10.11.13

Film•Peteback: After Earth


Begeben wir uns in eine ferne Zukunft und entdecken die Erde ganz neu.

After Earth


Originaltitel: After Earth
Deutscher Titel: After Earth
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2013
Länge: ca. 100 Minuten
Regie: M. Night Shyamalan
Drehbuch: u.a. Gary Whitta, M. N. Shyamalan, Will Smith
Produktion: u.a. James Lassiter, Jada P. Smith, Caleeb Pinkett
Cast: u.a. Jaden Smith, Will Smith, Sophie Okonedo, Zoe Kravitz

Trailer: After Earth

Kurz gesagt: "After Earth" ist ein US-amerikanischer SiFi-Film aus dem Jahr 2013, von Regisseur M. Night Shyamalan. Hauptrollen übernahmen sowohl Will Smith als auch sein Sohn Jaden Smith. Der Film wurde auch maßgeblich von der Smith-Familie finanziert. Der Film wurde außerdem in IMAX-Qualität gedreht, was ein Aushängeschild des Films ist. In einer fernen Zukunft hat die Menschheit die Erde verlassen und hat einen neuen Planeten besiedelt. Dort gerät die Menschheit aber in einen Krieg mit einer außerirdischen Spezies.




Vor tausenden von Jahren hat die Menschheit die Erde aufgrund einer schweren Katastrophe verlassen. Eine neue Heimat bildet der neu entdeckte, erdähnliche Planet "Nova Prime". Allerdings ist auch dort kein Frieden für die Menschen zu finden, denn schon seit einigen Jahren befindet sich die menschliche Rasse in einem Krieg mit einer außerirdischen Spezies. Diese tritt kaum in Erscheinung, sondern hat genetisch konstruierte Wesen erschaffen, die Menschen jagen. Sie werden "Ursas" genannt. Diese Wesen sind blind, können aber menschliche Pheromone auf weite Strecken wittern. Es war der Ranger Cypher Raige (Will Smith) der eine wirksame Taktik gegen die Ursas entwickelt hat. Er schaffte es durch strenge mentale Kontrolle die Angst zu unterbinden und konnte so für die Aliens unsichtbar werden. Diese Technik nennt man "Ghosting". Dadurch entwickelte sich auch eine neue, militärische Einheit. Die Ranger. Die Story setzt dort ein, als Cyphers 13-jähriger Sohn Kitai (Jaden Smith) es wieder einmal nicht schaffte die Ranger-Ausbildung abzuschließen. Vater und Sohn haben ein eher gestörtes Verhältnis zueinander. Trotzdem nimmt Cypher seinen Sohn mit auf eine Trainings-Mission auf einem anderen Planeten. Mit an Bord des Raumschiffes ist auch ein gefangener Ursas, der zu Forschungszwecken verschifft wurde. Das Schiff gerät aber in einen Asteroidenschauer und muss auf einem abgeriegelten Planeten notlanden und bricht dabei auseinander. Alle Crew-Mitglieder bis auf Cypher und Kitai sterben bei dem Absturz. Da sein Vater schwer verletzt ist, muss sich nun Kitai zum Heck des Schiffes aufmachen, um ein Notsignal abzusetzen. Bei dem Planet handelt sich anscheinend um die Erde...



Ich muss vorweg leider zugeben, dass mich die Vielzahl an negativen Kritiken zu "After Earth" davon abgehalten haben, ihn mir im Kino anzusehen. Da der Film nun endlich auf DVD und BluRay erschienen ist, kann man ihn sich ja mal bedenkenlos ausleihen. Normalerweise lasse ich mich von Filmen die schlechte Kritiken bekommen haben ja nicht ins Boxhorn jagen. Allerdings war ich doch skeptisch.

Gerade der Name M. Night Shyamalan lässt bei manchen Filmfreunden und Kritikern schon die Nackenhaare oder Fußnägel nach oben schnellen. Entweder man mag ihn, oder eben nicht. Ich gehöre zur ersten Kategorie. Dabei lege ich keinen Wert auf die ewig gleichen Phrasen, die dem Regisseur hinterhergeworfen werden. Man muss nicht pausenlos bombastische Filme drehen, ein gutes Mittelmaß ist allenfalls ausreichend, wenn der Film einem doch im Gedächtnis bleibt und irgendwie etwas an sich hat, was trotzdem mangelndem Handwerk oder wirrer Story begeistern kann.
Schließen wir erstmal die Dinge aus, die man bei dieser Review komplett vernachlässigen kann. Das sind zum einen die Vorwürfe in Bezug auf scientologische, unterschwellige Botschaften. Man kann ja in jeden Film irgendwelche Botschaften finden bzw. hineininterpretieren. Allerdings bringen auch unterschwellige Botschaften nichts, wenn man sie nicht deuten kann. Von daher geht der Aspekt schon einmal nach hinten los. Zum anderen die Vetternwirtschaft, dass der Vater Will Smith einen Film für seinen Sohn schreibt und auch kräftig finanziert hat. Natürlich will Smith (Wortspiel!) seinen Sohn pushen, damit er es in Hollywood auch weit bringt und Jaden die Rollen bald genau so zufliegen, wie dem Vater. Es lohnt sich also nicht, darüber zu fachsimpeln.

Was steckt also in dem Film? Shyamalan inszeniert hier in erster Linie einen generischen SiFi-Film und besinnt sich dabei auf ausgetretene Fade. Die Erde unbewohnbar, die Menschheit steht am Rande des Abgrunds und stehen dazu noch im Konflikt mit einer Alien-Rasse. Klingt bekannt und gab es hier und dort schon zur Genüge. Dennoch bietet dieser Ausgangspunkt auch Potential. Leider muss man zugeben, dass es hier nicht großartig um die Hintergründe zu den Ereignissen geht. Weder wird genau erläutert, wieso die Erde nun wieder urzeitliche Gestalt angenommen hat, noch, was die Aliens wollen, woher sie kommen und wie sie eigentlich aussehen. Von ihnen bekommt man so gut wie gar nichts mit, außer das sie die Ursas erschaffen haben, die nun Jagd auf die Menschen machen. Der Fakt, dass diese Wesen auf menschliche Angst reagieren, ist dabei schon interessant. Man nimmt eine der am tiefsten verwurzelten Emotionen des Menschen und richtet gerade diese gegen ihn. Fatal! Natürlich ist es einer der Hauptdarsteller, der eine effektive Waffe gegen die Ursas entwickelte und gleichzeitig wird so auch erklärt, wieso er so ist, wie er ist.
Im Vordergrund steht die Beziehung zwischen Kitai und seinem Vater Cypher. Die Namen wurden dabei auch nicht gerade zufällig ausgewählt, wenn man mich fragt. Shyamalan entspinnt hier eine typische Comming-Of-Age-Geschichte. Der Junge auf dem Sprungbrett zum Erwachsenwerden, der seinem Vater, welcher gleichzeitig auch sein Vorbild ist, imponieren will. Er will ihn beeindrucken und etwas wieder gut machen, was er sich einredet, seine Schuld ist. Kitai gibt sich die Schuld an dem Tod seiner Schwester, die von einem Ursas getötet wurde, während er selber als Kind in einem luftdichten Gewächshaus saß. Dabei nimmt ihm sein Vater das nicht mal übel. Es ist einfach sein militärischer Drill und seine Fähigkeit Angst und andere Emotionen zu unterbringen, die ihn so kalt und distanziert erscheinen lassen. Er steckt eigentlich sehr viel Hoffnung in seinen Sohn und möchte seine verstecken Talente wecken. Dorthin gipfelt dann auch der Showdown gegen Ende.

Zur Optik sein gesagt, dass "After Earth" wirklich gut ausschaut. Er bewegt sich nicht auf dem fantastischen Niveau eines "Avatar", kann aber durch eindrucksvolle Bilder und Landschaftsaufnahmen punkten. Die Erde hat sich in einen ursprünglichen Zustand zurückentwickelt, mit tropischen Zonen, wo vorher keiner waren und veränderten Tierarten. Die Atmosphäre hat sich verändert und die Luft nicht atembar gemacht. Der Mensch der einst auf der Erde dominierte, ist nun eine gefährdete, unangepasste Spezies. Dramatische Szenen, wo der junge Kitai mit den Lebewesen des Planeten konfrontiert wird, bieten auch die meiste Action. Ob der Kampf gegen eine Horde Paviane, die Verteidigung gegen Säbelzahntiger oder das eindrucksvolle Luftgefecht mit einem übergroßen Adler. Interessant ist, dass es gerade ein eher kleines Wesen ist, dass für einen der dramatischsten Momente sorgt. Schön dargestellt ist die nächtliche Kälte, die den Planeten mit Frost überzieht und man nur in einigen Hot Spots Schutz suchen kann. Kitai wird auf seiner Reise über den Planeten stets von seinem Vater begleitet, der über Funk und Überwachungsdrohnen immer bei ihm ist und ihm Instruktionen aus dem Raumschiff-Cockpit zukommen lässt. Auch wenn er körperlich nicht anwesend ist, ist seine Gegenwart doch steht spürbar und Kitai in vielen Situationen aufgeschmissen.
Wenn man Shyamalans Film mal herunterbricht, so bleibt leider nicht sehr viel von ihm übrig. Dafür das der Film gute 100 Minuten Laufzeit hat, passiert im Verhältnis sehr wenig. Dennoch verging die Zeit, aus irgendeinem Grund, wie im Flug. Die Story ist nicht unbedingt mitreißend und man wird sich hier und dort über Kitai ärgern, aber dennoch schaut man weiter. Da fällt einem dann doch auf, dass Jaden Smith noch kein vollwertiger Schauspieler ist und das er die Rolle des Hauptcharakters wieder einmal nicht ganz tragen kann. Selbst nicht, wenn ihm sein Vater zuspielt. Es kommt einem eher vor, als würde sich Will Smith bewusst zurückhalten.

Fazit.
"After Earth" bietet mittelmäßige SiFi-Action in einer hübsch-wilden Umgebung. Die Story ist im Grunde banal, reicht aber aus um den Zuschauer bei Laune zu halten. Wenn man sich mit dem Smith'schen Hauptcharaktergespann anfreunden kann, dann wird einem der Film schon Spaß machen. Widererwartend war M. Night Shyamalans Comming-Of-Age-Drama im SiFi-Look nicht so schlecht, wie ihn die teils vernichtenden Kritiken darstellen. Man muss sich nur drauf einlassen. Für einen Filmabend genau das Richtige.





Bis dahin - Tschödeldö






Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/After_Earth
Bilder:  http://www.movieinsider.com/m8144/after-earth/#.Un2bGD9c-Sp
             http://www.movieinsider.com/photos/130134/
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             http://www.movieinsider.com/photos/128508/

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