08.12.13

Film•Peteback: V/H/S/2


Wie versprochen geht es diese Woche weiter mit dem Sequel zu V/H/S.

V/H/S/2


Originaltitel: V/H/S/2
Deutscher Titel: S-V/H/S
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2013
Länge: ca. 96 Minuten
Regie: u.a. Simon Barrett, Adam Wingard, Eduardo Sánchez, Gregg Hale, Gareth Huw Evans, Timo Tjahjanto, Jason Eisner
Drehbuch: u.a. Simon Barrett, Jamie Nash, Gareth Huw Evans, Timo Tjahjanto, John Davies
Produktion: Roxanne Benjamin, Gary Binkow, Kyle David Crosby, Brad Miska, Jamie Nash

Trailer: V/H/S/2

Kurz gesagt: "V/H/S/2" ist ein US-amerikanischer Found-Footage-Episodenhorrorfilm aus dem Jahr 2013. Wie schon beim Vorgängerfilm "V/H/S", führen hier bei den einzelnen, nicht aufeinander aufbauenden Filmen, verschiedene Regisseure Regie. Die Episodensammlung umfasst vier Kurzfilme, welche durch eine Rahmenhandlung miteinander verknüpft werden.



"Tape 49" (Rahmenhandlung): Regie: Simon Barrett
Larry (Lawrence Michael Levine) ist ein Privatdetektive, welcher nicht immer saubere Tricks anwendet um an Geld zu kommen. Nachdem eine Beschattung aufgeflogen ist und Larry fliehen musste, befindet es ich mit seiner Freundin Ayesha (Kelsy Abbott) im Auto. Ein neuer Auftrag führt sie zu einem Haus, wo sie nach Anhaltspunkte für einen verschwundenen Studenten suchen sollen. Der Auftrag kam von seiner Mutter. Auf leichtes Geld aus nehmen sie den Auftag an. Im Haus des Studenten ist niemand vorzufinden, nur eine Menge angeschalteter Fernsehgeräte, Videorekorder, VHS-Bänder und ein Laptop. Auf letzterem ist ein aufgezeichnetes Video, wo die Zielperson beschreibt, wie merkwürdig diese Videobänder sind. Larry macht sich im Haus auf die Suche nach Anhaltspunkten, während seine Freundin die Videobänder auswertet, angefangen mit einem Video das mit einem "X" markiert ist.

"Clinical Trials": Regie: Adam Wingard
Der Protagonist Herman (Adam Wingard) sitzt beim Arzt (John T. Woods), welcher gerade eine Kamera justiert. Die Kamera befindet sich in Hermans künstlichem Auge, welches er nach einem Autounfall eingesetzt bekam. Das Auge sendet Videosignale an sein Gehirn, wodurch er durch die Kamera auf dem Auge wieder sehen kann. Alles Herman sieht wird allerdings zu Forschungszwecken aufgezeichnet. Zu Hause häufen sich dann merkwürdige Ereignisse. Tassen fallen zu Boden und sein Gamepad liegt nicht mehr da, wo er es 2 Sekunden zuvor abgelegt hatte. Die Ereignisse gipfeln darin, dass anscheinend ein Mensch in seinem Bett liegt und mit seiner Decke zugedeckt ist. Herman vermutet Einbrecher, aber als er die Decke wegzieht liegt da niemand. Später sieht er sich Auge in Auge mit einem blutverschmierten Mann. In panischer Angst verbringt der Mann die Nacht im Badezimmer. Was sieht er nur durch dieses künstliche Auge noch alles?
"Ride in the Park": Regie: Eduardo Sánchez & Gregg Hale
Ein Fahrradfahrer (Jay Saunders) ist mit seinem Tracking/Mountain Bike in einem Wald unterwegs. Auf dem Helm hat er eine Kamera montiert um seine Fahrt aufzuzeichnen. Alles läuft ganz normal, bis in einem anderen Teil des Waldes eine blutverschmierte, schreiende Frau den Weg des Fahrradfahrer kreuzt und ihn zu Fall bringt. Die Frau scheint schwer verletzt zu sein und erbricht eine schwarze, blutartige Flüssigkeit. Als der Mann versucht ihr zu helfen erscheinen vier weitere Menschen. Die Frau dreht dann durch und kratzt und beißt den Mann, bis dieser sie mit einem Stein erschlagen kann. Er versucht vor den anscheinend zombiefizierten Leuten zu fliehen, ist aber schon selber infiziert und stirbt. Ein Schnitt zeigt ein Paar, welche ebenfalls in dem Wald mit ihren Fahrrädern unterwegs sind. Kurze Zeit später finden sie den Mann, von dem das erste Video stammt tot auf dem Boden liegend.

"Safe Heaven": Regie: Gareth Huw Evans
Ein vierköpfiges Kamera-Team besucht in Indonesian eine Art Kult oder Sekte, um das dortige Leben, die Religion und vor allem die makabren Gerüchte zu dokumentieren und zu beleuchten. Dem Kult steht eine Art "Vater" vor, der den Kult anleitet und die Führung über den Gebäudekomplex hat. Er steht in dem Verdacht mit den dort lebenden Kindern Sex zu haben, um sie zu "läutern", so heißt es. Das Kamera-Team wird von der Frau des "Vaters" empfangen, bei ihr ein junges Mädchen. Sie führt die Besucher in das Büro des Kult-Vorstehers. Auf dem Weg dorthin sieht man Klassenzimmer, wo Kinder unterrichtet werden. Das Interview mit dem älteren Mann verläuft nicht wirklich gut. Als der Interviewer das Gebäude verlässt um eine Kamerabatterie auszutauschen, eskaliert im Gebäude die Situation. Eine Glocke läutet und der Vater verkündet über die Sprechanlage, dass die Zeit gekommen ist. Die Ereignisse überschlagen sich. Währenddessen macht ein anderes Team-Mitglied im Keller eine grausame Entdeckung, was eine ganz neue Sicht auf den anscheinend satanischen Kult wirft.

"Slumber Party Alien Abduction": Regie: Jason Eisener
Das Video beginnt mit einer Gruppe Jungs, die ein Home Video mit einer Kamera drehen, die sie an ihrem Hund befestigt haben. Das Haus liegt auf einem großen Grundstück, welches direkt an einem See liegt. Die Eltern von einem de Jungen kommen aus dem Haus und bepacken das Auto. Sie wollen eine Weile verreisen und die ältere Schwester soll solange auf den Jungen aufpassen. Kurz nachdem die Eltern weg sind, taucht der Freund der Schwester auf. Die Jungs beschließen das Paar ein wenig zu ärgern und stören mehrmals die beiden in verschiedenen Situationen, was den Freund der Schwester immer fast auf die Palme bringt. In der darauf folgenden Nacht kommen laute Geräusche aus der Richtung des Sees und seltsame, helle Lichter erscheinen. Als die Schwester mit ihrem Freund einen Racheplan durchführt, erstrahlt draußen ein grelles, weißes Licht und Unbehagen macht sich breit. Dann dringen außerirdische Wesen ins Haus ein.



Da wären wir also wieder. Diese Woche gibt es also den Nachfolger von "V/H/S", der, soviel kann man schon sagen, wieder sehr unterhaltsam ist. Wo beim letzten Film noch an die zehn Regisseure fürdie Kurzfilmsammlung verantwortlich war, sind es hier nun ein paar weniger und man bekommt leider auch eine Kurzfilm wenig. Das ist allerdings nicht unbedingt schlimm, da die Spielzeit nun ein wenig verträglicher ist so genug Platz für die anderen Filme bleibt. Vorstand dieser Episodensammlung ist wieder Adam Wingard, der schon den Vorgängerteil angeleitet hat und ihr auch wieder einen bekannten Regisseur aus dem ersten Teil verpflichten konnte, Simon Barrett.

Wer hier wieder ausgemachten Indie-Horrro erwartet, der wird nicht vollauf befriedigt werden. In dem Regie-Cast sind nämlich größtenteils Herren vertreten, die schon eine gut vermarktete Regieleistung abgelegt haben. Zum einen Gareth Evens, der sich schon durch den Actionfilm "The Raid" einen Namen machen konnte. Namenhaft sind da noch Jason Eisener (Hobo with a Shotgun), Eduardo Sánchez (Blair Witch Project) und Adam Wingard selber. Zwar bewegt man sich hier immernoch im Bereich des Indepentent-Genres, aber man hat die Namen dennoch schon mal hier und dort gehört.
Man muss "V/H/S/2" zu Gute halten, dass er mit seinem Vorgänger doch noch Einiges gemeinsam hat und führt auch Traditionen weiter. Typisch ist auch wieder die verblassende Rahmenhandlung von "Tape 49", die die unterschiedlichen Videos miteinander verknüpft und den Zuschauer mit einem Einspieler von den gesehenen Videos trennt. Teilweise schon etwas gemein, da man je nach Film lieber wissen will, was in dem Video als nächstes passiert. Doch leider wird man dann wieder zu dem Detektivpaar zurückgeworfen, bei denen es aber auch nicht mit rechten Dingen zu geht. Ich hätte mir etwas mehr Balance und Gewichtung gewünscht. Natürlich ist auch jede Episode im schönsten Found-Footage-Stil gehalten, was auch größtenteils klug eingesetzt wird. Das Kamera-Auge in "Clinical Trials" ist vielleicht etwas weit hergeholt, treibt aber die Opferperspektive und Wackelkameraeinstellungen auf die Spitze. Am besten eingesetzt ist die Handkamera allerdings in "A Ride in the Park", wo man das Geschehen aus den Augen oder besser von der Stirn eines Zombies beobachten kann. Nicht schlecht mal auf der anderen Seite zu stehen. Regie führte dabei übrigens "Blair Witch Project"-Regiesseur Eduardo Sánchez. Klar, dass dieser Mann weiß wie man dieses Stilmittel am besten einsetzen kann. Auch der Gore-Faktor dieser Episode kann sich sehen lassen, wenn man die ungeschnittene O-Ton-Version hat.

Ich möchte nun nicht direkt auf die einzelnen Episoden eingehen, denn das würde zu Spoilern führen und das würde ich gerne vermeiden. Ich komme aber noch mal auf das Thema Gewichtung zurück, denn wie auch schon bei "V/H/S" sind die einzelnen Kurzfilme nicht alle gleich gut. Von der Rahmenhandlung angesehen, sind hier von fünf Filmen nur zwei wirklich "Gut", zwei pendeln sich bei "Mittelmäßig" ein und einer bei "Naja" ein. Allerdings ist das auch schon wieder eine sehr subjektive Einschätzung von meiner Seite.

Sehr schade ist es um den Kurzgilm "Slumber Party Alien Abduction", denn aus diesem hätte man noch viel mehr herausholen können, als Kinderstreiche, Fluchtszenen und ein Kamerabild wo im unteren Bereich Fell drangeklebt wurde. Hier hat man viel Potential verschenkt, denn da die Kamera auf einen Hund geschnallt ist, ermöglicht es interessante Kameraeinstellungen und einen Blick auf das Geschehen, wie es ein normaler Mensch nie bieten könnte. Die Aliens hingegen hat man schön in Szene gesetzt, es fehlt aber die Abrundung zum Ende hin. Aber vermutlich hat man sich extra für diese Art und Weise den Kurzfilm zu drehen entschieden, in Anlehnung an "echte" Alien-Aufnahmen. Diese sind ja auch meinst kaum zu gebrauchen und liefern nie ein klares Bild.
Mir hingegen gefällt die Episode "Safe Heaven" von allen Kurzfilmen am besten. Die Grundidee mit einem indonesischen Kult, seltsame Rituale und eine Art Lehranstalt für Kinder. Das alles gepaart mit einer unschlagbare gut aufgebauten Atmosphäre und einem nicht unbedingt ersichtlichen Story Twist. Hier hat Gareth Huw Evans wirklich ganze Arbeit geleistet. Theoretisch hätte man dafür sogar einen eigenen Film schreiben können, wenn man die Geschichte noch etwas ausgebaut hätte. Doch auch als Kurzfilm verfehlt die Intensität des Stoffs nicht ihr Ziel und bildet den wohl härtesten, blutigesten Film der Sammlung.

Fazit.
"V/H/S/2" ist ein würdiger Nachfolger zu "V/H/S" geworden, der mit qualitativen Regisseuren und interessanten Kurzfilmen überzeugen kann. Das Schauspiel in den jeweiligen Episoden ist durch die Bank solide, auch wenn es sich in dem Fall ausschließlich um Amateurschauspieler handelt. Im Verhältnis hat allerdings "V/H/S" noch die interessanteren Ideen für die Episoden gehabt, auch wenn diese nicht immer voll und ganz ausgeschöpft wurden. Das Sequel hat zwar auch gute Stories zu bieten, wirkt aber in der Gesamtheit ein wenig generischer. Das ist aber auch schon wieder Meckern auf hohem Niveau. Ich empfehle daher auf jeden Fall beide Filmsammlungen, denn dann bekommt man das volle Programm an Indie-Horror-Spaß!





Bis dahin - Tschödeldö






Fakten: http://en.wikipedia.org/wiki/V/H/S/2
             http://www.imdb.com/title/tt2450186/
Bilder: http://bloody-disgusting.com/news/3222556/sxsw-13-magnet-gives-birth-to-vhs2-release-dates/
            http://theghostdiaries.com/movie-review-vhs-2-and-the-horror-panopticon/
            http://timsfilmreviews.com/2013/06/09/vhs2-2013-review/
          http://www.aintitcool.com/node/62093

Kommentare:

  1. Moin Pete!

    Also den zweiten fand ich - wie schon geäußert - nicht mehr so einschüchternd wie Teil 1, aber das hat ja auch so seine Vorteile :D

    Zu den einzelnen Episoden:

    "Clinical Trials" - Die Sache mit Augenkamera und "Glitches" fand' ich prima und auch im engem Haus waren einige ScareJumps herzzerreißend. Dass allerdings nachher Geistermädchen und Co. da rumspuken, hat mich nicht mehr ganz aus dem Hocker gerissen. Es fehlte auch die entsprechende Pointe zum Schluss.

    "Ride in the Park" - Sehr interessante Zombie-Miniapokalypse mit einem Zombie, der sich selbst noch irgendwie wieder erkennt. Vermutlich die "beruhigendste" der fünf Folgen.

    "Safe Heaven" - Sehr interessant, hochspannend und genial gemacht - die Episode, die am interessantesten von allen ist. Problem: Das Viech zum Schluss. Es hat zwar irgendwie Spaß und Laune auf mehr gemacht (was man nicht geliefert bekommt), wirkt aber schon ein wenig ZU abstrakt und vom Kostümfaktor schon ansatzweise albern.

    "Slumber Party Alien Abduction" - Einfach nur langweilig. Mit der Hundecam hätte man mehr machen können... aber Aliens, die noch dazu wie typische Aliens aussehen? Na, an der Stelle war ich dann schon ein bissl enttäuscht.

    "Tape 49" - Durchgehend interessant gemacht - wie man das vom Grundgerüst aus Teil 1 auch gewohnt ist.

    Mal gucken, ob da noch mehr kommt.
    Das Grundkonzept ist jedenfalls supergenial (viele Regisseure, keine Grenzen für geniale Ideen). :)

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    1. Tja, da unterscheiden sich unsere Meinungen ja nicht all zu sehr.

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