13.10.13

Film•Peteback: Lovely Molly


Gruselstimmung, Gruselstimmung!

Lovely Molly


Originaltitel: Lovely Molly
Deutscher Titel: Lovely Molly
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2012
Länge: ca. 100 Minuten
Regie: Eduardo Sánchez
Drehbuch: Eduardo Sánchez, Jamie Nash
Produktion: -
Cast: u.a. Gretchen Lodge, Johnny Lewis, Alexandra Holden, Field Blauvelt, Rosemary Knower, Camilla Zaidee Bennett

Trailer: Lovely Molly

Kurz gesagt: "Lovely Moll" ist ein US-amerikanischer Horrorfilm/Psychothriller aus dem Jahr 2012, von Regisseur Eduardo Sánchez. Der Film lief zuerst unter dem Produktionsnamen "The Possession", wurde aber später umbenannt. Der Film erzählt die Geschichte um Molly und ihren Mann Tim und die merkwürdigen Vorkommenisse in Mollys Elternhaus, welches die beiden nach der Hochzeit bezogen haben. Molly wird von tiefsitzenden Erinnerungen geplagt.




Der Film beginnt mit einer Videoaufnahme mit einer Handkamera von Molly (Gretchen Lodge), die sich für alle ihre Taten entschuldigt und sich dabei ein Messer an den Hals hält. Darauf folgen Szenen von der Hochzeit von Molly und Tim (Johnny Lewis). Die beiden sind nun frisch verheiratet und da passt es doch gut, dass die Kinder das Haus der Eltern geerbt haben und das Paar dort einziehen kann. Mollys Schwester Hannah (Alexandra Holdon) hilft den beiden beim Einzug in ihr ehemaliges Elternhaus. Nicht lange nach dem Einzug wird das Paar in der Nacht von der Alarmanlage geweckt, die durch das Öffnen der Hintertür aktiviert wurde. Verängstigt versucht Tim den vermeidlichen Einbrecher einzuschüchtern, dennoch rufen sie lieber die Polizei. Ein Officer durchsucht das Haus und findet die offene Tür, von der er meint, dass sie wohl nicht richtig geschlossen wurde und es sich um einem falschen Alarm handeln muss. Tim ist sich aber sicher, dass er die Tür ordentlich verschlossenen hat. Einige Tage später muss Tim, als Fernfahrer, für einige Tage die Stadt verlassen und Molly, gelangweilt, macht sich mit einer Kamera auf Erkundungstour durch das Haus. Dabei findet sie einige Sachen, die sie schmerzhaft an ihre Kindheit und ihren Vater erinnern. Als sie ihr ehemaliges Kinderzimmer betritt, hört sie eine weinende Kinderstimme. die aus dem Kleiderschrank zu kommen scheint. Als Tim wieder zu Hause ankommt, findet er Molly nackt in dem Kinderzimmer sitzen, in eine Ecke starrend. Ihre einzigen Worte waren: Er ist noch am Leben...




Wenn man den Namen Eduardo Sánchez liest, dann denkt man an was? Genau. "Blair Witch Project", der Urvater des Found-Footage-Films, einer der besten Vertreter des modernen Horror-Kinos und einer der der wirtschaftlich erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Ende der 90er kam der Streifen in die Kinos und hat Millionen von Kinobesuchern das fürchten gelehrt und andere mit Kopfschütteln aus dem Saal entlassen. Die Meinungen, wie furchteinflößend der Film wirklich ist, gehen weit auseinander. Einer der Köpfe hinter "Blair Witch Project" hat sich also alleine an einen Film gemacht und die Erwartungen sind bei weitem nicht gering.
Sánchez bewegt sich auch bei "Lovely Molly" auf eher klassischen, found-footage-artigen Pfaden, wie er es mit seinem Erstlingswerk schon getan hat. Der Anfang gibt den Ton an, auch wenn es im Gesamtbild nicht allzu viele Szenen gibt, die mit einer Handkamera aufgezeichnet wurden und so ist  der Film auch für Gegner dieses Genres sehenswert. Was mich positiv überrascht hat, sind zum einem die Schocker, die im Verhältnis mild ausfallen, dafür aber sehr kraftvoll inszeniert sind. Es kommt kein "Oh Gott"-Gefühl auf, sondern eher eine Mischung zwischen Ekel, Unbehagen und Verständnislosigkeit. Das wird durch den ernsten Unterton der Geschichte und der Atmosphäre noch unterstrichen, was auch an den Darstellern liegt. Selbst in den ernst angelegtesten Horrorfilmen gibt es immer irgendwie einen Spaßvogel oder eine schräge Gestalt, die der ganzen Szenerie noch ein wenig Humor verleiht. Hier ist dies nicht der Fall. Dazu kommt noch, dass der Zuschauer über die Länge im Ungewissen gelassen wird, was nun genau Sache ist, wenn es um Geschehnisse in der Gegenwart oder Vergangenheit geht. Dennoch scheinen die Erinnerungen an Mollys Vater nicht sehr rosig zu sein.

Handwerklich kann sich "Lovely Molly" auch sehen lassen. Auf viel Blut wird verzichtet und wenn dann doch mal welches zum Vorschein kommt, dann ist es in Maßen verträglich. Es reicht auf jeden Fall um im Zusammenspiel mit der Atmosphäre und der düsteren, beklemmenden Stimmung ein Gefühl der Verstörung zu erzeugen. Dazu trägt natürlich auch die grandiose Hauptdarstellerin Gretchen Lodge bei, die mit unverbrauchten und frischen Spiel einen genialen Blick auf einen psychischem Verfall ermöglicht, aber trotzdem jederzeit attraktiv bleibt. Hervorzuheben sind ihre Blicke, die Mimik und vor allem die stillen Momente, in denen sie durch eine latent auftretende Gefahr, die Stimmung zu zerreißen spannt. Dem Drehbuch ist es wohl geschuldet, dass man sie nicht wirklich kennenlernt, was den Zugang zu diesem Charakter erschwert. Man muss sich schon sehr auf sie einlassen und sich für sie interessieren, um wirklich mit ihr zu fühlen oder Sympathie zu entwickelt. Aber will man das denn auch?
Ein Augenmerk sollte man auch auf die Vertonung des Films legen und dabei spreche ich nicht nur vom Soundtrack, den man wohl in das Genre des Psychodelic einordnen kann. Der Rest ist eher elektronisch geprägt, was den Szenen aber zu Gute kommt, wenn der Sound durch den Hintergrund wabert. Ebenfalls gibt es atmosphärische Sounds und Geräuschkulissen, wie sie in einem älteren Haus vorkommen und eine wohlige Schauerstimmung erzeugen. Umso suspekter sind dann die Szenen, wo es einfach keine Einspielungen gibt und man sich denkt, dass gleich irgendetwas passieren muss. Teilweise fühle ich mich an Stanley Kubricks "The Shining" erinnert, wo auch ein psychischer Verfall gezeigt wurde und die Musik ihren Teil dazu beträgt. Teilweise schräge, bohrende Sounds, die den Zuschauer anspannen sollen, von unreinen Rauschen bishin zum ansteigenden Pfeifton.

Fazit.
"Lovely Molly" ist garantiert kein Meisterwerk, aber bewegt sich schon leicht über den Durchschnitt und weiß durch eine Interessante Geschichte, eine interessante Hauptdarstellerin und durch eine morbide, düstere und beklemmende Atmosphäre überzeugen. Sicherlich nicht nach jedermans Geschmack, aber für flexible Horrorfans oder Freunden von Psychohorror einen Blick wert. Mich hat der Film trotz des geringen Budgets und des niedrigen Preises für die DVD schon sehr überrascht. Man erwartet Trash, bekommt aber etwas, was sehr weit vom gängigen Trash entfernt ist. Aber eines kann man sagen, "Lovely Molly" geht auf jeden Fall unter die Haut.




Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://www.imdb.com/title/tt1707392/
             http://en.wikipedia.org/wiki/Lovely_Molly
Bilder:  http://www.gothic.net/lovely-molly-baphomet-dark-delicacies/
             http://latorredelreloj.blogspot.de/2012/12/lovely-molly.html
             http://cinenematoblog.com/2012/08/28/lovely-molly-2011/
             http://www.movieramblings.com/2012/10/26/dvd-review-lovely-molly/

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