22.09.13

Film•Peteback: Das Leben ist schön


Nach Anime-Adaptionen kommen wir diese Woche zu einem Film mit einer eher ernsteren Thematik.

Das Leben ist schön


Originaltitel: La vita è bella
Deutscher Titel: Das Leben ist schön
Originalsprache: Italienisch, Deutsch, Englisch
Erschienen: 1997
Länge: ca. 116 Minuten
Regie: Roberto Benigni
Drehbuch: Vincenzo Cerami, Roberto Benigni
Cast: u.a. Roberto Benigni, Nicoletta Braschi, Giustino Durano, Giorgio Cantarini, Horst Buchholz, Lidia Alfonsi, Marisa Paredes, Sergio Bustric

Trailer: Das Leben ist schön

Kurz gesagt: "Das Leben ist schön" ist eine italienische Tragikomödie von Regisseur und Schauspieler Roberto Benigni, aus dem Jahr 1997. Benigni schreibt außerdem am Drehbuch mit und spielte auch die Hauptrolle in seinem Film. Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges steht bevor und der jüdische Italiener Guido meistert sein Leben auf humorvolle und optimistische Art und Weise. Alles ändert sich allerdings, als Guido und seine Familie von Nazis deportiert und in ein Konzentrationslager gesteckt werden.




Die Haupthandlung besteht aus zwei offensichtlichen Handlungsabschnitten. Der erste Abschnitt spielt kurz vor dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges und zeigt, wie der jüdische Italiener Guido (Roberto Benigni) auf humorvolle Art und Weise sein Leben meistert und seiner angebeteten "geliebten Prinzessin" Dora (Nicoletta Braschi) den Hof macht. Er gewinnt sie dann auch als Ehefrau und beide bekommen einen Sohn, den kleinen Giosuè (Giorgio Cantarini). Seinen Lebensunterhalt verdient sich die kleine Familie, indem Dora als Lehrerin in einer Kleinstadt arbeitet und Guido eine kleine Buchhandlung führt, in welcher der kleine Giosuè auch tatkräftigt mithilft. Sein liebstes Spielzeug ist übrigens ein kleiner Panzer, der im zweiten, folgenden Handlungsabschnitt eine größere Bedeutung bekommt. Der zweite Teil beginnt mit der Deportation von Guido und Giosuè in ein Konzentrationslager. Dora, welche eigentlich nicht deportiert werden sollte, folgt freiwillig ihrem Mann und ihrem Sohn. Um seinen Sohn vor der unmenschlichen Realität eines Konzentrationslagers zu beschützen, erzählt ihm Guido, das es sich um ein sehr kompliziertes Spiel handelt. Wer die Regeln streng befolgt und am ende die Höchstpunktzahl erreicht, gewinnt einen echten Panzer. Hierbei versucht der besorgte Vater sein Möglichstes um die Fassade der Täuschung aufrecht zu halten, selbst wenn er dafür mit seinem Leben spielt.




Filme die sich mit den zweiten Weltkrieg beschäftigen sind auch immer eine Sache für sich. Wenn die Regisseure es ordentlich machen wollen, dann greifen sie oft zu ungeschönten Bildern, dabei ist es egal, um welche tragischen Ereignisse es sich handelt. Andere arbeiten da eher auf subtilere Art und Weise und versuchen eine dichte Atmosphäre zu erschaffen um den Zuschauer einzufangen und zu berühren. Roberto Benigni zeigt in "Das Leben ist schön", wie man es auch auf eine ganz andere Art und Weise machen kann.

Wie schon oben im Plot erwähnt, besteht der Film aus zwei Handlungsabschnitten, die teilweise recht gegensätzlich sind, aber sich auch gegenseitig ergänzen. Der erste Teil, der sich mit Guidos Beziehung zu der schönen Dora beschäftigt, ist ausgelassen, verspielt und zeugt von komödiantischen Talent des Regisseurs, Drehbuchschreibers und Hauptdarstellers Benigni. Dazu spielt sicher noch sein Hang zur Selbstverliebtheit eine Rolle. Dabei schwankt der Humor zwischen leicht verträglichen Slap-Stick-Einlagen und flachen Witzen in Dialogen, bis zu Tänzen in knapper Abgrundnähe. So parodiert Guido in einer Szene einen Rassenkundevortrag in einer Schule. Da gehört schon einiges an Mut und Verständnis dazu, schwarzen Humor darauf aufzubauen.
Richtig interessant wird die Handlung erst, als die Familie in ein deutsches KZ deportiert wird, was auch den zweiten Handlungsabschnitt einläutet. Guido hat schon immer versucht, die beklemmende Realität der Vorkriegszeit mit Rassenideologie, Soldaten und Angst, seinem Sohn so schön wie möglich zu gestalten und die schrecklichen Wahrheiten hinter Humor und kindgerechten Erklärungen zu verstecken. Das gipfelt darin, dass er seinem Sohn Giosuè die Deportation als ein großes Planspiel verkauft, wo man am Ende einen Panzer gewinnen kann. Wer weint oder Fragen stellt, verliert Punkte. Und Giosuè will diesen Panzer unbedingt. Und plötzlich verbindet sich spielerischer Humor mit der harten Thematik des Holocaust, was eine Gratwanderung bedeutet, die selten ein Regisseur überhaupt gewagt hat. Da übersetzt Guido die Anweisungen eines deutschen Offiziers ins italienische und übersetzt natürlich Spielregeln, anstatt des genauen Wortlauts. Verwirrte Gesichter seiner Mitinsassen waren seine Ernte. Selbst Chaplin mit "Der große Diktator" wusste nicht um das ganze Ausmaß des Verbrechens, was sich im Deutschen Reich abspielte. Und so ist es noch um einiges bewundernswerter, wie Benigni mit dieser schwierigen Aufgabe umgegangen ist.
Wo Chaplin noch einen aufklärerischen Auftrag verschrieben hat und mit "Der große Diktator" die Menschen der 40er Jahre um den Faschismus wachrütteln wollte, sieht es Benigni ein wenig anders. Er konzentriert sich auf das vertrackte Lügenkonstrukt, welches er immer weiter spinnt, sodass er selber oft nur schwerlich Auswege findet. Er verarbeitet dabei auch keine aufklärerischen Aspekte, sondern vertraut darauf, dass der Zuschauer schon alle nötigen Informationen mitbringt und auch mit der Materie vertraut ist.

Es wird dazu noch an "harten" Bildern gespart. Das Lager wirkt wirklich wie eine Kulisse und auch Leichen werden nur Schemenhaft dargestellt, was im Kontrast zur beliebten "Authentizität" steht, welche zum Beispiel in "Schindlers Liste" zum Einsatz kommt. "Das Leben ist schön" ist also um einiges diskreter. Außerdem spart sich Benigni auch die üblichen Sentimentalitäten, wenn es dann doch mal zu einem offensichtlichen Tod kommt. Auch wirkt der Film sehr unpolitisch und vermittelt keine offensichtliche Moral. Dennoch ist der Ausruf "Wir haben gewonnen!" des kleinen Giosuè doch schon eine Interpretation wert, wenn man bedenkt, dass es sich hier um einen Film mit einer Widerstandthematik und keiner Fluchtthematik handelt. Ein starker Mann, der sich trotz aller Umstände dem Faschismus nicht unterworfen hat, sondern ein Gegenprogramm entwickelte. Das ist doch mal ein Gedanke wert.
Fazit.
"Das Leben ist schön" ist ein lebensbejahender Film mit einer sehr speziellen Ausgangssituation und auch sehr speziellen Charakteren. Der Film schafft es einen zum Lachen zu bringen und wischt einem dann auch schon bald wieder das Lächeln aus dem Gesicht. Wer was für Tragikomödien übrig hat, der sollte sich diesen Klassiker wirklich mal anschauen.





Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Leben_ist_sch%C3%B6n
Bilder:  http://www.moviepilot.de/movies/das-leben-ist-schoen
             http://filmbooks.wordpress.com/2010/11/26/la-vita-e-bella/
             http://curiosando708090.altervista.org/wp-content/uploads/2010/12/LA-VITA-%C3%A8-bella-scena-carrarmato.jpg
             http://www.soprattutto.co/2013/07/21/cultura-e-scienza/cinema/la-vita-e-bella-in-memoria-di-vincenzo-cerami/

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