03.11.13

Film•Peteback: Paranormal Activity: Tokyo Night


Es ist mal wieder an der Zeit für etwas Gruselstimmung.

Paranormal Activity: Tokyo Night


Originaltitel: Paranormal Activity 2: Tokyo Night (パラノーマル・アクティビティ 第2章 TOKYO NIGHT)
Deutscher Titel: Paranormal Activity: Tokyo Night
Originalsprache: Japanisch
Erschienen: 2010
Länge: ca. 90 Minuten
Regie: Toshikazu Nagae
Drehbuch: Toshikazu Nagae
Produktion: u.a. Yasutaka Hanada, Takeshi Kase
Cast: u.a. Aoi Nakamura, Noriko Aoyama, Kazuyoshi Tsumura

Trailer: Paranormal Activity: Tokyo Night

Kurz gesagt: "Paranormal Activity: Tokyo Night" ist ein japanischer Horrorfilm aus dem Jahr 2010, von Regisseur Toshikazu Nagae. Der Film basiert lose auf der amerikanischen Vorlage "Paranormal Activity"von Oren Peli, aus dem Jahr 2007. Die Handlung setzt nach dem amerikanischen Vorbild ein und versucht damit einen alternatives Sequel zu bilden, neben dem offiziellen zweiten Teil "Paranormal Activity 2" von Tod Williams. Die Geschichte dreht sich um die Geschwister Haruko und Koichi Yamano, die mit paranormalen Ereignissen in ihrem Elternhaus zu kämpfen haben.




2010 unternahm die junge Studentin Haruko Yamano (Noriko Aoyama) eine Reise in die USA, nach San Diego, Californien. Dort war sie in einen Autounfall verwickelt in dem sie sich beide Beine brach und wieder zurück nach Tokyo reiste. Nun, an den Rollstuhl gefesselt, ist sie auf ihren 19-jährigen Bruder Koichi (Aoi Nakamura) angewiesen, da ihr Vater Shigeyuki (Kazuyoshi Tsumura) geschäftlich viel in Singapur ist. Eines Morgens stellt Haruko fest, dass sich ihr Rollstuhl nicht an der Stelle neben ihrem Bett befindet, wo sie ihn hat stehen lassen. Das er weggerollt ist schließt die Studentin aus, denn sie hatte die Räder mit der Bremse blockiert. Erst verdächtigt sie ihren Bruder, ihre einen bösen Streich gespielt zu haben, aber dieser gibt sich unschuldig. Zur nächsten Nacht stellt Koichi also eine Kamera in Harukos Zimmer auf und streut einen Salzhaufen aus. Wenn es sich hierbei um ein übernatürlich Phänomen handeln sollte, sollte etwas mit dem Salz passieren. Am nächsten Morgen ist der Salzhaufen auf dem Boden verteilt. Die Geschwister schauen sich die Videoaufnahmen an und können mitbekommen, wie das Salz von unsichtbarer Hand weggewischt wird. Nun haben sie den Beweist, dass etwas paranormales im Haus vorgehen muss...



Ach ja, das leidige Thema "Paranormal Activity". Von den einen geliebt, von den anderen belächelt und auch von vielen gehasst. Ohne Frage, der erste Teil der Found-Footage-Gruselreihe ist wirtschaftlich ein enormer Erfolg gewesen und ist im Verhältnis Aufwand zu Ertrag ein Meilenstein der Filmgeschichte. Ich bin kein Fan des ersten Teils, da ich ihn zwar solide fand, aber leider zu banal. Teil zwei und drei gefielen mir dann schon etwas besser, da sie ein wenig intensiver in der Ausführung der paranormalen Ereignisse waren.

Was von vielen aber vergessen wurde, ist dieses semi-offizielle Sequel aus Japan. Von der Aufmachung her könnte man schon vermuten, dass es sich hier um einen 0815-Film handelt, der nur auf den Zug des paranormalen Found-Footage-Films aufspringen will. Hingegen aller Vermutungen ist "Paranormal Activity: Tokyo Night" eine alternative Fortsetzung zum ersten, amerikanischen Poltergeist-Film von Oren Peli. Die Handlung schließt dabei an eines der Enden des ersten Teils an.
Im Grund hat man nicht nur den Titel der Reihe übernommen, sondern auch die dramaturgische Vorgehensweise und den Aufbau der ersten beiden Teile. Man hat die Handkamera-Action gleich zu Anfang, sogar mit dem Satz "Was machst du da? Ist das eine Kamera? Hör doch auf zu Filmen". Wer schon einmal einen Film aus der Reihe gesehen hat, dem wird es hier im Gedächtnis klingeln. Wieder einmal hat sich ein paranormales Wesen in einem Haus breit gemacht und hat sehr viel Interesse daran, die Bewohner mit seiner Anwesenheit zu belästigen. Hausfriedensbruch der feinsten Sorte. Warum der Poltergeist nun aus den Staaten nach Japan verfrachtet wurde, wird auf der Hälfte des Films kurz und knapp erläutert. Für Kenner gibt es hier nun die Brücke zu dem Vorgänger, was allerdings auch die einzige, handlungstechnische Verbindung ist. Wenn man jedoch unkundig ist, ist das auch kein Beinbruch, denn der Film funktioniert in beider Hinsicht. Für die Kenner gibt es dann halt nur die Insider durch die Vorkenntnisse.

Toshikazu Nagae versucht hier einen eigenständigen Film zu inszenieren, dennoch bleibt die Eigenständigkeit ein wenig auf der Strecke. Der typische pseudodokumentarische Found-Footage-Stil, was ja schon fest verwurzelt ist und so wenig auftretende Personen wie möglich. Hier halt die Geschwister Koichi und Haruko. Die Ereignisse treten auf und es wird nach dem übernatürlichen Grund gesucht, bis die Ereignisse immer intensiver und bedrohlicher werden. Dabei leisten auch die typischen Nachtaufnahmen ihren Teil, wo die handelnden Personen im Bett liegen und man näher an den Bildschirm rutscht um zu erkennen, was nun passiert. Wie man sieht, es ändert sich nicht viel. Neu ist einfach die Aufmachung der japanischen Umgebung und das typisch japanische Schauspiel, was der einzige frische Wind ist. Mir waren die beiden Protagonisten aber um einiges sympathischer als ihre amerikanischen Pendant. Auch sind sie von ihrem Spiel und ihrem Auftreten authentischer und vor allem authentisch panisch. Damit wird eine spezielle Atmosphäre erzeugt, die man nur in diesem Film findet. Nicht so intensiv wie im dritten Teil, aber dennoch spürbar unbehaglich.

Subtiler Psychohorror liegt den japanischen Regisseuren ja irgendwie im Blut, wenn nicht gerade ein kleiner, bleicher Junge am Bettende sitzt oder man durch ein verfluchtest Video seinem Schöpfer gegenübertritt. Nagae baut eine bedrohliche Atmosphäre auf und wandelt damit auch auf traditionellen, japanischen Horrorpfaden. Und es funktioniert. Gerade gegen Ende entfaltet der Film sein volles Potential. Dennoch wünscht man sich hier und dort ein wenig Abwechslung, einen Ausbruch aus dem "Paranormal Activity"-Schema und eigenständige Ideen. Sei wie's sei.
Fazit.
"Paranormal Activity: Tokyo Night" ist ein würdiges, alternatives Sequel zu den ersten, amerikanischen Vorgängerteilen. Der Film kann durch eine intensive Atmosphäre, ein neues Umfeld und sympathische Charaktere punkten. Wer "Paranormal Activity" will, der bekommt hier auch das gewohnte Bild und die gewohnten Abläufe, nur etwas anders verpackt. Anders, aber doch gewohnt. Ein wenig mehr Eigenständigkeit hätte dem Film nicht geschadet, denn Regisseur Toshikazu Nagae scheint das richtige Gefühl für dieses Filmgenre zu haben. Alles in allem ein solides, sehenswertes Spin-Off der Reihe.




Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://en.wikipedia.org/wiki/Paranormal_Activity_2:_Tokyo_Night
Bilder:  http://bloody-disgusting.com/film/114460/paranormal-activity-2-tokyo-night-japan-2/

             http://s2.postimg.org/9xd0mamt0/Paranormal_Activity_21.jpg
           http://youwin.altervista.org/immagini/P/Paranormal%20Activity%20-%20Tokyo%20Night.jpg

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen