08.01.14

Game•Peteback: SteamWorld Dig



Wenn man eins über meine Kindheit sagen kann, dann das ich immer gerne gegraben und gebuddelt habe. Egal ob in meiner Sandkiste oder in Blumenbeeten. Das höchste der Gefühle war dann der Strand, wenn wir im Sommer in den Urlaub gefahren sind. Da gab es dann kein Halten mehr, und es musste Löcher und Tunnel gegraben werden, bis die Schaufel abbrach (was mehr als einmal passierte).

Vielleicht habe ich gerade wegen dieser Vergangenheit eine Vorliebe für Spiele die sich größtenteils unter Tage abspielen. Man grabt, schafft Tunnel und Wege und findet Schätze in den Tiefen der Erde. Meine erste Erfahrung mit einem Spiel dieser Art war "Boulder Dash" auf dem Game Boy. Ein Männchen wühlt sich durchs Erdreich auf der Suche nach Diamanten. Die einzigen Feinde waren Spinnen und herunterfallende Steine. Wenn man sich im Internet umschaut, dann findet man einige dieser Spiele wie "MotherLoad", "Cave Explorer" oder "Spelunky".

"SteamWorld Dig" vom Entwicklerstudio "Image & Form" folgt auch dem Prinzip des effektiven Bergbaus. Der Westernroboter Rusty bekommt von seinem Onkel Joe eine Mine überschrieben, die sich in der Goldgräberstadt "Tumbleton" befinden soll. Um den Nachlass seines Onkels in Augenschein zu nehmen, macht er sich auf dem Weg in die Stadt und bricht auch gleich in die besagte Mine ein. Mit der Hilfe von einer Bewohnerin der Stadt kommt Rusty auch wieder ans Tageslicht. Die Stadt hat ihre beste Zeit schon hinter sich und es gibt nur noch drei Bewohner. Eine dralle Roboterfrau die den Saloon leitet, unsere Retterin aus der Mine, die Erze und andere Rohstoffe in bares Geld verwandelt und ihren Vater, der einen Handel für Bergbaubedarf führt. Es liegt nun an Rusty, die Mine zu erforschen und herauszufinden, was sein Onkel in den Minen fand. Vielleicht bekommt auch Tumbleton dadurch einen Aufschwung, wenn Rusty ein paar Schätze zu Tage fördert.
Man kann "SteamWorld Dig" als ein Plattform-Mining-Adventure bezeichnen. Der Boden besteht aus abbaubaren und nicht abbaubaren, quadratischen Bodeneinheiten. Diese bestehen entweder aus Erde, Sand, Gestein, Geröll und so weiter. Natürlich kann man am Anfang nicht jede Schicht abbauen, das wird aber durch spätere Upgrades noch geändert. Das Spielprinzip ist dabei einfach. Man geht in die Mine, stopft sich die Taschen voll und kehrt wieder zur Oberfläche zurück, um die Erze zu Geld zu machen. Das Geld kann man in Upgrades für die Spitzhacke oder Rüstung stecken. Es ist aber auch möglich Gegenstände wie Leitern, Lampen und Dynamit zu kaufen. Lampen erhellen dauerhaft die Mine, da Rusty nur eine begrenzten Vorrat an Lampenöl für seine eigene Lampe hat. Leitern helfen beim schnellen Aufstieg in den Minen und machen schwer erreichbare Passagen begehbar. Und die Rolle von Dynamit dürfte klar sein. Was man in den Minen finden ist nach Tiefe unterschiedlich. Erst muss man sich mit Schrotterz zufrieden geben, doch schon bald findet man hübsche Schätze wie Silber, Gold, Diamanten oder Smaragde. Man sollte aber nicht vergessen die Taschen zu verbessern, um mehr herumzutragen.

Rusty ist nicht nur ein guter Bergarbeiter, sondern auch ein Jump'n Run-Experte. Man bewegt sich oft springend durch die Minengänge um schneller voran zu kommen. Auch kann er durch ein Stiefel-Upgrade einen Walljump ausführen, wodurch man auch vertikale Schächte zum Auf- und Abstieg nutzen kann. Später bekommt man noch die Möglichkeit zu rennen und auch weiter zu springen. Eine wertvolle Erweiterung ist auch die Dampfbooster, mit dem man sich in die Luft schleudern kann, um sehr hohe Abschnitte zu erreichen. Das Jump'n Run-Gefühl ist dabei sehr gut ausgeprägt und Rusty bewegt sich genau so wie man es möchte. Ein großes Plus für die Steuerung. Jump'n Run-Einlagen kommen vor allem in Unterlevels vor. Auf dem Weg nach Unten findet man immer wieder Eingänge in abgeschlossene Bereiche in denen es Rohstoffe oder ein spezielles Upgrade zu holen gibt. In den meisten Fällen bewegt man sich rutschend, springend und grabend durch diese "Herausforderungen" die leider nur selten wirklich herausfordernd sind. Manchmal muss man etwas überlegen, wie man bestimmte Blöcke nun abbaut um den weiten Weg nicht zu verbauen. Ist aber alles machbar und nie frustrierend.
Wie schon zu erwarten war, ist man in der Tiefe nicht ganz alleine. In den Erdschichten leben allerhand Wesen, die Rusty ans Metall wollen. Dazu gehören vor allem Trilobiten, insektenartige Wesen, die in den Erdschichten schlummern und aufgeweckt werden, wenn Rusty um zu herum sein Tagwerk vollbringt. Die sind keine ernstzunehmenden Gegner, da sie nach drei Schlägen mit der Picke schon das Zeitliche segnen. Besiegte Gegner lassen übrigens Lebensenergie, Brennstoff für die Lampe oder Wasser für den Dampfbooster oder den Bohrer zurück. Man wird allerdings auch extra belohnt, wenn man Gegner mit einem herunterfallenden Stein erledigt. Wenn man aber dennoch mal unterlegen ist, wird Rusty in seine Einzelteile zerlegt und lässt seine Beute in einem Sack am Ort des Geschehens zurück. Rohstoffe gegen also nicht verloren und können wieder eingesammelt werden. Im Laufe des Abenteuers trifft man auch auf hartnäckigere Gegner, wie Eisenschildkröten und degenerierte Minenarbeiter, die den rostigen Helden auch unter Beschuss nehmen.

Wenn man meint, dass man auf ein hübsches Design unter Tage verzichten muss, der irrt. "SteamWorld Dig" sieht wirklich sehr attraktiv aus. Dem Namen entsprechend gibt es reichlich Steam-Punk-Elemente. Die Auftretenden Charaktere sind ja schon Roboter und so findet man auch in der Erde jede Menge Rohre, Leitungen und Ventile und so weiter. Allerdings hat man sich  an allem auch schon schnell satt gesehen, denn es kommt oft zu Wiederholungen im Hintergrund. Ein Augenmerk sollte man auf die Lichtstimmung legen. Die Lampen machen ein wunderbar warmes Licht, in dem man sich gerne aufhält und machen das Leben unter Tage noch ertragbarer. Wenn Rustys Lampenlicht allerdings zu neige geht, wird die Umgebung sehr schnell in kaltes Restlicht gehüllt, was einen schnell wieder an die Oberfläche zum Energietanken treibt. Mir persönlich gefällt das Design der Gegner sehr gut. Es ist einfach, aber nicht undetailliert.
Fazit.
"SteamWorld Dig" ist ein super Titel für Gaming-Freude, die Jump'n Runs oder sogar das spezielle Genre des Mining Adventures mögen. Das Spielprinzip nicht unbedingt fordernd, aber hält durch die Upgrades bei Laune, könnte auf die Dauer aber eintönig werden, wenn man nicht voll dabei ist. Die Story um den Django-Roboter Rusty ist leider sehr banal geworden, da hätte man auf ein bisschen mehr Interaktion mit den Stadtbewohnern setzen können, um ein wenig mehr Abwechslung zum Bergaualltag zu haben. Ich habe "SteamWorld Dig" bei Steam für 8.99€ (Auch für den 3DS im Nintendo eShop erhältlich) gekauft, man sollte aber nach Sales für das Spiel ausschau halten. Dennoch bin von dem Spiel bis jetzt nicht enttäuscht worden und ich spiele es gerne nebenbei und bin immer wieder erstaunt wie die Zeit dabei vergegen kann, wenn man gierig auf der Jagd nach wertvollen Erzen ist.




Bis dahin - Tschödeldö





Bilder: http://steamworldgames.com/dig/
            http://www.noobfeed.com/reviews/977/steamworld-dig-pc

1 Kommentar: