28.02.14

Das 'Monster Hunter'-Tagebuch #21




Liebes Tagebuch, 

ich bin dem Teufel begegnet. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ein reicher Geschäftsmann hat einen Auftrag ausgestellt, indem es darum ging ihm die Hörner eines Diablos zu besorgen. Als Trophäe oder Ähnliches. Kein leichtes Unterfangen. Man kann dem Ungetüm die Hörner ja nicht einfach im Schlaf absägen, ohne das er es merkt. Man muss das Monster schon dafür erledigen.

Ich habe schon in einer früheren Quest einen Diablos gesehen. Ich war mit zwei anderen Jägern auf der Suche nach seltenen Mineralien in den Höhlen, die sich durch verschiedene Bereiche der Wüste ziehen. Wir haben schon gut gesammelt, als ich bemerkte, dass unsere Wasservorräte zur Neige gingen. In der Nähe hatte ich eine kleine Wasserquelle gesehen bei der ich die Flaschen auffüllen wollte. Dieser Bereich ist dennoch sehr gefährlich, denn alles was trinken muss, muss irgendwann zu dieser Quelle kommen. Ich kam durch einen erhöhten Eingang in das Gewölbe und wollte gerade zum Boden herunterspringen, als die Höhle anfing zu beben. Plötzlich schoss ein Diablos aus dem Boden. Man würde es nicht vermuten, aber trotz der Größe und der Flügel kann sich der Diablos sehr gut durch den Boden der Wüstenregion bohren. Seine zwei Hörner sind ihm dabei sehr hilfreich. Ich war in dem Moment so überrascht, dass ich mich instinktiv flach auf dem Boden des erhöhten Eingangs legte. Ich traute mich nicht über den Rand zu schauen. Vielleicht würde er mich sehen und hoch kommen und ich war nun wirklich nicht für einen Kampf gegen einen Diablos ausgerüstet. Doch dieses Mal sollte es anders Laufen. Dieses Mal war der Diablos der Grund warum ich in der Wüste umherstreifte. Auf dem Rücken eine Morphaxt, die ich aus Teilen des Barioth gefertigt bekam. Diablos hassen Eis und Kälte. Diese Waffe ist daher auch eine gute Wahl gewesen, weil man durch die Macht der Phiolen auch durch die härtesten Panzer dringen kann. Genau das Richtige.

Monster Hunter Tagebuch - Tyrann der Wüste



Nachdem ich in der Wüste dem Teufel höchstpersönlich begegnet bin, sollte mich mein nächster Auftrag zum Vulkan führen, wo ich mich an einem neuen Gegner versuchen sollte. Wie ich schon oft erwähnte, habe ich eine gewisse Abneigung gegen den Vulkan, weil man nur auf bestimmten Wegen laufen kann und die Umgebung ist für das Kämpfen mit gewaltigen Monstern auch nicht geeignet. Viel zu viel Lava. Ich klagte dem Schmied mein Leid über Aufträge beim Vulkan, da hat er mich ein interessantes Angebot gemacht. Wenn ich ihm genügend Teile bringe sollte, würde er mir eine Rüstung fertigen, die den Feuerangriffen der Monster beim Vulkan mühelos stand halten kann. Nichts ist lästiger, als wenn die Rüstung Feuer fängt und man sich auf dem Boden herumrollen muss. Es sollte sich dabei um eine Rüstung aus Teilen des Uragaan handeln. Zum Glück hatte ich noch einige Teile übrig, sodass ich nur zwei mal auf Jagd gehen musste um alles Nötige zu bekommen. Die Rüstung war mehr als massiv, ließ sich aber sehr gut tragen und war gar nicht mal so schwer. Damit sollte dann auch der mächtige Agnaktor kein Problem mehr sein. Er wird auch "Wyvern in flammender Rüstung" genannt, weil er sich durch den Vulkan bohrt und an seinen Schuppen Magma ablagert. Diese Unterstützt seine Angriffe und ist, wenn sie erkaltet ist, eine perfekte Rüstung. Angriff und Verteidigung, sehr vorbildlich. Auch sollte man sich vor seinem Magmastrahl in Acht nehmen, denn dieser Strahl aus konzentriertem Wyvernfeuer kann sogar Felsen schmelzen. Vorsicht ist also geboten.

Monster Hunter Tagebuch - Wyvern in flammender Rüstung




Fortsetzung folgt...

23.02.14

Film•Peteback: Die Farbe


Lang ist's her und nun auch hier ein Lebenszeichen in dieser Rubrik.

Die Farbe


Originaltitel: Die Farbe
Deutscher Titel: Die Farbe
Originalsprache: Deutsch/Englisch
Erschienen: 2010
Länge: ca. 86 Minuten
Regie: Huan Vu
Drehbuch: Huan Vu/ Original: H. P. Lovecraft
Produktion: Huan Vu, Jan Roth
Cast: Ingo Heise, Michael Kausch, Olaf Krätke, Marco Leibnitz, Ralf Lichtenberg, Erik Rastetter, Friedrich Schilha, Marah Schneider,

Trailer: Die Farbe

Kurz gesagt: "Die Farbe" ist ein deutsches Independent Mystery-Drama aus dem Jahr 2010, von Jungregisseur Huan Vu. Vu adaptierte für das Drehbuch die aus dem Jahr 1927 stammende Kurzgeschichte "Die Farbe aus dem All/The Colour out of Space" des Horrorautors H. P. Lovecraft. Das Drehbuch von Vu weist im Vergleich zur Vorlage gravierende Unterschiede auf, wobei der größte Unterschied die transferierte Handlung ins Deutschland der 1970er Jahre ist.




Die Handlung beginnt in Arkham, im Jahr 1975.
Jonathan Davis (Ingo Heise) ist auf der verzweifelten Suche nach seinem Vater, der nach dem zweiten Weltkrieg verschwunden ist. Seine Spur führt dabei nach Deutschland, in die Nähe des Schwäbisch-Fränkischen Waldes. Dort soll er nach dem zweiten Weltkrieg stationiert worden sein. Danach verliert sich jede Spur. Jonathan reist also in die ländliche Gegend, wo er hoffentlich seinen Vater findet wird und nach Hause bringen kann. Doch tief in den Wäldern und Dörfer offenbaren sich ihm die Geheimnisse der Vergangenheit. Er befragt die Einheimischen nach seinem Vater und zeigt ihnen Bilder, doch zu seiner großen Enttäuschung kann ihm keiner der verschrobenen Dörfler einen Hinweis auf den Verbleib geben. Jonathan sieht sich schon mit der harten Realität konfrontiert die teure Reise ganz umsonst auf sich genommen zu haben. Dennoch trifft der Suchende schon bald auf den Einheimischen Armin Pierske (Marco Leibnitz/Michael Kausch), der von den anderen als verrückt bezeichnet wird, ihm aber von Ereignissen in der Vergangenheit berichtet. Von einem Meteor, der in den 30er Jahren in der Gegend einschlug und Flora und Fauna und sogar die Menschen zu verändern schien. Er war aus einem unbekannten Gestein, zerfiel sehr schnell und kühlte kaum ab. Auch reagierte das Gestein mit keinem bis dato bekannten Stoff. In dem Meteor befand sich allerdings eine Sphäre aus Glas, die in einer Farbe leuchtete, die es auf der Erde nicht gab. Die Sphäre wurde zerstört und die Farbe verschwand. Bald veränderte sich die Flora und Fauna rund um das Einschlagsgebiet. Die Pflanzen wuchsen prächtig, nahmen aber bald die seltsame Farbe an und zerfielen dann, wie es auch der Meteor tat. Und auch auf die Menschen hatte die Farbe einen krassen Einfluss...




Seid ihr auch so ein großer Fan von H. P. Lovecraft wie ich? Nicht umsonst ist der Herr Liebeshandwerk einer der einflussreichsten Autoren auf den Gebiet der fantastischen Horrorliteratur, der nicht nur den Anspruch auf Grausamkeit, sondern viel auf subtilen und anspruchsvollen Horror deckt. Unvergessen sind seine berühmten Werke wie "Berge des Wahnsinns", "Das Ding auf der Schwelle", "Die Ratten im Gemäuer",  "Das Grauen von Dunwich" und natürlich auch "Die Farbe aus dem All".

Als geneigter Lovecraft-Verehrer und auch Filmfreund wartet man freudig darauf, dass endlich mal eines der Werke verfilmt wird. Leider wird man in den meisten Fällen mit B-Movies abgefrühstückt, die leider nicht den Anspruch der Vorlagen erfüllen und sich nicht durch Handwerkliches Können auszeichnen. So gibt bis dato nur einige wenige Versuche, eine Lovecraft-Geschichte zu verfilmen. Dazu gehören "Re-Animator" aus dem Jahr 1985 von Stuart Gordon, "Hemoglobin" von Peter Svatek, von 1997 und "Dagon" ebenfalls von Stuart Gordon aus dem Jahr 2001. Kultregisseur Guillermo del Toro arbeitet schon seit Jahren an einer Realisierung von "Berge des Wahnsinns", findet aber kaum Produzenten.
Doch was ist nun mit "Die Farbe" von Huan Vu? Ein H. P. Lovecraft Drehbuchvorlage, umgeschrieben auf das Deutschland der 70er Jahre. Klingt merkwürdig, ist aber nicht lächerlich. Huan Vu arbeitete fast drei Jahre mit immer wechselnden Crew-Mitgliedern an der Realisierung seines Drehbuchs, was eigentlich sein Diplomfilm für die Hochschule für Medien in Stuttgart-Vaihingen werden sollte. Das Projekt wurde allerdings zu groß und nach zweijähriger Postproduktion und Finanzspritze durch Co-Produzent Jan Roth, wurde der Film in Eigenvertrieb und mit kleineren Partnern in Nordamerika, Schweden und Finnland in die Filmwelt entlassen. Die Reaktionen waren gemischt bis positiv. Im Großen und Ganzen kann man dem Drehbuch nichts vorwerfen. Entgegen der Erwartungen hat sich Vu doch stark an der Vorlage orientiert und hat die Rahmenhandlung belassen und nur die Umstände ein wenig zurecht geschrieben. Aus dem Landvermesser, der ein verlassenes Gehöft findet und von dem Einheimschen Ammi Pierce aufgeklärt wird, was mit der Bauernfamilie geschah, so ist es bei Vu ein Mann auf der Suche nach seinem Vater, der nach Deutschland kommt und eine merkwürdige Gegend vorfindet. Die Verlagerung der Handlungsstätte ist also nicht großartig von Belang. Die Figurenkonstellation ist im Grunde die gleiche geblieben, nur die Namen und eventuelle Berufe wurden geändert bzw. angepasst. Dabei spielt die Haupthandlung eigentlich in den 30er Jahren, wobei die Handlung der Gegenwart ein wenig in den Hintergrund rückt und beinahe uninteressant wird. Man hätte sich eventuell darauf konzentrieren sollen, eine kurze, einleitende Handlung zu schreiben, nahe am Lovecraft-Original.

Der Film ist komplett in schwarz-weiß gehalten und dieser Stil verleiht dem Film einen gewissen Retro Touch, ist aber in erster Linie zweckdienlich. Es sind größtenteils Außenaufnahmen zu sehen und bei der Verwendung von Schwarz-Weiß-Optik muss man sich daher weniger Gedanken um Licht und Farbabstimmungen machen. Zumal das Equipment, welches beim Dreh verwendet wurde auch nicht das beste war. Dennoch ist der Stil geradezu malerisch und durch Spiel mit Licht und Schatten, sind ein paar beeindruckende Einstellungen gelungen, die noch durch Nachbearbeitung am Computer verstärkt wurden. Man kann dem Film und auch dem Regisseur schon ein handwerkliches Können zusprechen, was die Licht- und Bildstimmung angeht.  Dazu trägt auch die Musik bzw. die Geräuschkulisse bei. Gerade der Anfang des Films ist befremdlich, da Sekunden lang alte und verfallene Gebäude gezeigt wurden, schätzungsweise um die Auswirkungen des Meteoriteneinschlags zu veranschaulichen. Bei diesen Bildern herrscht absolute Stille vor und so ist es auch oft im Verlauf des Films.
Was bei einer Schwarz-Weiß-Produktion natürlich besonders gut hervorsticht ist - Die Farbe. Ich spoilere einfach mal die "Farbe", denn sie ist ja auch schon im Trailer zu sehen und stellt meines Erachtens auch einen Schwachpunkt des Films dar. Die verwendete Farbe ist Pink bis Purpur. Das ist nun keine sehr bedrohliche Farbe, wenn man bedenkt, dass diese Farbe Menschen, Tiere und Pflanzen beeinflussen kann und zerfallen lässt. Ich habe mit bei der Geschichte eine Art Grün-Blau vorgestellt. Obwohl das auch schon widersinnig ist, da es ja eine Farbe sein muss, die auf der Erde nicht existiert. Allerdings, stößt der menschliche Verstand da schon an seine Grenzen, eine Farbe zu beschreiben die es nicht gibt. Es ist, als müsste man einem Blinden die Farbe "Lila" erklären. Viele Szenen mit "der Farbe" führen durch die Farbwahl ein wenig ins ungewollt Niedliche, aber nicht unbedingt ins Lächerliche. Dennoch gibt es auch mit der Farbe einige gute Einstellungen und man hat sich darauf besonnen, sie aufwändig und kunstvoll in Szene zu setzen und auch den Eindruck der "Beweglichkeit" der Farbe zu verdeutlichen.

Ein weiterer, kleiner Negativpunkt wäre das Schauspiel. Für die Verhältnisse einer Low-Budget-Produktion ist das Schauspiel der handelnden Personen durchaus solide ausgefallen, wobei man bedenken muss, dass größtenteils Amateurschauspieler bzw. unbekannte Schauspieler auftreten. Man kann sich eventuell an den Statisten stören, die die Dorfbewohner verkörpern, die mit ihrem Auftreten und den wenigen Dialogen schon etwas zu unbeholfen und stockbeinig wirken. Aber wie schon erwähnt, es ist nun mal eine Low-Budget-Produktion. Ebenfalls ist "Die Farbe" etwas zu lang geraten, für das, was einem dann geboten wird. Der Film ist gute 86 Minuten lang, bietet aber gerade mal Inhalt für ca. 60 Minuten. Somit kommt viel Leerlauf zustande, der meistens auch aus unsinnigen Aufnahmen und Rückblenden besteht. Da hätte man die eigentliche Rahmenhandlung vielleicht kürzen sollen, damit der Fokus wirklich auf der Handlung der 30er Jahre liegt, so wie es auch sein sollte.
Fazit.
"Die Farbe" ist zwar eine Billigproduktion eines Filmstudenten, kann als Independentfilm mit einem an H. P. Lovecraft angelehnten Drehbuchs aber überzeugen. Huan Vu hat es verstanden, eine fühlbare Atmosphäre zu erzeugen, die dem Original schon sehr nahe kommt. Auch Aufnahmen der Umgebung und die Veranschaulichung des Verfalls durch die "Farbe" sind subtil in Szene gesetzt. Leider leidet der Film etwas an der Rahmenhandlung, die nicht mit der Handlung in der Vergangenheit mithalten kann. Wenn man mich fragt, ist "Die Farbe" ein guter Schritt in die richtige Richtung, wie man einen Film drehen muss, der sich an den Werken von Lovecraft orientiert und sie auch versteht.





Bis dahin - Tschödeldö







Fakten: http://genrefilm.net/die-farbe/
             http://www.die-farbe.com/
Bilder:  http://weird-xperience.de/weird-xperience-im-september-die-farbe-2010/
             http://genrefilm.net/die-farbe/

22.02.14

Das 'Monster Hunter'-Tagebuch #20


Liebes Tagebuch,

was soll ich sagen, ich bin ziemlich geschafft. Eigentlich wollte ich einen ruhigen Abend verbringen und mit dem Gildenmeister im Dorf ein wenig Karten spielen, doch leider hatte die Dorfvorsteherin ganz andere Pläne. Es gab wohl einen wichtigen Auftrag, der per Falke ankam. Eine Karawane ist in der Wüste angegriffen worden und die Nacht sollte schon bald hereinbrechen. Die Wagen waren beschädigt und konnten nicht weiterfahren. Sie mussten also wohl oder übel in der Wüste campieren,  bis die Wagen wieder soweit repariert worden sind, dass man problemlos weiterfahren konnte.

Das sollte nicht das Problem sein, denn die Fahrwege der Wüste waren schon seit einiger Zeit wieder sicher befahrbar. Denn stellte einer der Händler fest, dass sich etwas in der Entfernung um die Karawane bewegte. Ein Wesen mittlerer Größe, dass sich immer Näher an die Karawane heranzuschleichen versuchte. Für einen Nibelsnarf war es zu schnell und für eine Rathian zu klein. Es bewegte sich nah am Boden, wie es Raubkatzen normalerweise tun, wenn sie ihre Beute im Visier haben. Dennoch gab es keinen Übergriff. Mitten in der Nacht, vernahm ein Koch der mit der Karawane reiste, einen markerschütternden Schrei in der Ferne. Kein Schrei von einem Menschen. Der eines Wyverns. So laut, dass man ihn deutlich vernehmen konnte, aber es war weder Bewegung um die Wagen festzustellen, noch etwas am Himmel. Zum Glück schien der Mond hell in dieser Nacht. Ein Falke wurde zum nächsten Dorf geschickt und so musste ich mich auf in die Wüste machen. Ein Ort, den ich bei Nacht gar nicht so gern betrete. Dennoch sollte ich die Karawane ausfindig machen und falls es nötig sein sollte, sollte ich sie auch verteidigen. Zum Glück ist es möglich zu jeder Zeit in verschiedene Gebiete zu reisen.

Es war schon tiefe Nacht, als ich die Ausläufer der Wüste erreichte und das Camp in Richtung der Karawane verließ. Hinter ein paar steinigen Hügel, auf einer weiten, offenen Ebene konnte ich dann den Übeltäter beobachten, der die Händler umschlichen haben muss. Ein Tigrex war gerade auf der Jagd nach Aptonothen. Wie ein Raubtier schlich er sich an die unruhigen Tiere heran, bis er sie aufschreckte und wie ein Berserker hinterher preschte. Mit einer animalischen Grausamkeit konnte er beide erlegen und ließ ein markerschüttenden Schrei in die Nacht hallen. Er muss es gewesen sein. Er begann auch schon gleich gierig die Aptonothe zu verschlingen, bevor die Aasfresser, die Jaggis auftauchen würden. Allerdings konnte er sein Fressen nicht lange genießen, denn meine Gewehrlanze war schon durchgeladen und bereit...


Monster Hunter Tagebuch - Das Brüllen in der Nacht






Fortsetzung folgt...

19.02.14

Das 'Monster Hunter'-Tagebuch #19



Liebes Tagebuch,

ich glaube ich durchlebe eine Art von Sinnkrise. In der letzten Zeit fehlte mir jeglicher Antrieb auf Jagd zu gehen. Ich kann dabei wirklich von Glück sprechen, dass kaum nennenswerte Aufträge hereinkamen um die ich mich hätte kümmern müssen. Es ging eigentlich immer nur darum, irgendwelche Materialien zu sammeln. Keine Kämpfe, kein Adrenalin. Gut, ich wurde auf der Suche nach speziellen Pilzen von einem Congalala angegriffen. Außerdem hat er mir einen besonders großen Pilz geklaut. Diese rosa Affen lieben Pilze.

Man könnte fast sagen, dass ich zu einem Naturburschen geworden bin. Ich habe einige Tage damit verbracht im Nebelgebirge zu kampieren. Einfach die Natur erleben und das Treiben der Fauna beobachten. Ich hatte Glück, dass mich kein größeres Monster belästigt hat. Mal bin ich auf ein paar Jaggies getroffen, aber ereignisreicher wurde es auch nicht. Spannender wurde es, als ich zurück ins Dorf gerufen wurde, denn es kam eine sehr wichtiger Auftrag rein, der mich genau ins Nebelgebirge führen sollte. Auf einem der Berge steht ein alter Baum, der vermutlich schon mehrere hundert, wenn nicht sogar fast tausend Jahre alt ist. Er hat die besten Zeiten schon hinter sich und sieht sehr heruntergekommen aus, hat aber immer noch starke Wurzeln. Die Leute und vor allem die Bauern in der Gegend verehren diesen alten Baum als "Von den Göttern beseelt" und holen sich manchmal abgestorbenes Holz und düngen damit die Felder. Ist wohl so etwas wie ein Fruchtbarkeitsaberglaube.

Jedenfalls wurden an diesem Baum massive Schäden festgestellt. Abschabungen, Bisspuren und Kratzer. Es sah aus, als ob jemand mit einer Großen Keule auf den Baum eingedroschen hätte, nur um dann große Stücke aus ihm herauszureißen. Dem Schänder des Heiligtums sollte ich nun auf den Grund gehen, doch was ich dann in der nähe des Baumes fand, war kein Mensch. Vor dem Baum schlief ein riesiger Duramboros. Das erklärte auch die Schäden am Baum. Duramboros sind Pflanzenfresser und fressen am liebsten Holz. Die zerschmettern die Bäume mit ihrem Keulenschwanz und zermalmen das Holz mit ihrem kräftigen, verhornten Kiefern. Die Nährstoffe aus den gefressenen Bäumen sammeln die Monster in Höckern auf ihrem Rücken. Duramboros sind nicht sehr aggressiv, dafür aber sehr neugierig und werden leicht ungehalten, wenn man sie im Schlaf stört. Und leider habe ich genau diesen Fehler begangen...

Monster Hunter Tagebuch - Ein Monster steht im Walde



Der Kampf mit dem Duramboros war nicht sonderlich anstrengend, hat mich aber wieder auf den Weg des engagierten Jägers geführt. Voller Tatendrang und Übermut nahm ich einen Auftrag an, der mich mal wieder auf die Ödnis-Insel führte. Den Berichten zufolge ist dort ein Wyvern-Pärchen aufgetaucht, die die gesamte Insel terroriesieren. Eine Rathian und ein Rathalos. Den Informationen zufolge ist gerade Paarungszeit für diese Wyvernart und dieses Pärchen hat sich wohl die gesamte Ödnis-Insel als Nistplatz ausgesucht. Mit einem Duo dieser Gefahrenstufe würde sich nicht mal ein Zinogre anlegen.

In einem Flussbett mit flachen Wasser konnte ich auch das Weibchen, die Rathian, stellen. Es war vermutlich gerade auf Nahrungssuche. Ich nutzte meine Chance, solange das Männchen noch nicht in Reichweite war. Ich könnte es niemals alleine mit beiden Biestern aufnehmen. Das erinnerte mich schmerzlich an den Kampf mit dem Rathalos am Vulkan. Das Exemplar hat mich ganz schön zugerichtet und hat mich eine Lektion in Sachen Respekt erteilt. Ich konnte nur hoffen, dass es bei dem Exemplar auf der Ödnis-Insel besser laufen würden. Die Rathian war im Goßen und Ganzen kein Problem. Das liegt vor allem daran, dass ich mit auch Teilen des Zinogres eine spitzen Gewehrlanze mit dem Donner-Effekt fertigen konnte. Die Rathian pfiff schon aus dem letzten Loch, da tauchte angelockt durch den Lärm des Kampfes, der Rathalos auf.

Monster Hunter Tagebuch - Drachenpärchen





Fortsetzung folgt...

06.02.14

Game•Peteback: Game Dev Tycoon


Willkommen willkommen, zu einem neuen Ableger der unregelmäßig erscheinenden Game Reviews, die ich ganz liebevoll mein "Game•Peteback" nenne.

Wem zwischen dem Abarbeiten der größeren Spieltitel auf PC und Konsolen noch Zeit bleibt, der kann sich bei Steam mit haufenweise Spielen für Zwischendurch eindecken. Diese sind für kleines Geld zu haben und trotzdem machen sie über kurze oder auch längere Zeit eine Menge Spaß.

Eines dieser Spiele ist "Game Dev Tycoon" von Greenheart Games. Dieses kleine Tycoon-Abenteuer ist das erste Spiel der Spielentwickler Patrick und Daniel Klug, welches mit dem Grundgedanken erschaffen wurde, Spiele zu entwickeln, die vor allem Spaß machen und keine hirnlosen Geldgeneratoren sind. Dazu passt das zugrunde liegende Motto "Less social, less ville, more game".
Interessant, dass man sich gerade dafür entschieden hat keine Geldgeneratoren zu entwickeln, wobei es doch in "Game Dev Tycoon" fast schon in die Richtung geht.

Man beginnt als Spielentwickler ganz am Anfang. Erst muss der Name der Firma gefunden wurden, dann der des Firmenleiters/leiterin und man kann noch auswählen mit wie viel Startkapital man ins Rennen gehen möchte. Die Charaktererstellung beschränkt sich auf Männlich/Weiblich und Haare und Pulloverfarbe. Spielentwickler müssen auch nicht durch ein extravagantes Auftreten glänzen. Man startet in den 80er Jahren in der hauseigenen Garage mit standardmäßigen PC, Schreibtisch, Farbdosen und anscheinend einem "DeLorean DMC". Nach einer kleinen Einführung kann man auch schon frisch ans Werk gehen und das erste Spiel produzieren. Tutorial-Fenster helfen dem Spieler detailliert durch den Anfang und geben immer wieder nützliche Tipps. Anfangs kann man nur Spiele für zwei Systeme entwickeln. Für den guten, alten PC und den Govodore G64. Da kristallisiert sich schon ein Merkmal von "Gane Dev Tycoon" heraus und das sind die Namen der Plattformen und Systeme. Diese sind angelehnt an echte Systeme, wobei der Name mehr schlecht als recht "kreativ" verfremdet wurde. Dabei kamen kuriose Namen heraus und wer erinnert sich nicht an die tolle Zeit mit "Super TES", dem "Playsystem", der "MBox" oder dem grandiosen Handheld, dem "Gameling".
Wie findet also die Spielentwicklung statt? Man sucht sich am besten zuerst die Plattform aus und kann das Thema des Spiels und das Genre festlegen. Beim ersten Spielstart ist das ein Sprung ins offene Messer, denn man kann nicht genau abschätzen, wie sich nun genau Thema und Genre verträgt und wie sich das noch auf die Plattform auswirkt. Zum Beispiel verkaufen sich sich Rollenspiele auf dem PC nicht so gut wie Simulationen und auf dem "Govodore G64" ist es noch mal anders. Auch passt beispielsweise das Thema "Zeitreisen" überhaupt nicht zum Genres wie "Strategie" oder "Simulation", aber super zu "Rollenspiel", aber weniger super zu "Action". Die Variablen wie sich nun die Auswahl auf die Verkäufe und die Wertungen auswirken sind mannigfaltig. Nur der Titel scheint weniger ausschlaggebend für den Erfolg oder Misserfolg zu sein. In der Produktion kommt es dann noch dicker, wenn man die Gewichtung der einzelnen Produktionsabschnitte noch eine Rolle spielt. Legt man nun Wert auf Story? Oder doch lieber auf Level Design, oder lieber auf Dialoge, Sound und K.I. ? Auch dies ist vom Genre abhängig, wie man die Gewichtung setzt. In den Produktionsabschnitten werden dann Punkte für Design, Technik und Forschung vergeben und auch Bugs treten auf und müssen in der Nachbearbeitung beseitigt werden.

Wenn man sich dann durch die erste Spielentwicklung gekämpft hat, wartet man fieberhaft auf die Kritiken der Presse. Diese können vernichtend oder lobend sein (mit einer 0-10 Wertung), je nach dem ob man die richtigen (meist blinden) Entscheidungen getroffen hat. Auch kann es vorkommen, dass Spielemagazine ein Vorabinterview machen möchten, wobei man für das Siel noch einmal die Werbetrommel rühren und die eigene Kompetenz unter Beweis stellen kann .In den nächsten Wochen wird das Spiel dann vertrieben und man sackt die Kohle ein und finanziert sich das zweite Spiel. Zu jedem Spiel kann man dann noch einen Spielbericht anfertigen, der dem Spieler in der Auswertung verrät, wie klug die Entscheidungen nun waren. Die Ergebnisse werden dann gespeichert und beim nächsten Spiel angezeigt, damit man die Fehler nicht noch einmal macht.

Wenn man alles richtig macht und ein Händchen für die Spielentwicklung hat, dann steigt man bald auf und kann sogar aus der muffigen Garage ausziehen. Mitarbeiter werden eingestellt und ausgebildet, eigene Engines werden erstellt, Forschungslabore eröffnet und man erforscht neue Themen und andere Elemente, die z.B. für die Engine-Entwicklung wichtig sind. Auftragsarbeiten können angenommen werden um ein wenig Extrageld in die Kasse zu spülen und auch Publisheraufträge können angenommen werden, bei denen man sich weniger Gedanken machen muss, denn die Publisher wissen oft was sie wollen und geben es vor. Allerdings sind auch diese Aufträge nicht immer von dem Erfolg gekrönt, den sich die Publisher gerne erhoffen.
"Game Dev Tycoon" ist auf den ersten Blick nicht fordernd, trotzdem sollte man die Entscheidungen die man trifft genau überdenken, denn das Spiel basiert rein auf dem Geld. Nur mit genügend Geld können neue und auch bessere Spiele entwickelt werden. Wer die Ressourcen die er hat nicht klug einsetzt ist schnell in den roten Zahlen und geht noch schneller bankrott. Ich selber bin am Anfang drei Mal bankrott gegangen, bis ich genug Informationen zusammen hatten, damit ich erfolgreiche Spiele produzieren konnte. Die Auswertungen aus dem Spielberichten übernimmt man auf Wunsch auch in ein neues Spiel. Hier entsteht natürlich ein kleiner Frustfaktor, wenn man einfach nicht voran kommt. Man muss schon mit Köpfchen an die Sache herangehen und fleißig sein. Außerdem schadet es auch nicht öfter die selben Kombinationen zu nutzen, denn diese verkaufen sich im Schnitt ganz gut. Spielentwickler bleib bei deinen virtuellen Leisten.

Wenn der Laden läuft und der Rubel rollt, ist man auch motiviert immer neue Spiele zu produzieren, zu forschen, Experimente zu wagen und neue Dinge zu lernen. Man steigt in der Szene immer weiter auf und mausert sich vom Garagenarbeiter zu einem Firmenvorstand und muss auch die Mitarbeiter mit sich wachsen lassen. Die Mitarbeiter müssen eingestellt und natürlich bezahlt werden und entsprechen mit Fähigkeiten bestückt werden. Design, Technologie und Geschwindigkeit sind ausschlaggebende Kriterien die gepflegt und ausgebaut werden müssen. So lassen sich Spiele besser und effektiver entwickeln.

Hier und dort haben sich die Entwickler allerdings kleine Logiklöcher offen gelassen, die einem schon zu denken geben sollten. Man kann weit über 100 Spiele entwickelt haben, aber kann trotzdem die Forschung schleifen lassen. Sprich, es gibt schon Next-Gen-Konsolen, Handhelds und PCs, die das Internet nutzen und man kann im Labor "Das Potenzial des Internets" erforschen. Auch ist es nicht ersichtlich, wieso man für die Spielemessen keine Spiele auswählen darf, sondern immer mit dem Neusten an den Start gehen muss, egal wie gut oder schlecht es ist. Außerdem setzt das Spiel auf verfremdete Namen für die Konsolen und Spielemessen sowie Gaming Magazine, aber man bekommt Errungenschaften dafür, wenn man Spiele wie "Wing Commander" oder "Halo" oder "Doom" entwickelt. Auch kann man sich den Namen von bekannten Entwicklerschmieden nehmen und bekommt dafür Errungenschaften. Auch bleiben Kontakt und Konkurrenz mit anderen Entwicklerstudios aus. Man fühlt sich etwas alleine auf dem Markt. Ich selber wurde nach ca. 8 Stunden Spielzeit und 35 Ingame-Jahren in das offene Spiel entlassen, was leider die Motivation etwas schmälert. Dafür hat meine Spieleschmiede "Echtzeit_Manufacture" einen netten Preis bekommen.
Fazit.
"Game Dev Tycoon" ist für die erste Entwicklerarbeit ein zufriedenstellendes Tycoon-Spiel geworden. Das Gameplay ist fordernd und auch motivierend und kann mit guten Ideen und ein wenig trockenem Humor glänzen. Allerdings konnte ich persönlich keine Langzeitmotivation ausmachen, obwohl es nach der "Handlung" noch einiges zu erforschen und auszuprobieren gibt. Dennoch ist diese Entwicklersimulation eine echte Perle für zwischendurch, wo man schon ein paar Stunden mit verbringen kann. Ich hatte auf jeden Fall Spaß. Wer weiß, was weitere Updates für das Spiel noch bereithalten und welche Mod-Unterstützungen noch dazukommen. Ich habe das Spiel für ca. 5€ bei Steam in einem Sale bekommen, man sollte also mal die Augen auf halten. 

Peteback würde "Game Dev Tycoon" eine gute 7 geben. Unterhaltsam aber kurzweilig.






Bis dahin - Tschödeldö






Bilder: http://www.greenheartgames.com/app/game-dev-tycoon/