29.09.13

Film•Peteback: The Reaping


Endlich wieder ein Horrorfilm!

The Reaping


Originaltitel: The Reaping
Deutscher Titel: The Reaping - Die Boten der Apokalypse
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2007
Länge: ca. 99 Minuten
Regie: Stephen Hopkins
Drehbuch: Carey Hayes, Chad Hayes
Produktion: u.a. Susan Downey, Robert Zemeckis, Joel Silver
Cast: u.a. Hilary Swank, David Morrissey, Idris Elda, AnnaSophia Robb, Stephen Rea, William Ragsdale

Trailer: The Reaping

Kurz gesagt: "The Reaping - Die Boten der Apokalypse" ist ein US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 2007, von Regisseur Stephen Hopkins. Der Film steht sich um Kathrine Winter, die, seitdem sie ihren Glauben an Gott verloren hat, an der Universität von Louisiana arbeitet und es sich zum Beruf gemacht hat, vermeidliche Gottenwunder zu entlarven. Damit ist sie ziemlich erfolgreich, bis sie ein Auftrag in eine Kleinstadt führt, die angeblich von den Zehn Plagen heimgesucht wird.




Kathrine Winter (Hilary Swank) ist Wissenschaftlerin und war bis zum gewaltsamen Tod ihres Mannes und ihrer Tochter, als Missionarin tätig. Durch dieses herben Schicksalsschlag hat sie ihren Glauben an Gott verloren und hat deshalb ihre Tätigkeit als Missionarin beendet. Seitdem ist sie Professorin an der Louisiana State University und hat es sich zur Aufgabe gemacht, vermeidliche göttliche Wunder zu entlarven und zu widerlegen. Ihr neuster Auftrag führt sich in die Kleinstadt "Haven" in Louisiana, inmitten der Sümpfe. In dem Städtchen soll es anscheinend Vorkommnisse geben haben, die den Zehn Geboten ähneln. Die christlichen Bewohner des Ortes halten die kleine Loren McConnell (AnnaSophia Robb) für die Ursache allen Übels. Als die ersten Plagen eintreten, Flüsse werden zu Blut, Frösche fallen vom Himmel, das Vieh stirbt, ist Kathrine klar, dass es sich hier wirklich um die Zehn Plagen handeln muss und dass das Mädchen Loren wirklich etwas damit zu tun hat. Wichtig ist nun, die letzte Plage abzuwenden, das Sterben aller Erstgeborenen.




Horrofilme die sich mit dem Thema Religion auseinandersetzen haben schon einmal eine gute Grundvoraussetzung unter die Haut zu gehen. Besessene Menschen, Kämpfe mit Dämonen oder dem Teufel himself oder abgedrehte Sektenmitglieder und Kultanhänger. Das ist der Stoff aus dem Horrorfilm-Träume sind. Allerdings kann dabei auch sehr viel schiefgehen, wenn das handwerkliche Können nicht ausreicht, oder man dem Film nicht genug Atmosphäre einräumt.
Wie man im Vorspann und vielleicht schon an den Produzenten sehen kann, handelt es sich hier um einen Horrorfilm des Studios "Dark Castle", welches schon für Film wie "Gothika", "Ghost Ship" oder "House of Wax" war. Joel Silver (Lethal Weapon 1-3, Stirb Langsam 1-4) und Robert Zemeckis (Forest Gump, Cast Away) haben diese Produktionsfirma gegründet und dazu noch sehr viel Erfahrung mit, was die Regie angeht. Das typische an Dark-Castle-Filme ist, dass sie handwerklich sauber gemacht sind und man die Ideen hinter dem Filmen auch sieht, aber es mangelt dann oft an der Ausarbeitung der Story und den Figuren. Die Geschichte für "The Reaping" stammt von Chad und Carey Hayes, welche schon das Drehbuch für "House of Wax" zu verantworten haben. Dieses mal haben sie das Drehbuch nicht ganz so sehr in den Sand gesetzt, wie noch bei der Geschichte um einen Wachs-Killer, allerdings wird man als geneigter Horror- und Thriller-Fan auch hier nicht überrascht werden. Man hat zwar versucht interessante Wendungen in den Film einzubauen, aber das endet auch mehr gewollt als gekonnt und was den Spannungsaufbau angeht, ist "The Reaping" auch kein Glanzstück.
Für die Regie zeichnet sich Regisseur Stephen Hopkins verantwortlich, der mit Filmen wie "Nightmare on Elmstreet 5" oder "Predator 2" auch Filme der härteren Sorte gedreht hat, auch wenn er im Horror-Genre nicht wirklich zu Hause ist. Besonders hervor stachen diese Filme aber auch nicht. Hier zeigt er aber, dass er ein gutes Gefühl für Bilder hat und die biblischen Plagen, wie der rot-gefärbte Fluss und die Heuschrecken sehen wirklich sehr gut aus und sind wirklich gut in Szene gesetzt. Auch was die Atmosphäre angeht hat Hopkins einiges auf dem Kasten, denn die aufgeheizte Stimmung und die latente Bedrohung durch die Plagen sind allgegenwärtig und auch das Klima der Sümpfe wurde gut eingefangen und wie es sich auf die handelnden Personen auswirkt. Hopkins hat sich anscheinend auch dazu entschieden, gegen den Strom zu schwimmen, was das Grauen angeht. In "The Reaping" gibt es keinen bis kaum Hau-Drauf-Horror und man spart sich explizite Gewaltdarstellungen. Hätte er die subtile Darstellung auch bis zum Ende durchgehalten, wäre jenes auch nicht ganz so vorhersehbar gewesen.

Zu der Besetzung lässt sich nicht viel sagen. Hilary Swank sticht natürlich am meisten hervor und kann auch mit einem soliden Schauspiel überzeugen. Allerdings kann man nicht ganz nachvollziehen, wieso die zweifache Oscarpreisträgerin in einem mittelmäßigen Horrofilm mitspielt. Schön zu sehen, ist aber ihr Zusammenspiel mit Idris Elba, die als gegensätzliches Paar sehr gut funktionieren. Zwar mit unterschiedlichen Weltanschauungen, da sie Atheistin ist und er Christ, funktionieren die beiden gemeinsam aber sehr gut und können auch überzeugen. Ein Wort noch zu AnnaSophia Robb, die schon aus "Charlie und die Schokoladenfabrik" und "Brücke nach Terabithia" bekannt ist. Sie hat in dem Plagen-Spektakel zwar sehr wenig Text, kann in ihren unheimlichen Auftritten aber überzeugen und wird dem Zuschauer noch länger im Gedächtnis bleiben.
Fazit.
"The Reaping" kann man sich durchaus mal ansehen, wenn man mit der Thematik um Religion und die Zehn Plagen etwas anfangen kann. Dennoch sollte man sich darüber im Klaren sein, was man dann bekommt. Der Film ist ziemliche Massenware und kann auch durch keine Besonderheiten hervorstechen. Er hat gute Bilder, eine annehmbare Story und spürbare Atmosphäre, ist aber auch nur mäßig bis gar nicht spannend. Probieren kann man's ja mal.






Bis dahin - Tschödeldö






Fazit:   http://de.wikipedia.org/wiki/The_Reaping_%E2%80%93_Die_Boten_der_Apokalypse
Bilder: http://godgunsgutsguitars.wordpress.com/2010/04/22/religious-horror-film-spotlight-the-reaping/
             http://www.gamesfun-online.de/dervideospieler_de/?p=308
             http://www.childstarlets.com/captures/moviesa/arreapinghd0002.html
             http://journeywithjair.blogspot.de/2012/11/the-reaping.html

25.09.13

In Nuce #12 ~ Ein superheißes Spiel


Superheiße Action! Superheißer Spaß! Ein superheißes Spiel!


Aus Zufall bin ich letztens auf ein sehr interessantes Spiel gestoßen. SUPERHOT. Der Name ist Programm. Jedenfalls irgendwie. "SUPERHOT" ist ein "time-moves-only-when-you-move"-Shooter, wie die Entwickler es nenne. Alles ist in einfachster Grafik gehalten, denn es geht hier nur um das Spielprinzip und die Idee.

Die Grundidee des Spiels ist, dass die Zeit komplett still steht, wenn man sich nicht bewegt. Das bedeutet, dass man solange nicht beschossen werden kann, wenn man still steht. Wenn man sich allerdings bewegt, geht die Schießerei los. Ziel ist es, eine bestimmte Anzahl von Gegnern auszuschalten ohne getroffen zu werden. Jeder Treffer ist ein One-Hit. Dabei hat "SUPERHOT" den Charakter einer Schießbude, in der man auf Zielscheiben schießt, die sich allerdings wehren. Die Gegner sind nur rote, schemenhafte Gestalten, nichts weiter als Zielscheiben. Die Prämisse, dass man die Zeit kontrolliert ist nicht unbedingt neu, macht aber ziemlich Spaß, da sich "SUPERHOT" auch ein wenig anfühlt wie ein Knobelspiel, wie man nun durch die Level kommt ohne getroffen zu werden und trotzdem alle Gegner auszuschalten. Dabei muss man natürlich auch noch bedenken, dass man immer wieder die Waffen der Gegner aufsammeln muss, um Munition zu erhalten.

"SUPERHOT" entstand im Rahmen des '7DFPS'-Contests. '7DFPS' ist ein Projekt, welches darauf ausgelegt ist, Shooter-Ideen in die Tat umzusetzen. In sieben Tagen soll ein Shooter programmiert werden und wie dieser aussieht ist völlig egal. Es geht um die Idee, das Konzept und das Spiel an sich. Shooter sollen interessant bleiben und sich von der generischen Masse der AAA-Titel abheben. "SUPERHOT" ist ein gutes Beispiel, wie so etwas aussehen sollte. Auf der Seite gibt es noch einige Spiele, die man sich ansehen und ausprobieren kann. 

Auch schön zu sehen ist, dass sich sich Engine-Anbieter/Entwickler mit in das Projekt einklinken und ihre Engine gratis oder günstiger anbieten, damit den Programmieren ein wenig unter die Arme gegriffen wird. "SUPERHOT" läuft zB. auf der Basis der Unity-Engine. Außerdem haben die Entwickler einen kleinen Rekord aufgestellt, denn ihr Spiel wurde in nicht weniger als fünf Tagen bei 'Steam-Greenlight' durchgewunken und wird nun weiterentwickelt, um eine Vollversion herauszubringen. Ich halte meinen Geldbeutel schon einmal bereit.




Bis dahin - Tschödeldö



22.09.13

Film•Peteback: Das Leben ist schön


Nach Anime-Adaptionen kommen wir diese Woche zu einem Film mit einer eher ernsteren Thematik.

Das Leben ist schön


Originaltitel: La vita è bella
Deutscher Titel: Das Leben ist schön
Originalsprache: Italienisch, Deutsch, Englisch
Erschienen: 1997
Länge: ca. 116 Minuten
Regie: Roberto Benigni
Drehbuch: Vincenzo Cerami, Roberto Benigni
Cast: u.a. Roberto Benigni, Nicoletta Braschi, Giustino Durano, Giorgio Cantarini, Horst Buchholz, Lidia Alfonsi, Marisa Paredes, Sergio Bustric

Trailer: Das Leben ist schön

Kurz gesagt: "Das Leben ist schön" ist eine italienische Tragikomödie von Regisseur und Schauspieler Roberto Benigni, aus dem Jahr 1997. Benigni schreibt außerdem am Drehbuch mit und spielte auch die Hauptrolle in seinem Film. Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges steht bevor und der jüdische Italiener Guido meistert sein Leben auf humorvolle und optimistische Art und Weise. Alles ändert sich allerdings, als Guido und seine Familie von Nazis deportiert und in ein Konzentrationslager gesteckt werden.




Die Haupthandlung besteht aus zwei offensichtlichen Handlungsabschnitten. Der erste Abschnitt spielt kurz vor dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges und zeigt, wie der jüdische Italiener Guido (Roberto Benigni) auf humorvolle Art und Weise sein Leben meistert und seiner angebeteten "geliebten Prinzessin" Dora (Nicoletta Braschi) den Hof macht. Er gewinnt sie dann auch als Ehefrau und beide bekommen einen Sohn, den kleinen Giosuè (Giorgio Cantarini). Seinen Lebensunterhalt verdient sich die kleine Familie, indem Dora als Lehrerin in einer Kleinstadt arbeitet und Guido eine kleine Buchhandlung führt, in welcher der kleine Giosuè auch tatkräftigt mithilft. Sein liebstes Spielzeug ist übrigens ein kleiner Panzer, der im zweiten, folgenden Handlungsabschnitt eine größere Bedeutung bekommt. Der zweite Teil beginnt mit der Deportation von Guido und Giosuè in ein Konzentrationslager. Dora, welche eigentlich nicht deportiert werden sollte, folgt freiwillig ihrem Mann und ihrem Sohn. Um seinen Sohn vor der unmenschlichen Realität eines Konzentrationslagers zu beschützen, erzählt ihm Guido, das es sich um ein sehr kompliziertes Spiel handelt. Wer die Regeln streng befolgt und am ende die Höchstpunktzahl erreicht, gewinnt einen echten Panzer. Hierbei versucht der besorgte Vater sein Möglichstes um die Fassade der Täuschung aufrecht zu halten, selbst wenn er dafür mit seinem Leben spielt.




Filme die sich mit den zweiten Weltkrieg beschäftigen sind auch immer eine Sache für sich. Wenn die Regisseure es ordentlich machen wollen, dann greifen sie oft zu ungeschönten Bildern, dabei ist es egal, um welche tragischen Ereignisse es sich handelt. Andere arbeiten da eher auf subtilere Art und Weise und versuchen eine dichte Atmosphäre zu erschaffen um den Zuschauer einzufangen und zu berühren. Roberto Benigni zeigt in "Das Leben ist schön", wie man es auch auf eine ganz andere Art und Weise machen kann.

Wie schon oben im Plot erwähnt, besteht der Film aus zwei Handlungsabschnitten, die teilweise recht gegensätzlich sind, aber sich auch gegenseitig ergänzen. Der erste Teil, der sich mit Guidos Beziehung zu der schönen Dora beschäftigt, ist ausgelassen, verspielt und zeugt von komödiantischen Talent des Regisseurs, Drehbuchschreibers und Hauptdarstellers Benigni. Dazu spielt sicher noch sein Hang zur Selbstverliebtheit eine Rolle. Dabei schwankt der Humor zwischen leicht verträglichen Slap-Stick-Einlagen und flachen Witzen in Dialogen, bis zu Tänzen in knapper Abgrundnähe. So parodiert Guido in einer Szene einen Rassenkundevortrag in einer Schule. Da gehört schon einiges an Mut und Verständnis dazu, schwarzen Humor darauf aufzubauen.
Richtig interessant wird die Handlung erst, als die Familie in ein deutsches KZ deportiert wird, was auch den zweiten Handlungsabschnitt einläutet. Guido hat schon immer versucht, die beklemmende Realität der Vorkriegszeit mit Rassenideologie, Soldaten und Angst, seinem Sohn so schön wie möglich zu gestalten und die schrecklichen Wahrheiten hinter Humor und kindgerechten Erklärungen zu verstecken. Das gipfelt darin, dass er seinem Sohn Giosuè die Deportation als ein großes Planspiel verkauft, wo man am Ende einen Panzer gewinnen kann. Wer weint oder Fragen stellt, verliert Punkte. Und Giosuè will diesen Panzer unbedingt. Und plötzlich verbindet sich spielerischer Humor mit der harten Thematik des Holocaust, was eine Gratwanderung bedeutet, die selten ein Regisseur überhaupt gewagt hat. Da übersetzt Guido die Anweisungen eines deutschen Offiziers ins italienische und übersetzt natürlich Spielregeln, anstatt des genauen Wortlauts. Verwirrte Gesichter seiner Mitinsassen waren seine Ernte. Selbst Chaplin mit "Der große Diktator" wusste nicht um das ganze Ausmaß des Verbrechens, was sich im Deutschen Reich abspielte. Und so ist es noch um einiges bewundernswerter, wie Benigni mit dieser schwierigen Aufgabe umgegangen ist.
Wo Chaplin noch einen aufklärerischen Auftrag verschrieben hat und mit "Der große Diktator" die Menschen der 40er Jahre um den Faschismus wachrütteln wollte, sieht es Benigni ein wenig anders. Er konzentriert sich auf das vertrackte Lügenkonstrukt, welches er immer weiter spinnt, sodass er selber oft nur schwerlich Auswege findet. Er verarbeitet dabei auch keine aufklärerischen Aspekte, sondern vertraut darauf, dass der Zuschauer schon alle nötigen Informationen mitbringt und auch mit der Materie vertraut ist.

Es wird dazu noch an "harten" Bildern gespart. Das Lager wirkt wirklich wie eine Kulisse und auch Leichen werden nur Schemenhaft dargestellt, was im Kontrast zur beliebten "Authentizität" steht, welche zum Beispiel in "Schindlers Liste" zum Einsatz kommt. "Das Leben ist schön" ist also um einiges diskreter. Außerdem spart sich Benigni auch die üblichen Sentimentalitäten, wenn es dann doch mal zu einem offensichtlichen Tod kommt. Auch wirkt der Film sehr unpolitisch und vermittelt keine offensichtliche Moral. Dennoch ist der Ausruf "Wir haben gewonnen!" des kleinen Giosuè doch schon eine Interpretation wert, wenn man bedenkt, dass es sich hier um einen Film mit einer Widerstandthematik und keiner Fluchtthematik handelt. Ein starker Mann, der sich trotz aller Umstände dem Faschismus nicht unterworfen hat, sondern ein Gegenprogramm entwickelte. Das ist doch mal ein Gedanke wert.
Fazit.
"Das Leben ist schön" ist ein lebensbejahender Film mit einer sehr speziellen Ausgangssituation und auch sehr speziellen Charakteren. Der Film schafft es einen zum Lachen zu bringen und wischt einem dann auch schon bald wieder das Lächeln aus dem Gesicht. Wer was für Tragikomödien übrig hat, der sollte sich diesen Klassiker wirklich mal anschauen.





Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Leben_ist_sch%C3%B6n
Bilder:  http://www.moviepilot.de/movies/das-leben-ist-schoen
             http://filmbooks.wordpress.com/2010/11/26/la-vita-e-bella/
             http://curiosando708090.altervista.org/wp-content/uploads/2010/12/LA-VITA-%C3%A8-bella-scena-carrarmato.jpg
             http://www.soprattutto.co/2013/07/21/cultura-e-scienza/cinema/la-vita-e-bella-in-memoria-di-vincenzo-cerami/

20.09.13

Das 'Monster Hunter'-Tagebuch #2





Liebes Tagebuch,

ich habe heute auf eigene Faust das Dorf erkundet und ich muss sagen, hier lässt es sich noch lange aushalten! Ich habe mich als erstes bei der Dorfchefin vorgestellt, die in der Nähe der Jägerhalle und der heißen Quellen zu finden war. Eine sehr freundliche und höfliche Frau. Sie hat mich herzlich im Dorf willkommen geheißen und hat mir nahegelegt mich gründlich umzuschauen und mit den anderen Dorfbewohnern zu sprechen. An einigen von ihnen bin ich auf dem Weg zu den heißen Quellen schon vorbei gekommen. Die Dorfchefin ist allerdings kein Mensch, wie ich es eigentlich vermutet hatte. Sie gehört einer menschenähnlichen Daseinsform an, die sich durch ihre übergroßen, spitzen Ohren auszeichnet. Ich weiß nicht viel über diese Daseinsform, nur das sie schon sehr alt ist, älter als das Volk der Menschen. Sie werden Drachenmenschen oder auch Wyverianer genannt. Der Schmied des Dorfes gehört anscheinend zum selben Volk.

Wo ich schon gerade beim Schmied bin. Er war der erste mit dem ich gesprochen habe, als ich das Dorf erkundete. Er ist zwar sehr klein und wirkt schwächlich, ist meines Wissens aber ein gefeierter Meister seines Fachs. Ich werde seine Dienste sicher schon bald in Anspruch nehmen. Gleich bei ihm, was seine Gehilfin, eine nette, junge Dame die Standardwaffen- und Rüstungen verkauft und bei der ich Selbiges auch verkaufen kann. Gleich neben der Schmiede sitzt der alte Felyne-Meister, der im Prinzip genau das Gleiche macht, wie der Schmied - er fertigt Waffen und Rüstungen an. Allerdings nicht für mich, sondern für meine Felyne-Kameraden. Trotz meines Respekts vor ihm, muss ich sagen, dass seine Auslagen wirklich putzig aussehen. Kleine Helme und Kappen, aus dem verschiedensten Materialien, genau wie die Rüstungen. Kleine Schwerter, Hämmer aus großen Nüssen, Spitzhacken aus Kristallen und Keulen aus Knochen. Sehr interessant anzuschauen.

Unweit der Schmiede liegt der Gemischtwarenladen. Dort werden verschiedene Gegenstände verkauft, wie Tränke, Kräuter, Pilze, Fleisch, Nüsse, verschiedene Munitionsarten und Tinkturen für Pfeile. Auch ein paar Bücher werden dort vertrieben, über die Kombination von Materialien und das Verhalten verschiedener Lebewesen und andere Themen, die für Jäger interessant sein könnten. Vielleicht sollte ich mir davon ein paar zulegen. In der Nähe der heißen Quellen gibt es auch einen wandernden Händler, der ein ähnliches Sortiment anbietet, wie im Gemischwarenladen. Allerdings hat er oft spezielle Gegenstände im Angebot, wodurch man immer mal wieder bei ihm vorbeischauen sollte.
Sehr interessant, war der Besuch der Felynen-Großmutter. Diese alte Frau zieht durch die Dörfer und vermittelt Felyne an Leute und vorrangig an Jäger. Die erste Felyne die man von ihr bekommt ist sogar umsonst! Ich habe mich für eine kleinen hellgrau-getigerten Kameraden entschieden, den ich den Namen 'Lynx' geben habe. Wir werden bestimmt gut zusammenarbeiten, da bin ich mir sicher! Als ich mit dem Farmverwalter gesprochen habe, konnte ich mir die Farm anschauen, welche mir im Vertrag versprochen wurde. Dort wartete auch schon Lynx auf mich. Die Farm ist wirklich ein idyllischer Ort. Dort kann ich Kräuter und Nüsse pflanzen, Fische fangen, Pilze züchte, Insekten anlocken, Bienenstöcke aufstellen und Bergbau betreiben. So lässt sich doch gut wirtschaften.

Als letztes habe ich mit die heißen Quellen und die Jägerhalle angesehen. Dort lässt sich wirklich wunderbar entspannen. Ich habe mir dort auch ein Getränk gekauft, welches meinen Geist belebte. Als ich dann aus dem heißen Wasser stieg, fühlte ich mich kräftiger als je zuvor. Diese heißen Quellen haben wirklich erstaunliche Effekte auf den menschlichen Körper. Durch einen Durchgang kam ich auch direkt von der Jägerhalle zu meinem Haus. Ein nett eingerichtete Behausung mit Schränken, Bett und einer großen Truhe und einer wunderbaren Aussieht auf die Berge. In der Kiste waren schon verschiedene Waffen bereitgelegt worden. Doch, welche sollte ich nehmen? Ich sollte der Jägerschule mal einen Besuch abstatten und ein exzessives Waffentraining machen, um herauszufinden, welche Waffe oder Waffen sich für mich am besten eignen.


Fortsetzung folgt....



17.09.13

In Nuce #11 ~ Ein zeitloser Einblick in die Familie


"In Nuce" ist zurück!
Unser Freund, die Walnuss, hat eine interessante, kleine Perle ausfindig gemacht, die mir auch selber sehr am Herzen liegt und deshalb auch eine Vorstellung in "In Nuce" verdient hat. Hierbei handelt es sich um nichts anderes, als einen Anime-Kurzfilm von Makoto Shinkai.
Wer gerne Animes schaut und auch ein wenig Niveau an Story und Technik legt, der kommt an den Filmen von Anime-Regisseur Makoto Shinkai zwangsläufig nicht vorbei. Mit Filmen wie "The Place Promised In Our Early Days", "5 Centimeters Per Second" und "Children Who Chase Lost Voices" konnte er schon ein breites Publikum mit seinem einmaligen Animationsstil begeistern. Doch liegt die Stärke des Regisseurs auch in den Kurzfilmen wie "She and her Cat" und "Voice of a Distant Star" beweisen. Nicht ohne Grund, ist er auch einer meiner Lieblings-Anime-Regisseure.

Sein neuster Kurzfilm-Streich ist "Dareka no Manazashi" (だれかのまなざし) - engl. "Someone's Gaze". Shinkai schrieb sowohl das Drehbuch für diesen Kurzfilm und führte auch Regie. Für die Produktion war wieder "The Answer Studio" verantwortlich und Miho Suzuki zeichnet sich für die Animationsregie und das Charakter-Design verantwortlich. Man merkt schon, hier spielt wieder alles perfekt zusammen, um sowohl auf Seiten der Geschichte, als auch auf Seitens der Bilder zu überzeugen. Grob gesagt, geht es in dem ca. 7-minütigen Kurzfilm um folgendes:

Die Geschichte spielt, vermutlich, in einer zukünftigen Version von Tokio. Modernere Architektur, Solarzellen auf Häuserdächern und ein wenig mehr Natur hat Einzug in die Stadt gehalten. Ein Wunschbild? Man begleitet die junge Aa-Chan und bekommt einen Einblick in ihren Alltag und ihre Gefühlswelt und wirft auch einen Blick in ihre Vergangenheit. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf das Familienleben und die Beziehungen zu ihren Eltern gelegt, wie sich alles von der Kindheit bis hin zur erwachsenen Frau verändert hat. Alles wird dabei von einer Off-Sprecherin kommentiert und man erhält durch sie auch wichtige Informationen, die die Figuren so nicht preisgeben. Wer die Erzählerin ist, erfährt man erst in den Credits am Ende.
Makoto Shinkai schafft es einen in knapp 7 Minuten wieder mitzureißen und irgendwie zu berühren. Dazu tragen wieder einmal die Bilder bei, die dem Zuschauer geboten werden. Das Tokio der Zukunft sieht wirklich eindrucksvoll und schön designt aus. Das leicht futuristische Setting ist mehr als gelungen, ist glaubwürdig und ist vor allem nicht abgehoben.  Eine kleine Zukunftsvision Shinkais, von der ich hoffe, dass sie Wirklichkeit wird. Auch die Figuren fügen sich wie immer speziell in die Welt ein und wirken wie immer noch ganz so detailliert und glanzvoll wie die malerischen Hintergründe. In dieser Zukunftwelt hat sich Shinkai für eine Thematik entschieden die genau so zeitlos ist, wie auch berührt. Der Fokus liegt auf der Familie von Aa-Chan und thematisiert die Vergänglichkeit des Familienlebens, aber dennoch auch die kraftvolle Bindung zwischen den Familienmitgliedern. Das wird besonders im Rückblick auf Aa-Chans Entwicklung sehr gut beleuchtet. Alles wird auch wieder mal untermalt von einem wunderbar stimmigen Soundtrack.

Wer sich "Dareka no Manzashi" mal ansehen möchte, den Kurzfilm gibt es offiziell auf dem Youtube Channel von 'Proudbox' zu finden. Hier der Link! Und nicht vergessen, schön in HD gucken!




Bis dahin - Tschödeldö



08.09.13

Film•Peteback: Rurouni Kenshin


Diese Woche verschlägt es uns wieder einmal nach Japan.

Rurouni Kenshin


Originaltitel: Rurôni Kenshin: Meiji kenkaku roman tan
Deutscher Titel: Rurouni Kenshin
Originalsprache: Japanisch
Erschienen: 2012
Länge: 135 Minuten
Regie: Keishi Ōtomo
Produktion: Osamu Kubota
Cast: u.a. Takeru Satoh, Emi Takei, Munetaka Aoki, Teruyuki Kagawa, Yu Aoi, Koji Kikkawa, Gou Ayano, Genki Sudo, Taketo Tanaka, Yosuke Eguchi, Eiji Okuda

Trailer: Rurouni Kenshin

Kurz gesagt: "Rurouni Kenshin" ist eine japanische Filmadaption von Regisseur Keishi Ōtomo, aus dem Jahr 2012. Der Film basiert auf der gleichnamigen Manga-Reihe von Nobuhiro Watsuki. Für einen Teil der Produktion zeichnet sich außerdem Warner Bros. und Studio Swan verantwortlich. In dieser Zeit lebt der Vagabund Kenshin, welcher früher ein meisterhafter Attentäter war. Als allerdings ein Mörder mit seinem ehemaligen Namen sein Unwesen treibt, wird Kenshin abermals mit seiner dunklen Vergangenheit konfrontiert.




Japan, 1878.
Japan befindet sich in der Meiji-Periode und steht am Rande eines neuen, gesellschaftlichen Schritts. Den vom rückständigen, abgeschotteten, Feudalstaat zur offenen, wirtschaftgetriebenen Großmacht mit Kontakten ins Ausland. Davon profitieren vor allem diejenigen, die sich mit dem Ex- und Import beschäftigen und somit zu viel Reichtum und Macht kamen. In mitten der Zeiten des Umschwungs und der Ungewissheiten über die Zukunft, zieht der Vagabund Kenshin (Takeru Sato) durch die Lande. Einst war er ein Auftragsmörder namens Battosai, der unzählige Menschen auf dem Gewissen hat. Getrieben von Schuldgefühlen hat er sein früheres Leben aufgegeben und nutzt seine einzigartigen Schwertkampffähigkeiten nur noch um die unschuldigen zu beschützen. Als ihn seine Reise nach Tokio führt, treibt während der Zeit ein Serienmörder sein Unwesen, der unter Kenshins alten Namen "Battosai" wahllos Menschen exekutiert. Involviert in die ganze Geschichte ist auch die junge Kendo-Lehrerin Kaoru Kamiya (Emi Takei), welche den Namen der Kampfschule ihres Vaters reinwaschen will, da der angebliche Battosai angibt, dort gelernt zu haben. So treffen Kaoru und Kenshin schon bald aufeinander, als sie sich gerade im Zweikampf mit dem geheimnisvollen Killer befindet.




Nachdem ich letztens schon ein Lob für die Realfilmumsetzung von "Pheonix Wright: Ace Attorney" ausgesprochen habe, folgt nun der nun die zweite Umsetzung aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dabei verlassen wir den Gerichtssaal und schwingen uns in feudale Japan des 19. Jahrhunderts.

Diese Kulisse ist alle mal sehenswert, da sie ein interessantes, gemischtes Bild liefert, wo sich Einflüsse verschiedener Länder überlagern. Da sich Japan nun mehr den Westen geöffnet hat, halten auch westliche Architektur und Lebenweisen Einzug in den japanischen Alltag. Es gibt zwar immer noch die typischen, japanischen Dörfer mit flachen Gebäuden, wenn es allerdings in Bereiche geht, wo reichere Menschen leben, sieht man typisch-amerikanische Bauweisen und auch die Einrichtung der Räume zeugt von importieren Möbeln und Gegenständen. Tradition trifft Moderne.
Vor diesen Bildern inszeniert Keishi Ōtomo eine fantastische, allerdings auch klassiche Heldengeschichte. Einleitung, Auftritt, Ausbau und finaler Krampf, sprich, die Abrechnung. Allerdings war man auch hier drauf bedacht, sowohl ein breites Publikum anzusprechen, als auch dem eingefleischtem Kenshin-Fan etwas bieten zu können. Da es sich bei der Manga-Vorlage um einen Vertreter des Shōnen-Genres handelt, finden sich natürlich auch die üblichen Klischees die bedient werden, sodass der Kampf rein von den Männern dominiert wird und die weibliche Hauptdarstellerin ein wenig zu blass gestaltet wurde. Man muss dabei aber erwähnen, dass die Charaktere von Manga sehr gut in den Realfilm übertragen wurden und sowohl im Aussehen als auch in den speziellen Verhaltensweisen den gezeichneten Originalen in Nichts nachstehen. Dazu gehört vor allem Kenshins späterer Mitstreiter Sanosuke (Munetaka Aoki), der seine Rolle wirklich grandios spielt und auch für eine gute Prise Humor sorgt.
Man muss den Film zugute halten, dass die Kämpfe wirklich gut in Szene gesetzt wurden und das Kampfverhalten der jeweiligen Figuren wirklich konsequent durchchoreografiert ist. Darauf hat Keishi Ōtomo anscheinend sehr viel Wert gelegt und es sei ihm gedankt. Etwas schwächer fällt dabei die Zeit zwischen den Kämpfen aus, da diese teilweise ein bisschen lieblos geraten sind um nur zur nächsten Szenerie hinzuleiten. Dabei ist es von der Story sehr zuträglich, dass Kenshin eigentlich ein Pazifist und den Kampf vermeiden möchte, aber immer wieder dazu aufgefordert wird. Das macht die Kämpfe noch einmal interessanter, da er versucht den Kampf ohne viel Waffengewalt zu beenden. Auch ist die Story etwas zu sehr gerafft, da man versessen darauf war alle bekannte Figuren im Film auftauchen zu lassen. Dabei muss man natürlich entscheiden, wie man die Überlänger, die der Film nunmal hat, bewertet. Trotzdem hätte man gut 20 Minuten kürzen können.

Fazit.
"Rurouni Kenshin" ist eine gute Adaption des Manga bzw. des Animes geworden und ist sowohl für Fans des rothaarigen Schwertkämpfers, als auch für Unkundige sehenswert. Der Film ist wieder einmal ein Beispiel, wie man einen Anime bzw. Manga ordentlich umsetzen kann, ohne wirklich den Massengeschmack zu bedienen.





Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://en.wikipedia.org/wiki/Rurouni_Kenshin_%282012_film%29
Bilder:  http://xbmcdb.de/index.php?reqNav=movie&objectId=2795
             http://aikawaringo.files.wordpress.com/2013/01/rurouni-kenshin-live-action-charts-copy.jpg
             http://theeoy.com/2013/eoy-2012-rurouni-kenshin-complimentary-passes-giveaway/

04.09.13

Game•Peteback: Deadlight


Der Steam Summer-Sale ist schon etwas länger her, aber man hat ja auch nicht immer die Zeit um alle Spiele sofort zu spielen. Deswegen, komme ich dieses Mal wieder etwas später mit einem Tipp um die Ecke.


"Deadlight" ist im Kern ein Survival-Horror-Side-Scroller-Jump'n-Run vom Entwicklerstudio Tequila Works, aus dem Jahr 2009. Es ist das Erstlingswerk des Studios aus Madrid, welches sich aus ehemaligen Mitarbeitern von Blizzard Entertainment, MercurySteam Entertainment, Pyro Studios, Sony Computer Entertainment Europe und Weta Digital zusammengesetzt hat. Als Publisher hat sich Microsoft gefunden, die das Spiel erst auf als XBox Live Arcade herausbrauchten und später auch für Mircosoft Systeme. Momentan ist das Spiel auch bei Steam erhältlich und ist regelmäßig im Angebot oder als Bundle erhältlich.

Das Unheil kommt mal wieder über die Welt. Durch einen miesen, fiesen Virus wurde ein Großteil der Weltbevölkerung dezimiert und die Infizierten werden zu so genannten "Schatten". Diese Schatten sind aber auch nichts anderes, als standardmäßige Zombies, also nennen wir den Untoten auch beim Namen. Protagonist in diesem apokalyptischen Szenario ist Randall Wayne, der mit seiner Familie in Seattle lebt, oder besser gesagt, lebte. Er ist nämlich auf der Suche nach seiner Familie. Zu Beginn des Spiels sieht man wie Randall mit einigen anderen Überlebenden, darunter sein Freund Ben, auf der Flucht ist und in einem verlassenen Lagerhaus von der Gruppe getrennt wird. Ihr gemeinsames Ziel war der "Safe Point", zu dem sich Randall nun alleine durchschlagen muss.
"Deadlight" könnte man gut als Jump'n'Run für Erwachsene betiteln, wobei die Möglichkeiten der Unreal 3 Engine genutzt werden um kleinere Rätsel einzubauen. Es wird von Anfang an klar gemacht, dass es sich hier nicht um einem Zombie-Slasher handelt, wo eine einzige Figur mit Horden von Untoten fertig werden kann. Ein primäres Spielelement ist die Flucht vor den Schatten, da man Anfang noch komplett unbewaffnet ist und teilweise die Umgebung nutzen muss, um sich die lästigen Biester vom Hals zu schaffen. Survival-Horror halt. Desweiteren gibt es auch einen Ausdauerbalken, der sich je nach Aktion leert. Sei es Rennen, Hangeln oder das Schwingen der Axt. Man sollte also mit der Stamina aushalten.  Wo wir gerade bei der Axt sind, sie ist euer bester Freund. Man kann zwar nur ein paar Schläge mit ihr ausführen, dafür kann man sich aber kleinere Gruppen von 2-3 Zombies entledigen oder sie zurückstoßen um vorbei zurennen. Später im Spiel gibt es auch noch zwei Schusswaffen (Pistole, Schrotflinte) wo man mit Munition aber sparsam umgehen sollte.

Wie schon gesagt, ist die Flucht das beste Mittel um nicht als Zombiefutter zu enden. Dabei ist Randall wirklich gut gerüstet, denn er ist beim Ausdauerlaufen genau so gut, wie beim Klettern, Hangeln und Springen. Man muss wirklich sagen, dass Randall einen guten Assassinen abgeben würde, wie er sich an Stromleitungen entlanghangelt, Häuserwände erklimmt und über metertiefe Abgründe springt.

Wie es mit Randalls Hintergrundgeschichte aussieht, erfährt man durch spielbare Rückblenden oder Zwischensequenzen die in einem comic-artigen Stil gehalten sind und ein wenig an die " The Walking Dead"-Comics erinnern. Dabei erfährt man über die Länge des Spiels immer mehr Details aus Randalls Vergangenheit, bis das Finale die Sicht noch einmal grundlegend ändert. Was den Ausbruch des Virus angeht und die fortschreitende Infizierung der Menschheit, das erfährt man aus sammelbaren Tagebuchseite, Zeitungsartikeln und Bandaufzeichnungen. Wenn man aufmerksam die Gegend beachtet, dann findet man genug Informationen um sich ein gutes Bild der Lage zu machen.
Der Stil des Spiels ist permanent sehr düster und dreckig gehalten. Man befindet sich in keiner Umgebung wo man sich wohlfühlen oder gar sicher fühlen könnte. Zerstörung, Tod und Anarchie an jeder Ecke und der Spieler ist mittendrin und muss damit zurechtkommen. Man nutzt auch die teils zerstörbare Umgebung um kleinere Rätsel zu lösen, die allerdings keinen hohen Anspruch haben. Ein brennendes Fahrzeug auf der Straße versperrt den Weg und auf dem Dach des Gebäudes steht ein angeschlagener Wassertank. Hier muss man nicht mal 1 und 1 zusammenzählen, weil Randall schon von sich aus die Szene analysiert und löst. Man muss dabei aber sagen, dass man sich wirklich vor eindrucksvollen Hintergründen bewegt, die das Ausmaß des Schadens, den der Virus angerichtet hat, noch mal mehr verdeutlicht. Dabei spielt auch das Licht eine dominante Rolle, welches immer sehr schön gesetzt ist und die beklemmende Atmosphäre dazu noch einmal unterstreicht. Dabei sind die Hintergründe auch oft noch belebt, dass sich Zombies in der Ferne bewegen oder etwas brennt oder umfällt. Schön zu sehen ist, dass die Zombies sich dreidimensional bewegen und vom Hintergrund in den Vordergrund kommen können, wenn Randall ihre Aufmerksamkeit erregt. Dabei weiß man nie, was nun aktive und was passive Zombies sind.

Kleine Abstriche muss man bei der Steuerung machen. Randall bewegt sich etwas träge, was vermutlich daran liegt, dass er auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, aber teilweise ist es in gewissen Situationen etwas nervig, wenn man schnell reagieren muss. Auch ist die Steuerung auf dem Xbox-Controller etwas zu träge. Auf der Tastatur läuft es etwas flüssiger, allerdings ist die Tastenbelegung in jedem Fall hinderlich gemacht. Man bekommt schon fast ein Krampf, wenn man mit 'W,A,S,D' steuern muss, gleichzeitig 'Umschalt' halten muss um zu rennen, 'Space' drücken muss um zu springen und dann noch 'Strg' drücken muss, um während des Rennen zu Rollen. Unmöglich so etwas. Die Steuerung so umzustellen, dass mit zwei Händen und der Tastatur ist, ist auch teilweise schwierig, weil man eine Hand an der Maus braucht um eventuelle Zombies abzuwehren.
Fazit.
"Deadlight" ist für den Preis wirklich ein interessantes und unterhaltsames Spiel geworden, dass mit einer intensiven Atmosphäre und einem tollen, apokalyptischen Stil daherkommt, der Zombie-Fans auf jeden Fall ansprechen dürfte. Die Story ist teilweise dürftig, hält aber gut bei der Stange und sorgt am Ende für einen netten Twist, der nicht voraussehbar ist. Die Jump'n'Run-Passagen sind nicht unbedingt anspruchslos, aber dafür lassen die Rätsel wirklich zu wünschen übrig. Auch beider Steuerung muss man ein paar Abstriche machen und sie etwas individualisieren. Wer das richtige "Deadlight" erleben will, der sollte das Spiel auf 'Schwer' stellen und sich gegen die Zombies behauptet, denn da kommt erstrecht das richtige Feeling auf.




Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Deadlight
             http://en.wikipedia.org/wiki/Tequila_Works
Bilder:  http://taigame.com/game-pc/deadlight-dau-tranh-voi-zombie.app
             http://www.mobygames.com/game/xbox360/deadlight/screenshots/gameShotId,578777/&nbsp 
         http://media1.gameinformer.com/imagefeed/featured/microsoft/deadlight/deadlight-554-610.jpg
             http://gamezgeneration.de/wp-content/uploads/2012/04/deadlight.jpg

01.09.13

Film•Peteback: Fright Night


Wisst ihr, was diesem Blog auf jeden Fall fehlt? Vampire! Das ändern wir jetzt...

Fright Night


Originaltitel: Fright Night
Deutscher Titel: Fright Night
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2011
Länge: ca. 106 Minuten
Regie Craig Gillespie
Drehbuch: Marti Noxon, Tom Holland
Produktion: Michael De Luca, Alison R. Rosenzweig
Musik: Ramin Djawadi
Cast: u.a. Anton, Yelchin, Colin Farrell, Christopher Mintz-Plasse, David Tennant, Toni Collette, Imogen Poots, Lisa Loeb, Dave Franco, Sandra Vergara

Trailer: Fright Night

Kurz gesagt: "Fright Night" ist eine US-amerikanische Horrorkomödie aus dem Jahr 2011, von Regisseur Craig Gillespie. Der Film ist eine Neuauflage von "Die rabenschwarze Nacht - Fright Night" von Tom Holland aus dem Jahr 1985. Somit stammt die Idee von Holland und für das Drehbuch wurde die "Buffy - Im Bann der Dämonen"-Autorin Marti Noxon verpflichtet.




Charley Brewster (Anton Yelchin) ist eigentlich ein durchschnittlicher Teenager, bei dem es gerade richtig gut läuft. Er ist vom Nerd zu einem beliebten Schüler aufgestiegen und ist teil einer beliebten Clique. Außerdem datet er das schärfste Mädchen der ganzen Schule. Schöner könnte das Leben doch kaum sein. Alles gerät aber ein wenig ins Wanken, als Charleys ehemals bester Freund Ed (Christopher Mintz-Plasse) ihn darauf aufmerksam macht, dass in letzter Zeit sehr viele Schüler vermisst werden. Charley hat daran allerdings kein Interesse mehr, also erpresst ihn Ed, damit er mit zu zum Haus eine gemeinsamen Freundes kommt, der schon länger nicht mehr in der Schule war, um nach dem Rechten zu sehen. Als Charley mit seiner Freundin Amy (Imogen Poots) bei sich zu Hause ankommt, unterhält sich seiner Mutter gerade mit dem neuen, gutaussehenden Nachbarn Jerry Dandrige (Colin Ferrell). Letztendlich trifft sich Charley doch noch mit Ed beim dem Haus ihres ehemaligen Freundes Adam, welches anscheinend verlassen ist. Während die beiden durch das Haus schleichen erzählt Ed von seiner Theorie, dass gerade der neue Nachbar der Brewsters, Jerry, ein Vampir sei. Sein Haus liegt nämlich im Zentrum des Radius, in dem Leute verschwunden sind. Für Charley ist das blanker Irrsinn und so verlässt er Ed und macht ihm klar, dass sie von nun an nie wieder Kontakt haben werden. Alles ändert sich allerdings an dem Punkt, als Ed nicht mehr zur Schule kommt und Charley bei ihm ein paar sehr interessante Videos findet...




Wer kann schon behaupten, dass er immer ein einwandfreies, harmonisches Verhältnis zu seinen Nachbarn hat. Irgendwie gibt es ja immer einen, den man entweder merkwürdig oder komisch findet und dem man lieber aus dem Weg geht. Kein Wunder, dass Drehbuchschreiber sind gerne mit ihrem Ideen für Horrorfilme und Thriller in die gemütlichen Vororte oder Mehrfamilien- bzw. Apartmentgebäude einnisten.

Man denke da an Beispiele wie "Das Fenster zum Hof", der Klassiker von Alfred Hitchcock. Dieser hat mit "Dusturbia" von D. J. Caruso, aus Jahr 2007, sogar eine nette Hommage bekommen. Andere Beispiele wären zum Beispiel "Meine Teuflischen Nachbaren" von Joe Dante, "Lakeview Terrace" von Neil LaBute oder eben "Die rabenschwarze Nacht", das Original von Tom Holland. Und ob nun das Remake von Craig Gillespie dem gute Ruf des Originals gerecht wird, sehen wir jetzt.
Man kann von Glück sprechen, dass "Fright Night" kein verdrehtes Vampir-Abenteuer wie "Twilight" geworden ist, wobei sich doch gerade Disney die Rechte an einer Neuauflage des 1985er Vampirfilms gesichter hat. Man muss aber sagen, dass man sich größtenteils von Teeny-Vampir-Allüren losgesagt hat, bis halt auf die Grundidee, dass die Hauptperson nun mal ein Teenager ist. Von Ed werden Filme in auf der "Twilight"-Schiene sogar genüsslich durch den Kakao gezogen. Regisseur Craig Gillespie hat es geschafft die stärken des Originals wieder aufzugreifen und kann gleichzeitig ein paar neue Akzente setzen, die dem Film ein bisschen mehr Würze verleihen. Da ist es auch ganz zuträglich, dass man gerade die Buffy-Autorin und Produzentin Marti Noxon für das Drehbuch mit eingespannt hat. Sie hat ja durch die Serie schon Einiges an Blutsaugererfahrung können und spielt hier sowohl mit den übermenschlichen Kräften der Vampire, bleibt aber auch alteingesessenen Genreregeln treu.

Schön zu sehen, dass man hier auch auf die öfter vergessenen Vampir-Regeln eingeht. Vampiren ist es z.B nicht möglich in Häuser einzudringen, zu denen ihnen der Besitzer keinen ausdrücklichen Zutritt gewährt hat. Wie z.B durch eine Einladung. Das bietet guten Stoff für nervenkitzelige Szenen, die auch mehr als einmal gut ausschöpft werden. So rennen Charley und seine Kameraden in ein vermeidlich sicheres Haus, nur um dann zu merken, dass der Vampir dann doch einfach die Türschwelle übertreten kann. Jerry ist ein wahrer Trickser. Gillespie erweist sich dabei als fähiger und feinsinniger Genreregiseur, denn er kostet die Szenen mit Vampir-Konfrontationen mit aller Ruhe aus und stimmt den Humor, der vor allem in Dialogen zum tragen kommt, perfekt ab. Im Kern bleibt "Fright Night" doch ein gradliniger Horrorfilm, der vor allem in den den ersten Zweidritteln sein Potential entfaltet. Einen kleinen Abstrich müsste man auf der technischen Seite machen. Wo im Original noch gut gemachte Masken für das vampirische Äußere sorgten, griff man 2011 auf computergenerierte Transformationen zurück. Diese sind zwar technisch einwandfrei, haben aber leider nicht den Charme der Originalausstattung.
Was bleibt zum Schauspiel zu sagen? Colin Farrell ist in der Rolle des Vampirs Jerry, wirklich eine Augenweide. Er ist ein taffer Burscher, sprich, der Weiße Hai unter den Vampiren. Er spielt die latente Gefahr die von ihm ausgeht wirklich sehr gut und man merk sofort, dass mit ihm eigentlich nicht gut Kirschenessen ist.  Anton Yelchin, der mit die Hauptrolle spielt, verblasst gegen Farrell allerdings ziemlich und ist im Endeffekt ziemlich austauschbar und wächst dem Zuschauer auch nicht ans Herz. Das gleiche gilt für Imogen Poots, die die Freundin von Charley spielen darf und sich in der Opferrolle sehr wohlfühlt. Da wäre noch Christopfer Mintz-Plasse, der den meisten wohl aus "Superbad" bekannt ist, hier aber auf der selben Nerd-Rolle wie immer hängen bleibt. Ein kleines Augenmerk kann man vielleicht noch auf David Tennant, den ehemaligen Doktor Who, legen. Er spielt einen selbsternannten Vampirexperten und Zauberkünstler und gibt sich in einer überdrehten Criss-Angel-Parodie. Schon sehenswert.
Fazit.
"Fright Night" ist eine moderne Vampirgeschichte, die die Ideen des Originals sehr gut aufgreift und ein würdiges Remake bildet. Mit Genreregeln wird hier charmant gespielt und auf eine gute Prise Humor muss man auch nicht verzichten. Colin Farrell ist in seiner Rolle als böses Vampiroberhaupt wirklich sehenswert und gibt einen wunderbaren Antagonisten. Genre-Fans werden hier auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen.





Bis dahin - Tschödeldö






Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Fright_Night_%282011%29
Bilder:  http://www.quadrant.org.au/blogs/qed/2011/10/fright-night
             http://www.the-filmreel.com/2011/08/24/fright-night-2011-or-all-bark-no-bite/
             http://www.aceshowbiz.com/still/00005624/fright_night04.html