15.12.13

Film•Peteback: Holy Flying Circus


Die letzten beiden Wochen ging es hier filmtechnisch eher gruselig und schaurig zu. Deshalb bringe ich in dieser Woche mal wieder etwas Humor auf den Blog.

Holy Flying Circus


Originaltitel: Holy Flying Circus
Deutscher Titel: Holy Flying Circus - Voll verscherzt
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2011
Länge: ca. 90 Minuten
Regie: Owen Harris
Drehbuch: Tony Roche
Produktion: Polly Leys, Kate Norrish
Cast: u.a. Darran Boyd, Charles Edwards, Steve Punt, Rufus Jones, Tom Fisher, Phil Nichol, Michael Cochrane, Roy Marsden, Tom Price, Mark Heap

Trailer: Holy Flying Circus

Kurz gesagt: "Holy Flying Circus" ist eine britische Komödie aus dem Jahr 2011, von Regisseur Owen Harris. Der Film behandelt die Kontroversen, die die Veröffentlichung des Films "Das Leben des Brian" im Jahr 1979 auslöste. Ebenfalls wird die Meinungbildung über die Komikertruppe "Monty Python" thematisiert, wie sie mit den Kontroversen um ihren Film umgehen und sich später in einer Talk Show dafür verantworten müssen.




Der Film setzt an der Stelle ein, als die "Monty Python"-Truppe von ihrem Filmdreh für "Das Leben des Brian" aus Tunesien zurückkommt und von ihrem Manager gesagt bekommen, dass es schon kontroverse Debatten über den Filmgäbe, obwohl diese noch gar nicht in Großbritannien angelaufen ist angelaufen ist. Der Film wurde zuerst in den USA veröffentlicht, wo christliche Gruppierungen schon auf die Barrikaden gingen. Es sollte schwierig werden, sich gegen christlich-religiöse Gruppierungen im eigenen Land durchzusetzen, zumal das Team um John Cleese (Darran Boyd), Michael Palin (Charles Edwards), Eric Idle (Steve Punt), Terry Jones (Rufus Jones), Graham Chapman (Tom Fisher) und Terry Gilliam (Phil Nichol) auch noch mit Rufmord und Falschmedlungen über den Film zu kämpfen haben. Auch werden sie von wütenden Demonstranten verfolgt und bekommen fragwürdige Pakete und Morddrohungen geschickt. Nach vielem Hin und Her und einigen Streiterein soll ein Auftritt in der bekannten Talk Show "Friday Night, Saturday Morning" alle Bedenken der Briten aus dem Weg räumen. Der Programmleiter von BBC Four wittert in diesem Streitgespräch eine gute Story und massiv hohe Einschaltquoten und sucht für die Show eine bissige Gegenpartei zusammen. John Cleese und Michael Palin sollen sich dann mit den Redeführern der Kontraseite, dem Bischof von Southwark, Marvyn Stockwood (Roy Marsden) und dem Autor Malcolm Muggeridge (Michael Cochrane) auseinandersetzen.




Wer erinnert sich nicht mit Freuden an den Film "Das Leben des Brian" der seiner Zeit für viel Furore in Großbritannien sorgte und den Leuten von Monty Python einen Bekanntheitsgrad verschaffte, den sie sich niemals hätten vorstellen konnten. Auch wenn es in erster Linie negative Rufe waren, die um sie groß wurden. Es ging um die Engstirnigkeit der britischen Öffentlichkeit und um Blasphemievorwürfe in Bezug auf Monty Pythons damaligen neusten Film.

Passend zu der Ankündigung der noch lebenden Monty Python Mitgliedern, dass sie 2014 wieder mit einer Show auf der Bühne stehen werden, kommt hier zu Lande endlich ein Film raus, auf den Fans schon lange gewartet haben. "Holy Flying Circus" wurde von der BBC schon 2011 als Fernsehfilm ausgestrahlt und erhielt größtenteils positive Kritiken, was ich nur zu gut nachvollziehen kann. Regisseur Owen Harris und Drehbuchautor Tony Roche kombinieren in dieser Hommage die bekannten Eigenschaften und Schrullen der Männer, nehmen noch Versatzstücke aus ihren Filmen und der Serie "Flying Circus" und mixen daraus einen wirklich authentischen pseudobiografischen Film über den TV-Auftritt von John Cleese und Michael Chapman und dem, was dazu führte.
Erstaunlich, wie es Owen Harris geschafft hat den Geist des Monty-Python-Humors wieder aufleben zu lassen, obwohl keiner von der Truppe am Film oder dem Drehbuch beteiligt war. Es wird hier kein Wert auf bierernste Biografie gelegt. Viel mehr werden reale Ereignisse mit hinzugedachten Nebenhandlungen ergänzt und bereichert. Wie auch die Darsteller von Monty Python selber, übernehmen ihre Schauspieler auch in diesem Film mehrere Rollen. Rufus Jones, der eigentlich Terry Jones gibt, hat auch ein paar amüsante, sinnfreie Auftritte als Michael Palins Ehefrau, die noch verschrobener wirkt, als es ein Monty-Python-Charakter je sein könnte. Am authentischsten wirkt dabei allerdings Darran Boyd in der Rolle von John Cleese. Im Vergleich zu ihm treten die restlichen Charaktere fast in den Hintergrund, wenn er mit seinem zynischen Unterton wieder mal eine Rede schwingt um seine Meinung kund zu tun. Die deutsche Synchronisation ist dazu noch sehr gut gelungen und der Wortwitz wird gut übernommen, sodass man sich den Film auch sehr gut in der lokalisierten Fassung geben kann. Abe auch außerhalb der Hauptfiguren gibt es allerhand seltsame Gestalten zu sehen. Dazu gehören die amerikanischen Christen, die die Proteste antreiben wollen, wovon einer massiv stottert und einer das Tourette-Syndrom hat. Auch zu erwähnen wären ein Zeitungshändler, der Programmchef von BBC Four oder ein Nerd, der sich in der Gegenwart bei eben jenem Sender über historische Ungenauigkeiten beschwert.

Was Abläufe und Dramaturgie ist "Holy Flying Circus" angeht orientiert sich Owen Harris auch an der Originalvorlage "Flying Circus". Der Film soll durch Einspieler aufgelockert werden, wie es schon in der Serie der Fall ist. Im Film sieht man Animationen, Traumsequenzen, Werbefilme und sogar ein Star-Wars-Parodie. Dadurch wird die Handlung leider immer etwas unterbrochen und einige Einspieler sind weder sinnvoll noch irgendwie lustig, wodurch sie sich dem Zuschauer leider aufzwingen. Der humorvollste Einspieler ist wohl die Animation im typischen Schereschnittstil, wo die Monty-Python-Truppe mit Satan über einen neuen Film diskutiert, wo Ideen ans Licht kommen, die selbst dem Fürsten der Unterwelt zu geschmacklos sind.
Fazit.
"Holy Flying Circus" ist eine solide, humorvolle Hommage an die Männer hinter Monty Python und schafft es auf satirische Art und Weise einen Rückblick auf die ganzen Blasphemie-Diskussionen aus dem 70ern zu werfen, mit denen sich die Männer herumschlagen mussten. Der Film ist durchaus überraschend gut gelungen und für Fans der dargestellten Komiker wirklich sehenswert!




Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://en.wikipedia.org/wiki/Holy_Flying_Circus
Bilder:  http://www.filmwerk.co.uk/2012/02/07/holy-flying-circus-review/
             http://www.broadcastnow.co.uk/holy-flying-circus-bbc4/5032416.article
             http://hillbillyfilms.com/

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen