarte in seiner Wohnung findet, die ihn zu einem verlassenen Apartment führt. Doch er ist nicht der Einzige, der so eine Karte sein Eigenen nennen kann. Der Mentalist Merritt (Woody Harrelson), die Entfesselungskünstlerin Henley (Isla Fisher) und der Trickbetrüger Jack (Dave Franco) habe ebenfalls so eine Karte bekommen und finden sich zur selben Zeit wie Atlas an der verschlossenen Tür des Apartments ein. Da Jack recht gut darin ist Schlösser zu knacken, verschaffen sich die Vier Zutritt zum Apartment, welches aber komplett leer und verlassen ist. Durch einen Trockeneistrick erhalten die für die Blaupausen für eine nie da gewesene Illusion. Ein Jahr später treten die vier Magier, die sich selbst nun "Die Vier Reiter" nennen, in Las Vegas auf. Gesponsort wird die Show von Arthur Tressler, einem millionenschweren Versicherungsmagnaten, mit dem die Vier auf Du und Du sind. Während der schaffen sie es rund 3 Millionen  Dollar aus einer Bank in Paris zu entwenden und auf die Zuschauer niederregnen zu lassen. Der FBI-Agent Rhodes (Mark Ruffalo) und seine Kollegin, die Interpol-Agentin Alma (Mélanie Laurent) stehen vor einem Rätsel, wie die vier Hochstapler das angestellt haben. Hilfe bekommen sie dabei von Thaddeus Bradley (Morgan Freeman), der es sich zum Beruf gemacht hat die Tricks von Magiern zu enthüllen.




Letzte Woche habe ich schon "The Illusionist" mit Edward Norton vorgestellt, der einen bodenständigen Zweig der Magie zeigte, ohne viel Tamtam drumherum. Diese gibt "Now You See Me" die Ehre, der das genaue Gegenteil verkörpert. Große Shows in Las Vegas mit einem tausender Publikum und aufwändigen Tricks, die die Leute verblüffen sollen. Welche Art nun besser ist, will ich gar nicht entscheiden müssen, denn beide haben ihre Vor- und Nachteile.

An sich sind Filme die Magie als Grundthematik haben, immer etwas schwierig zu betrachten. Wieso? Nun, alles was im Film geschieht ist nicht real, spricht eine Illusion des Regisseurs, ein perfekter Trick. Selbes gilt für Magie und Zauberer. Letztere arbeiten auch mit Tricks um das Publikum hinter's Licht zu führen und eine andere Art der Realität zu erschaffen. Dreht sich ein Film als um einen Magier, trifft Illusionist auf Illusionist und man weiß gar nicht, was man noch glauben soll. Zudem ist es viel Spannender, wenn man einer Zauber-Show selber beiwohnen kann und das Wunder mit eigenen Augen sieht. Bei einem Film fällt die Spannung weg, da man weiß, dass dort mit Kameratechnik, Effekten und Schnitten gearbeitet wird. Wo ist der Zauber hin?
Was passiert wenn die Drehbuchautoren Boaz Yakin (Gegen jede Regel, Safe), Ed Solomon (Man in Black) und Louis Leterrier (The Transporter, Unleashed, Der unglaubliche Hulk) einen Film über ein Magier-Quartett machen? Es wird ein rasantes Abenteuer, da kann man sicher sein. Was man schon schnell mitbekommt ist, dass hier nicht nur Magie im Vordergrund steht, sondern auch die Desillusionierung. Schon recht früh wird der Charakter Bradley ins Spiel gebracht, wie immer mit Bravour von Morgan Freeman gespielt. Er hat es sich zum Aufgabe gemacht, die Tricks von Show-Magiern zu entlarven und aufzuzeigen. Ob das ein ehrenvoller Beruf ist, sei mal dahingestellt. Er erklärt den Agenten Rhodes und Alma wie der Bankraub-Trick funktioniert und wie banal er eigentlich doch ist. Das soll aber nicht weiter der Schaden des Films sein, denn wie bei einer guten Illusion, passiert der wirklich Trick ganz woanders, als man eigentlich vermutet. Der Film wäre zu spannungslos, als wenn Leterrier nicht noch Asse im Ärmel hätte. Von Spiegel- und Kartentricks, über Hypnose und Trickbetrügerei, wird alles aufgegriffen und charmant verwoben, sodass ein fantasievolles Gesamtbild von vier Zauberkünstlern entsteht, die die Raffinesse der Magie immer weiter und weiter auf die Spitze treiben. So kann sich der Raubzug von "Now You See Me" schon in die Reihe der großen Leinwand-Heists einreihen, neben Drahtziehern wie Frank Ocean und Thomas Crown.
Natürlich kann mit Besserwisserei, Erfahrung und ein bisschen Fantasie den großen Trick der Magier entlarven und das ganze Konstrukt einstürzen lassen. Aber das will man gar nicht. Es macht viel mehr Spaß sich einfach mitreißen zu lassen. Denn man muss dem Cast lassen, dass er zwar überdurchschnittliche Hollywood-Allstar-Besetzung bietet, diese aber dafür sehr sympathisch ist. Jesse Eisenberg (The Social Network, Zombieland) als arroganter Besserwisser, Woody Harrelson (Zombieland) als selbstüberschätzer Aufschneider, Isla Fisher (Der große Gatsby) als taff-charmante Entfesslungskünstlerin und ein wenig im Hintergrund Dave Franco (Scrubs, Fright Night) als gutgelaunter Trickbetrüger. Auf der anderen Seite, den Jägern wenn man so will, stehen Mark Ruffalo (The Avengers), der als besessener Cop, der im Laufe des Films immer weiter aufblüht und zusehends interessanter wird. An seiner Seite steht Mèlanie Laurent (Inglourious Basterds), die zwar süß daherkommt, aber im Grunde immer undurchsichtig bleibt. Zuletzt wäre da noch Michael Caine (Gottes Werk und Teufels Beitrag, Inception) der als Mäzen Arthur Tressler, der eine unglaublich schlagfertige Szene zusammen mit Morgan Freeman hat. 

Man erfährt nicht allzu viel über die auftretenden Personen, im Grunde auch nur das Nötigste. Es bleibt auch nie viel Zeit für lange Erklärungen, denn der Film legt ein stetiges Tempo vor, was der Spannung auch zuträglich ist. Standbilder gibt es sehr selten, denn die Kamera ist immer in Bewegung.
Fazit.
"Die Unfassbaren - Now You See Me" ist ein unterhaltsamer Film, der sein Kinogeld alle Mal wert ist. Mit einer interessanten und verstrickten Story, sympathischen Charakteren und einer guten Portion Spannung hat Louis Leterrier einen rasanten Thriller geschaffen, von dem man sich gerne hinters Licht führen lässt. Also: "Kommen sie ganz nah ran. Denn je mehr Sie zu sehen glauben, desto einfach er ist es, Sie zu täuschen."





Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Unfassbaren_%E2%80%93_Now_You_See_Me
Bilder:  http://www.mediastinger.com/now-you-see-me-2013-no-extras-after-the-credits/
             http://www.blackfilm.com/read/2012/11/now-you-see-me-trailer/now-you-see-me-24/
             http://captain-obvious.de/review-now-you-see-me/

Kommentare:

  1. Ich muss sagen das dieser Film seit langem mal wieder einer war der mir richtig gut gefallen hat von Anfang bis Ende. Würde ihn mir jederzeit wieder ansehen und kann ihn auch nur weiter empfehlen wenn man Filme in diese Richtung gerne mag. :)
    Für mich hatte der Film das gewisse Etwas von allem. <3

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    1. Er war nicht perfekt, aber doch schon sehr unterhaltsam und hatte wirklich gute Ideen die auch sehr gut umgesetzt wurden. Auch wars mal wieder schön Jesse Eisenberg und Woody Harrelson zusammen spielen zu sehen. Ich finde die beiden können sehr gut miteinander. Hat man ja schon in "Zombieland" gesehen.
      Ich werd ihn mir auf jeden Fall auch auf BluRay kaufen :)

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