04.09.13

Game•Peteback: Deadlight


Der Steam Summer-Sale ist schon etwas länger her, aber man hat ja auch nicht immer die Zeit um alle Spiele sofort zu spielen. Deswegen, komme ich dieses Mal wieder etwas später mit einem Tipp um die Ecke.


"Deadlight" ist im Kern ein Survival-Horror-Side-Scroller-Jump'n-Run vom Entwicklerstudio Tequila Works, aus dem Jahr 2009. Es ist das Erstlingswerk des Studios aus Madrid, welches sich aus ehemaligen Mitarbeitern von Blizzard Entertainment, MercurySteam Entertainment, Pyro Studios, Sony Computer Entertainment Europe und Weta Digital zusammengesetzt hat. Als Publisher hat sich Microsoft gefunden, die das Spiel erst auf als XBox Live Arcade herausbrauchten und später auch für Mircosoft Systeme. Momentan ist das Spiel auch bei Steam erhältlich und ist regelmäßig im Angebot oder als Bundle erhältlich.

Das Unheil kommt mal wieder über die Welt. Durch einen miesen, fiesen Virus wurde ein Großteil der Weltbevölkerung dezimiert und die Infizierten werden zu so genannten "Schatten". Diese Schatten sind aber auch nichts anderes, als standardmäßige Zombies, also nennen wir den Untoten auch beim Namen. Protagonist in diesem apokalyptischen Szenario ist Randall Wayne, der mit seiner Familie in Seattle lebt, oder besser gesagt, lebte. Er ist nämlich auf der Suche nach seiner Familie. Zu Beginn des Spiels sieht man wie Randall mit einigen anderen Überlebenden, darunter sein Freund Ben, auf der Flucht ist und in einem verlassenen Lagerhaus von der Gruppe getrennt wird. Ihr gemeinsames Ziel war der "Safe Point", zu dem sich Randall nun alleine durchschlagen muss.
"Deadlight" könnte man gut als Jump'n'Run für Erwachsene betiteln, wobei die Möglichkeiten der Unreal 3 Engine genutzt werden um kleinere Rätsel einzubauen. Es wird von Anfang an klar gemacht, dass es sich hier nicht um einem Zombie-Slasher handelt, wo eine einzige Figur mit Horden von Untoten fertig werden kann. Ein primäres Spielelement ist die Flucht vor den Schatten, da man Anfang noch komplett unbewaffnet ist und teilweise die Umgebung nutzen muss, um sich die lästigen Biester vom Hals zu schaffen. Survival-Horror halt. Desweiteren gibt es auch einen Ausdauerbalken, der sich je nach Aktion leert. Sei es Rennen, Hangeln oder das Schwingen der Axt. Man sollte also mit der Stamina aushalten.  Wo wir gerade bei der Axt sind, sie ist euer bester Freund. Man kann zwar nur ein paar Schläge mit ihr ausführen, dafür kann man sich aber kleinere Gruppen von 2-3 Zombies entledigen oder sie zurückstoßen um vorbei zurennen. Später im Spiel gibt es auch noch zwei Schusswaffen (Pistole, Schrotflinte) wo man mit Munition aber sparsam umgehen sollte.

Wie schon gesagt, ist die Flucht das beste Mittel um nicht als Zombiefutter zu enden. Dabei ist Randall wirklich gut gerüstet, denn er ist beim Ausdauerlaufen genau so gut, wie beim Klettern, Hangeln und Springen. Man muss wirklich sagen, dass Randall einen guten Assassinen abgeben würde, wie er sich an Stromleitungen entlanghangelt, Häuserwände erklimmt und über metertiefe Abgründe springt.

Wie es mit Randalls Hintergrundgeschichte aussieht, erfährt man durch spielbare Rückblenden oder Zwischensequenzen die in einem comic-artigen Stil gehalten sind und ein wenig an die " The Walking Dead"-Comics erinnern. Dabei erfährt man über die Länge des Spiels immer mehr Details aus Randalls Vergangenheit, bis das Finale die Sicht noch einmal grundlegend ändert. Was den Ausbruch des Virus angeht und die fortschreitende Infizierung der Menschheit, das erfährt man aus sammelbaren Tagebuchseite, Zeitungsartikeln und Bandaufzeichnungen. Wenn man aufmerksam die Gegend beachtet, dann findet man genug Informationen um sich ein gutes Bild der Lage zu machen.
Der Stil des Spiels ist permanent sehr düster und dreckig gehalten. Man befindet sich in keiner Umgebung wo man sich wohlfühlen oder gar sicher fühlen könnte. Zerstörung, Tod und Anarchie an jeder Ecke und der Spieler ist mittendrin und muss damit zurechtkommen. Man nutzt auch die teils zerstörbare Umgebung um kleinere Rätsel zu lösen, die allerdings keinen hohen Anspruch haben. Ein brennendes Fahrzeug auf der Straße versperrt den Weg und auf dem Dach des Gebäudes steht ein angeschlagener Wassertank. Hier muss man nicht mal 1 und 1 zusammenzählen, weil Randall schon von sich aus die Szene analysiert und löst. Man muss dabei aber sagen, dass man sich wirklich vor eindrucksvollen Hintergründen bewegt, die das Ausmaß des Schadens, den der Virus angerichtet hat, noch mal mehr verdeutlicht. Dabei spielt auch das Licht eine dominante Rolle, welches immer sehr schön gesetzt ist und die beklemmende Atmosphäre dazu noch einmal unterstreicht. Dabei sind die Hintergründe auch oft noch belebt, dass sich Zombies in der Ferne bewegen oder etwas brennt oder umfällt. Schön zu sehen ist, dass die Zombies sich dreidimensional bewegen und vom Hintergrund in den Vordergrund kommen können, wenn Randall ihre Aufmerksamkeit erregt. Dabei weiß man nie, was nun aktive und was passive Zombies sind.

Kleine Abstriche muss man bei der Steuerung machen. Randall bewegt sich etwas träge, was vermutlich daran liegt, dass er auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, aber teilweise ist es in gewissen Situationen etwas nervig, wenn man schnell reagieren muss. Auch ist die Steuerung auf dem Xbox-Controller etwas zu träge. Auf der Tastatur läuft es etwas flüssiger, allerdings ist die Tastenbelegung in jedem Fall hinderlich gemacht. Man bekommt schon fast ein Krampf, wenn man mit 'W,A,S,D' steuern muss, gleichzeitig 'Umschalt' halten muss um zu rennen, 'Space' drücken muss um zu springen und dann noch 'Strg' drücken muss, um während des Rennen zu Rollen. Unmöglich so etwas. Die Steuerung so umzustellen, dass mit zwei Händen und der Tastatur ist, ist auch teilweise schwierig, weil man eine Hand an der Maus braucht um eventuelle Zombies abzuwehren.
Fazit.
"Deadlight" ist für den Preis wirklich ein interessantes und unterhaltsames Spiel geworden, dass mit einer intensiven Atmosphäre und einem tollen, apokalyptischen Stil daherkommt, der Zombie-Fans auf jeden Fall ansprechen dürfte. Die Story ist teilweise dürftig, hält aber gut bei der Stange und sorgt am Ende für einen netten Twist, der nicht voraussehbar ist. Die Jump'n'Run-Passagen sind nicht unbedingt anspruchslos, aber dafür lassen die Rätsel wirklich zu wünschen übrig. Auch beider Steuerung muss man ein paar Abstriche machen und sie etwas individualisieren. Wer das richtige "Deadlight" erleben will, der sollte das Spiel auf 'Schwer' stellen und sich gegen die Zombies behauptet, denn da kommt erstrecht das richtige Feeling auf.




Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Deadlight
             http://en.wikipedia.org/wiki/Tequila_Works
Bilder:  http://taigame.com/game-pc/deadlight-dau-tranh-voi-zombie.app
             http://www.mobygames.com/game/xbox360/deadlight/screenshots/gameShotId,578777/&nbsp 
         http://media1.gameinformer.com/imagefeed/featured/microsoft/deadlight/deadlight-554-610.jpg
             http://gamezgeneration.de/wp-content/uploads/2012/04/deadlight.jpg

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