27.10.13

Film•Peteback: Batman: The Dark Knight Returns


Begeben wir uns wieder einmal in die Welt der Comic-Helden.

Batman: The Dark Knight Returns


Originaltitel: Batman: The Dark Knight Returns
Deutscher Titel: Batman: The Dark Knight Returns
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2012/2013
Länge: je ca. 76 Minuten
Regie: Jay Oliva
Drehbuch: Frank Miller (Comic-Vorlage)
Studio: Warner Premiere, Warner Bros. Animation, DC Entertainment

Trailer: Barman: The Dark Knight Returns

Kurz gesagt: "Batman: The Dark Knight Returns" ist ein zweiteiliger Zeichentrickfilm aus dem Jahr 2012 und 2013. Der Film basiert auf der gleichnamigen Graphic-Novel-Vorlage von Frank Miller, von 1986. Regie führte bei diesem Film Jay Oliva, der auch an den Storyboards für "Man of Steel", "Batman: Year One" und "Batman: Under the Red Hood" beteiligt war. Die Story dreht sich um den gealterten Bruce Wayne, welcher sein Alter Ego als Batman abgelegt hat und nun seinen Lebensabend verbringt. Allerdings versinkt Gotham City immer mehr im Chaos aus Gewalt und Kriminalität.




Nach dem Tod seines Partners Jason Todd (2. Robin), war der Billionär und Industriemagnat Bruce Wayne gezwungen, seine Arbeit als Batman aufzugeben. Zehn Jahre später wird Gotham City von Gewalt und Kriminalität regiert und wird von einer neuen Gang, den "Mutanten", terrorisiert. Wayne ist mittlerweile rüstige 55 Jahre alt und pflegt seine Freundschaft zum 70 jährigen Commissioner James Gordon. Der Joker hingegen befindet sich seit Batmans Verschwinden in einem katatonischen Zustand und sitzt ungefährlich in Arkham Asylum ein. Die Geschichte kommt ins Rollen, als sich Harvey Dent alias. Two Face, durch die Hilfe seines Psychologen Batholomew Wolper eine Entlassung aus Arkham erschleicht und im Untergrund von Gotham City verschwindet. Getrieben durch die miserable Situation der Stadt, Dents verschwinden und die Erinnerungen an den Tod seiner Eltern, fühlt sich Wayne dazu berufen seine Arbeit als dunkler Ritter wieder aufzunehmen. Wie der Phoenix aus der Asche erscheint Batman wieder auf der Bildfläche von Gotham City und steht den Bürgern bei. Bei einem vereitelten Überfall rettet er auch die 13-Jährige Carrie Kelley, die völlig überwältigt von Batmans Rückkehr ist und den Traum verfolgt, der neue Robin zu werden. Wayne hat währenddessen andere Probleme, denn die Verbrecherjagd ist für einen Mann seines Alters auch kein Kinderspiel mehr und er kämpft mit seinen körperlichen Einschränkungen. Die Bevölkerung nimmt das Wiederauftreten des Dark Knight gespalten auf, was auch an Wolpers Bedenken liegt, dass Batman seine eigene Arme bzw. seine eigenen Gefolgsleute aufstellen will. Der erste große Showdown steht schon bald an, denn Harvey Dent droht ein Gebäude zu sprengen, wenn man ihm nicht ein massives Lösegeld zukommen lässt...



Ja, eigentlich müsste ich hier eine Doppelkritik schreiben, da wir ja eigentlich mit "The Dark Knight Returns" zwei Filme vor uns haben, die allerdings miteinander verbunden sind. Sprich Episode 1 und Episode 2. Warum man sich dazu entschieden hat gerade zwei Teile rauszubringen, kann man nicht wirklich nachvollziehen. Auch nach dem Anschauen der beiden Teile nicht. Andere Filme machen keinen Hehl daraus die zwei Stunden-Marke zu überschreiten und warum sollte ein Batman-Film davor Halt machen?

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Comic von Frank Miller, welcher als amerikanisches Comic-Mastermind gehandhabt wird. Wem der Name nichts sagen sollte, dem dürften seine Werke "Sin City", "300" und "Ronin" vielleicht etwas sagen, welche teilweise schon verfilmt wurden. Wer die Storys der genannten Comics kennt und Millers Stil bekannt ist, der kann sich schon denken in welche Richtung der dunkle Ritter von Gotham City geht. Eine eigensinnige Interpretation des Batman-Mythos, mit albtraumhaften Anleihen, sodass Batman hier fast zum Antiheld umgeschrieben wird, der selbst in Alan Moors "Watchmen" auftreten könnte.
Gerade bei den Nolan-Batman-Hype ist es nicht verwunderlich, dass sich Warner dazu entschieden hat, den Grundstoff als Zeichentrickfilm auf DVD/BluRay auf den Markt zu bringen. Die Grundthematik eines gealterten Batmans käme nicht an. Es wäre mutig gewesen, aber dennoch ein Verlustgeschäft. Schön zu sehen ist aber, dass man einen Großteil der Comic-Panels des Comics in den Film übernommen hat, doch leider hat man dafür an der storylastigen Intensität und den Biss gespart. Hier wurde von Jay Oliva entschärft wo es nur ging. Gerade zu handzahm im Gegensatz zur Vorlage. Dabei sind die Charakterdesigns der auftretenden Figuren nicht weniger schlecht. Der gealterte Bruce Wayne ist keineswegs schlecht gealtert. Ein rüstiger Mann, großgewachsen mit breiten Schultern und verhärmten Gesichtszügen, die einem schon vom Weiten verraten, dass dieser Man in seinen 55 Jahren schon so einiges mitmachen musste. Ebenso ist eindrucksvoll respekt- und furchteinflößend, auch ohne seine Batman-Montur. Die Gangmitglieder der "Mutanten" sind hier als surreale Cyberpunks dargestellt, die mich ein wenig an Gegner aus "Batman of the Future" erinnern. Aber auch Harvey Dent alias Two Face musste ein Make Over über sich ergehen lassen und kommt nun als einem latent wahnsinnigen Irren gleich, als einem souveränen, von Rache getriebenen  Gegenspielers. All diese Figuren fügen sich wunderbar in die noch düstere Welt von Gotham City ein, die nun noch um einiges verkommener ist, als sie es vor Batmans Auftreten war.

Was die Action angeht hat man sich anscheinend dazu entschieden einen Gang zurückzuschalten. Die meisten Kämpfe wirken ein wenig unbeholfen und fast hölzern. Da waren selbst die Kämpfe der TV-Serie der 90er intensiver. Es mag vielleicht auch daran liegen, dass Wayne nicht mehr auf's Ganze gehen kann, da er auf sich achten muss. Als Mann in den mittleren Jahren hat man nun mal nicht mehr die Kondition und das Durchhaltevermögen, wie noch vor 10-20 Jahren. Daher agiert er in vielen Konfrontationen mit den Mutanten auch eher aus dem Hinterhalten, nutzt die Schatten und verlässt sich einmal mehr auf die Gadgets die sein Anzug zu bieten hat. Trotzdem, ein eher ungewohntes Bild.
Was "The Dark Knight Returns" außerdem fehlt ist ein wenig mehr erzählerische Dichte und Konsequenz. Ein roter Faden ist zwar beständig zu erkennen, allerdings steckt sowohl der erste als auch der zweite Teil voller Längen, die man mühelos hätte umschiffen können. Selbst wenn man dann bei der Länge auf 60 Minuten gekommen wäre, wäre das immer noch gut vertretbar gewesen. Handlungsstränge werden in dahinplätschernden Dialogen oder Showdowns verknüpft, aber irgendwie fehlt einem die Bedeutung und alles wirkt etwas unbefriedigend abgefrühstückt.

Es fällt mir ein wenig schwer hier über Einzelheiten des Films zu sprechen, ohne zu spoilern. Allerdings kann man sagen, dass "The Dark Knight Returns" im zweiten Teil ein wenig mehr wert auf Action legt und das liegt ganz klar an dem Auftritt eines weiteren DC-Heldens. Superman. Er auch leicht gealtert, aber dennoch hat er nichts von seiner übermenschlichen Kraft verloren. Hingegen der Erwartungen kommt es zu einer knallharten Konfrontation der beiden Gesetzeshüter, was wohl den absoluten Höhepunkt des des Film markieren soll. Was allerdings auch bei diesem Aufeinanderprallen fehlt, ist ein besser ausgearbeitetes Drehbuch und ein mutiger Regisseur. Die Ausarbeitung des Skripts ging dabei an Bob Goodman, der eher für seine Arbeit an der TV-Serie "Justice League" bekannt ist und daher konnte man keine kritische Ausarbeitung des Stoffs erwarten. Auch Jay Oliva macht seine Regiearbeit mit mehr Routine als Herzblut und so ist der zweite Teil von der Hintergrundatmophäre eher schwach wie sein Werk "Green Lantern: Emerald Knights". In meinen Augen ist die Adaption größtenteils gescheitert und es wird im Gesamtbild wie eine Verwertung der Vorlage, wie ein lauer Abklatsch.
Fazit.
Was kann man noch sagen. "Batman: The Dark Knight Returns" ist nicht der große Wurf geworden, der er hätte werden können. Mit etwas mehr Konsequenz, Mut und handwerklichem Können hätte man die Vorlage besser adaptieren können und mehr erreichen können, als einen faden Blick auf die Oberfläche. Der Film scheitert an Kleinigkeiten, auch wenn die Charaktere gut ausgearbeitet sind und die Synchro wirklich klasse ist. Dennoch ist der Film für Nichtkenner der Vorlage doch recht sehenswert, wenn man auf Batman steht. Wer die beiden Filme mal runtergesetzt findet, darf gerne mal zugreifen, allen anderen empfehle ich bei der Graphic Novel von Frank Miller zu bleiben oder "Batman: Under the Red Hood".





Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://en.wikipedia.org/wiki/Batman:_The_Dark_Knight_Returns_%28film%29
Bilder:  http://villains.wikia.com/wiki/Joker_%28The_Dark_Knight_Returns%29
             http://lylesmoviefiles.com/2013/01/31/review-batman-the-dark-knight-returns-part-2/
         http://www.comicbookdaily.com/championing_comics/reviews/batman-the-dark-knight-returns-part-2-animated/
             http://www.thedisabledcubicle.com/the-dark-knight-returns-part-1-2-2012-2013

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