01.12.13

Film•Peteback: V/H/S


Letzte Woche war alles ganz fantastisch in der Welt von Oz und heute wird es sogar noch fantastischer.

V/H/S


Originaltitel: V/H/S
Deutscher Titel:  V/H/S - Eine mörderische Sammlung
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2012
Länge: ca. 116 Minuten
Regie: Adam Wingard, David Bruckner, Ti West, Glenn McQuaid, Joe Swanberg, "Radio Silence"
Drehbuch: Simon Barrett, David Bruckner, Nicholas Tecosky, Ti West, Glenn McQuaid, "Radio Silence"
Produktion: u.a. Simon Barrett, Kim Sherman, Linda Burns, Peter Phok, Lee Nussbaum

Trailer: V/H/S

Kurz gesagt: "V/H/S" ist ein Omnibus-Film bzw. eine Sammlung von verschiedenen Horror-Kurzfilmen von verschiedenen Indepentent-Regisseuren, aus dem Jahr 2012. Die Sammlung umfasst fünf verschiedene Kurzfilme im Found-Footage-Stil, die von einer Rahmenhandlung verknüpft werden. Die Filme sind auf Videobändern aufgezeichnet, die nacheinander eingelegt werden.




"Tape 56" (Rahmenhandlung): Regie: Adam Wingard
Brad (Adam Wingard), Gary (Calvin Reeder), Rox (Kentucker Audley) und Zak (Lane Hughes) drehen Amateuerfilme der übelsten Sorte. Vandalismus, sexuelle Belästigung und Gewalt sind der Grundstoff für ihre Videos. Diese verticken sie dann für 50 Dollar bei einem Händler. Als die Jungs sich gerade eines ihrer Videos anschauen, erzählt einer, dass er einen Job an Land gezogen hat, der ihnen um einiges mehr Geld einbringen könnte. Sie sollen eine Videokassette aus dem Haus eines Rentners stehlen. So schwer kann das ja nicht sein. Auch bei diesem Einbruch filmt sich die Bande. Allerdings finden sie den Rentner tot in seinem Sessel vor einer Pyramide aus Fernsehen vor. Dazu noch haufenweise Videorekorder. Brad schaut sich das Video an, was ich gerade noch im Rekorder befindet, während die anderen das Haus nach dem wichtigen Tape durchsuchen.

"Amateur Night": Regie: David Bruckner
Clint (Drew Sawyer) nimmt mit seiner neuen Videobrille eine Partynacht mit seinen zwei Freunden Shane (Mike Lonlan) und Patrick (Joe Sykes) auf. In einem Club schleppen sie die beiden Mädels Lily (Hannah Fierman) und Lisa (Jas Sams) ab und fahren später mit ihnen in ein Hotel. Um die Frauen gefügig zu machen geben sie ihnen Drogen. Besonders seltsam benimmt sich aber Lily, die immer wieder den Satz "Ich steh auf dich" von sich gibt und Clint gierig anschaut. Lisa hingehen wird von den Drogen komplett ausgeknocked. Im Hotelzimmer geben sich Shane und Lily dem Liebesspiel hin, wobei Clint auffällt, dass das Mädchen sehr merkwürdig aussehende Füße hat. Als er im Bad ist kommt Shane blutend hereingestürzt und Clint muss beobachten, wie das bisher ruhige Mädchen Patrick auf bestialische Art und Weise zerfleischt.

"Second Honeymoon": Regie: Ti West
Stephanie (Sophia Takal) filmt die Reise durch die Wüste auf der Route 66, welche sie mit ihrem Freund Sam (Joe Swanberg) unternimmt. Als die beiden die Nacht einem Motel verbringen wollten, klopft eine junge Frau an ihre Tür. Sam spricht mit ihr. Sie ist anscheinend eine Tramperin, die von den beiden am nächsten Tag mitgenommen werden möchte. Sam ist sie aber nicht ganz geheuer. Ein Schnitt. In der Nacht filmt eine unbekannte, weibliche Person Sam und Stephanie beim schlafen und versucht Stephanies Unterwäsche mit einem Messer zu zerschneiden, was am Ende aber nicht passiert. Am nächsten Morgen fehlt Geld. Was allerdings in der nächsten Nacht passiert ist noch seltsamer.
"Tuesday the 17th": Regie: Glenn McQuaid
Die Freunde Samantha (Jeannine Yoder), Spider (Jason Yachanin), Joey (Draw Moerlein) und Wendy (Norma C. Quinones) fahren gemeinsam an einen See und filmen sich dabei. Die Kamera hat aber anscheinend einen defekt und nimmt nicht richtig auf. Dann sieht man kurz was voher auf dem Band gewesen ist. Blutige Leichen. Als Samantha und Spider im nahegelegenen Wald sind, werden sie von jemanden Angriffen, wobei beide sterben. Auch die beiden anderen werden von dem Angreifer gestellt, der aber nur auf dem Videoband zu sehen ist. Allerdings auch nicht genau, da er eine Bildstörung verursacht, die ihn unkenntlich macht je näher er kommt. (Wer muss da nicht an den Slenderman denken?)

"The Sick Thing That Happened to Emily When She Was Younger": Regie: Joe Swanberg
Ein Mann namens James (Daniel Kaufman) unterhält sich per Videokonferenz mit einer Frau namens Emily (Helen Rogers). Sie erzählt ihm, dass sie in ihrer Wohnung seltsame Geräusche hört und ihr Arm schmerzt. In der Nacht nach der Videokonferenz wacht Emily aufgrund der Geräusche auf. Sie startet die Laptopkamera und öffnet die Tür von wo die Geräusche kommen. Niemand da. Sie setzt sich wieder aufs Bett. Im Hintergrund sieht man allerdings, wie die Tür von einem Kind geschlossen wird. In einer anderen Nacht kann Emily das Kind endlich im Wohnzimmer stellen. Doch durchsichtiger wird die Geschichte dadurch auch nicht. Und dann ist da noch die Sache mit ihrem Arm.

"10/31/98": Regie: Radio Silence
Das Video startet mit drei Pärchen die im Park grillen. Das Video bricht allerdings schon bald wieder ab. Ein Jugendlicher verkleidet sich zu Halloween als Bär und hat in einem Bärenkopf sogar eine kleine Kamera eingebaut. Zusammen mit drei Freunden will er auf eine Halloween-Party. Als die Vier bei dem Haus ankommen wo die Party steigen sollte, finden sie es aber verlassen und gar nicht festlich vor. Langsam wagen sich die Jungs ins Haus. Ganz so verlassen ist es aber nicht, weil immer wieder kleine Mädchen in weißen Gewändern erscheinen, aber auch gleich wieder verschwinden. Auf dem Dachboden können die Jungs beobachten, wie vier Männer eine angekettete Frau für ein Ritual benutzen. Die Männer fühlen sich durch die Eindringlinge sichtlich gestört und gehen auf die los, wobei bei zwei von ihnen vom Boden abheben und zu fliegen scheinen. Die Jungs nehmen die Beine in die Hand um das Haus schnellstmöglich zu verlassen.



Die guten VHS-Kassetten. In den 8ßer Jahren wurde das Heimkino populär und damit hielt auch die VHS-Kassetten Einzug in die heimischen Wohnzimmer. Man musste nun für Filme nicht extra ins Kino gehen oder warten, bis sie im Fernsehen laufen. Und auch für die Filmindustrie zahlte sich das System aus um Geld zu verdienen. Da wurden dann aber auch schon bald die bedenklichen Stimmen laut, die von Gefahren für die Jugend sprachen. Videos mit jugendfreien Inhalten sind zu leicht zu erhalten und könnten die Jugend verderben. Wenn die wüssten...

Heute ist die Videokassette so gut wie ausgestorben und nur weniger behalten ihre Schätze und alte Videorekorder aus nostalgischen Gründen. Schließlich hat man dafür mal viel Geld bezahlt. In Erinnerungen lebt die VHS-Kassette aber weiter und bietet auch heut zu Tage noch einen interessantes Stilmittel um Filme zu drehen. Nicht umsonst ist es in "The Ring" oder "Ringu" auch eine Videokassette, die für Angst und Schrecken sorgt. Das unbekannte aus einer anderen Zeit.
"V/H/S" fasst auch dieses Stilmittel auf. Etwas unscharfes, ungesättigtes Bild, leicht blecherner Ton und Bildfehler und unsaubere Schnitte. Es wird ein Episoden-Horrorfilm etabliert, der seines gleichen noch sucht, denn nirgendwo anders wird man so eine Sammlung von Amateur-Horrorfilmen finden. Bis auf Ti West sind bei diesem Film nur Independent-Regisseure am Werk, die hier mit einem Kurzfilm ihr Debüt geben können. Dabei sind die Ideen für die Filme und auch die Ausführung und Umsetzung wirklich interessant und in den meisten Fällen sehr gelungen. Clevere Idee, ein happiger Gore-Faktor und vor allem eine spürbar dichte Atmophäre sind Aushängeschilder. Wenn man mal von der etwas halbgaren Rahmenhandlung absieht, der wird mit ein paar tollen Kurzfilem belohnt, die genau für ihre Längen gemacht wurden. Die Stories sind nicht ganz der horrormäßige Stoff aus dem Blockbuster-Titel sind, denn die Episoden nicht bewusst so kurz und vor allem einfach gehalten, sodass sie immer den eigentlich Kern treffen und die Pointen nie verfehlen. In der Kürze liegt die Found-Footage-Würze.

Das Schauspiel der auftretenden Personen ist durch die Bank ganz solide, wobei nur wenige von den Schauspielern schon mal an einem nennenswerten Projekt mitgearbeitet haben. Dafür ist das Ergebnis aber recht ordentlich geworden. Und selbst wenn sie sich manchmal etwas unbeholfener verhalten sollten, dann ist das Handlung in einem HomeVideo-Stil doch schon ganz zuträglich.
Fazit.
Ich bin ein großer Fan der V/H/S-Filme, denn sie bieten zwar Horrorfilme auf B-Niveau, diese sind aber trotzdem interessant anzusehen und man kann nie erahnen, worum es in dem jeweiligen Video wohl gehen würde. Ich war extrem überrascht von dieser bunten Mischung an Videoausschnitten und hätte am liebsten noch viel mehr gesehen. Nicht umsonst ist dieses Jahr schon ein Nachfolgerfilm erschienen, zu dem ich nächste Woche etwas sagen werden.





Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/V/H/S_%E2%80%93_Eine_m%C3%B6rderische_Sammlung
             http://en.wikipedia.org/wiki/V/H/S
Bilder:  http://www.splendid-film.de/ceemes//article/show/148775
             http://www.thepicreview.com/2013/07/netflix-for-poor-kids-vhs-confirmed.html
             http://femmereel.blogspot.de/2012/10/31-days-of-horror-day-1-vhs-2012.html
             http://juneeffect.blogspot.de/

Kommentare:

  1. Bin mal gespannt auf die Meinung zu dem zweiten Teil - ich hab den UNCUT schon gesehen (tu dir bitte den deutschen Müll -> heißt hierzulande "S-VHS" NICHT an - schnittberichte.com hat gezeigt, dass quasi alle brutalen Szenen bis zur Unkenntlichkeit weggeschnippelt wurden).
    Erst, wenn dein Bericht da ist, werde ich dann meinen Senf dazu geben. :)

    Aber Gott verdammt: Warum hast du nur die Vampirtussi-Hackfresse als Bild reingemacht? Mein armer geruhsamer Schlaf - von dannen zieht er jetzt.^^

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hab den zweiten Teil doch schon längst gesehen, wo der Film released wurde. :)
      Hatte eigentlich ne Doppelreview geplant, aber ich hatte keine Lust die Menge an Kurzfilmen zusammenzufassen xD Deswegen hab ichs auf zwei Wochen aufgeteilt.

      Btw. ich würde sagen, dass es sich bei der "Vampirtussi" eher um eine Art Sukkubus handelt.

      Löschen