11.08.13

Film•Peteback: Pheonix Wright - Ace Attorney


Showdown im Gerichtssaal!

Pheonix Wright - Ace Attorney


Originaltitel: Ace Attorney (逆転裁判, Gyakuten Saiban)
Deutscher Titel: Pheonix Wright - Ace Attorney
Originalsprache: Japanisch
Erschienen: 2012
Länge: ca. 135 Minuten
Regie: Takashi Miike
Drehbuch: Takeharu Sakurai, Sachiko Ōguchi
Cast: u.a. Hiroki Narimiya, Mirei Kititani, Takumi Saito, Rei Dan, Shunsuke Daito, Akiyoshi Nakao, Akira Emoto, Ryo Ishibashi, Fumio Kohinata

Trailer: Phoenix Wright - Ace Attorney

Kurz gesagt: "Phoenix Wright - Ace Attorney" ist ein japanischer Film aus dem Jahr 2012, von Kultresisseur Takashi Miike. Der Film basiert auf der gleichnamigen Videospielreihe "Pheonix Wright: Ace Attorney" von Capcom. Der Film erzählt die Geschichte des jungen Rechtsanwalts Pheonix Wright, der sich in einem neuen, innovativen Gerichtsverfahren, welches drei Tage dauert, gegen seinen Kindheitsfreund Miles Edgeworth, behaupten muss.




Aufgrund einer hohen Kriminalitätsrate wurde in Japan ein neues Rechtssystem bzw. Gerichtsverfahren eingeführt. Bei dieser neuen Version eines Strafverfahrens ist Geschwindigkeit der ausschlaggebende Faktor. Staatsanwalt und Verteidiger treten in einem bis zu drei Tage dauernden Verfahren gegeneinander an, um den Richter von Schuld bzw. Unschuld des Klienten zu überzeugen. Gerade erst hat der junge Anwalt Pheonix Wright (Hiroki Narimiya) seinen ersten Fall erfolgreich abgeschlossen, da wird seine Mentorin Mia Fey (Rei Dan) ermordet, die dadurch berühmt geworden ist, dass sie mit Geister kommunizieren kann. Die Hauptverdächtige ist ihre jüngere Schwester Maya Fey (Mirei Kiritani), wie Detective Dick Gumshoe (Shunsuke Daito) durch erdrückende Beweise und die Aussage eines Zeugen bestätigt. Allein Pheonix glaubt an die Unschuld des jungen Mediums und übernimmt die Verteidigung von Maya. Zur Überraschung des Anwalts muss er in dem Prozess gegen seinen Kindheitsfreund Miles Edgeworth (Takumi Saito) antreten, der bisher jede Verhandlung gewonnen hat, da er sehr gut darin ist, dass System zu seinen Gunsten zu manipulieren. Allerdings ist der Fall nur der Auftakt, denn Mia Fey hat an einem 15 Jahre alten Fall gearbeitet und neue Beweise ans Licht gebracht. Der sogenannte DL-6-Mordfall hat dabei auch Auswirkungen auf Miles Edgeworth und plötzlich sitzt der Staatsanwalt auf der Anklagebank.




Da wären wir also wieder beim Thema "Verfilumg von Videospielen". Ich will da gar nicht mehr lange drauf herumreiten, wie kritisch dieses Thema ist und was man alles falsch machen kann. Dennoch gibt es bei dem heutigen Film ein Detail, was seht ausschlaggebend ist, wie die Adaption eines Videospiels beim Publikum ankommt - der Regisseur. Ähnlich wie bei "Halo 4: Forward Unto Dawn" ist es ausschlaggebend wie sehr sich der Regisseur mit der Materie auseinandersetzt und wie sich mit dem Stil arrangiert.

Die "Ace Attorney"-Reihe ist mit eine der erfolgreichsten, fortlaufenden Reihen auf dem Handheldmarkt. Seit 2005 begeistern sich Nintendo DS-Spieler an den Fällen des Anwalt Pheonix Wright und den Duellen die er sich mit seinem Gegenspieler liefert. Die Serie hat in kürzester Zeit einen Kultstatus erreicht und hat an popkultureller Bedeutung gewonnen.
Nun wurde der Serie die Ehre zuteil verfilmt zu werden und das von dem japanischen Kultregisseur Takashi Miike (Audition, 13 Assassins, Ichi the Killer). Dabei leugnet er auch gar nicht die Herkunft des Stoffes und macht offen klar, dass es sich hier um eine etwas surreale Welt handelt in der so einiges möglich sein kann und das gezogen auf über zwei Stunden Spielzeit. Schon wenn man sich die Namen der handelnden Personen anschaut, merkt man, dass es hier nicht um ein trockenes Gerichtsdrama geht, sondern um ein rasantes "Katz und Maus"-Spiel. Pheonix Wright, Miles Edgeworth, Larry Butz, Dick Gumshoe und der Oberanwalt Manfred von Karma. Die Namen hintersinnig und teilweise beschreibend für ihren Charakter und ihr Wesen. Wie in den Spielern geht es auch darum Indizien und Hinweise zu finden und dann im Gericht zu präsentieren um das Plädoyer zu stützen und den Gegner in Bedrängnis zu bringen. Gegner? Oh ja. Das neue Verfahren der Justiz ist ein eiskalter Schlagabtausch, eine Art "Street Fighter" im Gerichtssaal. Die Indizien werden dem Gegner vor die Nase geknallt und das ist gar nicht mal so falsch formuliert. Mit einer energischen Wurfbewegung und einem "Nimm das!" wird ein holografisches Bild in Richtung Staatsanwalt, Richter oder Jury geschleudert, während der Gegner mit einem geschickten "Einspruch!" das Hologramm aus der Luft wischt.
Teilweise vergisst man schon, dass es hier um eine Schuld- oder Unschuld-Frage geht und um Gerechtigkeit und Wahrheit. Gerade der Staatsanwalt Miles Edgeworth ist dafür bekannt, dass er Beweise manipulieren kann, Zeugen einschüchtert und Sachverhalten neu verschachtelt und interpretiert. Gerade in dem Fall stoßen die beiden Kindheitsfreunde Wright und Edgeworth aufeinander und auch gegeneinander, wobei aber jeder seinen ganz eigenen Charme behält und trotzdem merkt man, auf welcher Seite man stehen sollte, wenn es um die Gerechtigkeit geht. Das klingt zum teil etwas bierernst, aber Takashi Miike packt die Grundthematik mit der gewissen Portion Humor und Augenzwinkern und bedient sich an den teils irren, teils originellen Ideen und Einfällen des Spiels.

Ein großen Lob muss man der Ausstattung und der Authentizität des Films aussprechen. Angefangen bei den perfekten Kostümen der Schauspieler die denen aus dem Spiel wirklich 1 zu 1 nachempfunden wurden. Auch die Schauspieler wurden perfekt passend zu den jeweiligen Charakteren ausgewählt, die sie verkörpern sollen. So musste man nicht großartig mit Masken arbeiten, die Gesichtsformen ändern oder Ähnliches. Natürlich ist auch der Gerichtssaal 1 zu 1 übernommen worden und für die Jury bzw. die Zuschauer hat man sich so einiges einfallen lassen. Im Publikum wird man zwischen ganz normalen Leuten auch etwas skurril gekleidete Personen auffinden, als ob sie sich gerade für dieses Event rausgeputzt hätten. Auch geht das Publikum mit der fortlaufenden Verhandlung mit wie bei einem Boxkampf und zuckt zusammen, wenn Indizien präsentiert werden oder ein Einspruch nach dem anderen folgt. Auch hat man sich bemüht ein paar Anime/Manga-Attitüden mit einzubringen. So fällt auch mal der gesamte Gerichtssaal samt Richter geschlossen vom Stuhl als eine aufwändig ausgeführte Erklärung Pheonixs einfach ins Nichts verläuft, weil er sich wieder einmal verzettelt hat.
Fazit.
Takashi Miike hat mit "Pheonix Wright - Ace Attorney" wirklich eine grandiose Adaption der gleichnamigen Videospielreihe geschaffen, welche mit interessanten, authentischen Charakteren, einer abgedrehten Story und einer guten Portion Humor aufwarten kann. Man hat sich bemüht Versatzstücke aus fünf Spielen unterzubringen und das merkt man leider auch, da der Film bei über zwei Stunden Laufzeit nicht ohne Längen auskommt. Hätte man sich auf gute 90-100 Minuten beschränkt, wäre das sicher auch ganz bahnbrechend geworden.





Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://en.wikipedia.org/wiki/Ace_Attorney_%28film%29
Bilder:  http://www.scary-movies.de/film/ace-attorney/
             http://minoru09.blogspot.de/2012/09/review-ace-attorney-movie.html

Kommentare:

  1. Grade im Live-Action-Bereich ist Japan ja auch echt fit und besonders für diesen Film hast du jetzt mein Interesse geweckt. Nicht zuletzt weil ich grade erst angefangen habe die Spiele zu spielen und vor ein paar Tagen genau den Fall erst abgeschlossen habe. Bin jetzt richtig gespannt und muss mal sehen das ich den in die Finger bekomme ^^

    Auch ansonsten ein klasse Artikel

    MfG, Tobias

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke danke. Wenn du sowieso gerade die Spiele spielst, dann darfst du dir den Film auf keinen Fall entgehen lassen. :)

      Löschen