06.02.14

Game•Peteback: Game Dev Tycoon


Willkommen willkommen, zu einem neuen Ableger der unregelmäßig erscheinenden Game Reviews, die ich ganz liebevoll mein "Game•Peteback" nenne.

Wem zwischen dem Abarbeiten der größeren Spieltitel auf PC und Konsolen noch Zeit bleibt, der kann sich bei Steam mit haufenweise Spielen für Zwischendurch eindecken. Diese sind für kleines Geld zu haben und trotzdem machen sie über kurze oder auch längere Zeit eine Menge Spaß.

Eines dieser Spiele ist "Game Dev Tycoon" von Greenheart Games. Dieses kleine Tycoon-Abenteuer ist das erste Spiel der Spielentwickler Patrick und Daniel Klug, welches mit dem Grundgedanken erschaffen wurde, Spiele zu entwickeln, die vor allem Spaß machen und keine hirnlosen Geldgeneratoren sind. Dazu passt das zugrunde liegende Motto "Less social, less ville, more game".
Interessant, dass man sich gerade dafür entschieden hat keine Geldgeneratoren zu entwickeln, wobei es doch in "Game Dev Tycoon" fast schon in die Richtung geht.

Man beginnt als Spielentwickler ganz am Anfang. Erst muss der Name der Firma gefunden wurden, dann der des Firmenleiters/leiterin und man kann noch auswählen mit wie viel Startkapital man ins Rennen gehen möchte. Die Charaktererstellung beschränkt sich auf Männlich/Weiblich und Haare und Pulloverfarbe. Spielentwickler müssen auch nicht durch ein extravagantes Auftreten glänzen. Man startet in den 80er Jahren in der hauseigenen Garage mit standardmäßigen PC, Schreibtisch, Farbdosen und anscheinend einem "DeLorean DMC". Nach einer kleinen Einführung kann man auch schon frisch ans Werk gehen und das erste Spiel produzieren. Tutorial-Fenster helfen dem Spieler detailliert durch den Anfang und geben immer wieder nützliche Tipps. Anfangs kann man nur Spiele für zwei Systeme entwickeln. Für den guten, alten PC und den Govodore G64. Da kristallisiert sich schon ein Merkmal von "Gane Dev Tycoon" heraus und das sind die Namen der Plattformen und Systeme. Diese sind angelehnt an echte Systeme, wobei der Name mehr schlecht als recht "kreativ" verfremdet wurde. Dabei kamen kuriose Namen heraus und wer erinnert sich nicht an die tolle Zeit mit "Super TES", dem "Playsystem", der "MBox" oder dem grandiosen Handheld, dem "Gameling".
Wie findet also die Spielentwicklung statt? Man sucht sich am besten zuerst die Plattform aus und kann das Thema des Spiels und das Genre festlegen. Beim ersten Spielstart ist das ein Sprung ins offene Messer, denn man kann nicht genau abschätzen, wie sich nun genau Thema und Genre verträgt und wie sich das noch auf die Plattform auswirkt. Zum Beispiel verkaufen sich sich Rollenspiele auf dem PC nicht so gut wie Simulationen und auf dem "Govodore G64" ist es noch mal anders. Auch passt beispielsweise das Thema "Zeitreisen" überhaupt nicht zum Genres wie "Strategie" oder "Simulation", aber super zu "Rollenspiel", aber weniger super zu "Action". Die Variablen wie sich nun die Auswahl auf die Verkäufe und die Wertungen auswirken sind mannigfaltig. Nur der Titel scheint weniger ausschlaggebend für den Erfolg oder Misserfolg zu sein. In der Produktion kommt es dann noch dicker, wenn man die Gewichtung der einzelnen Produktionsabschnitte noch eine Rolle spielt. Legt man nun Wert auf Story? Oder doch lieber auf Level Design, oder lieber auf Dialoge, Sound und K.I. ? Auch dies ist vom Genre abhängig, wie man die Gewichtung setzt. In den Produktionsabschnitten werden dann Punkte für Design, Technik und Forschung vergeben und auch Bugs treten auf und müssen in der Nachbearbeitung beseitigt werden.

Wenn man sich dann durch die erste Spielentwicklung gekämpft hat, wartet man fieberhaft auf die Kritiken der Presse. Diese können vernichtend oder lobend sein (mit einer 0-10 Wertung), je nach dem ob man die richtigen (meist blinden) Entscheidungen getroffen hat. Auch kann es vorkommen, dass Spielemagazine ein Vorabinterview machen möchten, wobei man für das Siel noch einmal die Werbetrommel rühren und die eigene Kompetenz unter Beweis stellen kann .In den nächsten Wochen wird das Spiel dann vertrieben und man sackt die Kohle ein und finanziert sich das zweite Spiel. Zu jedem Spiel kann man dann noch einen Spielbericht anfertigen, der dem Spieler in der Auswertung verrät, wie klug die Entscheidungen nun waren. Die Ergebnisse werden dann gespeichert und beim nächsten Spiel angezeigt, damit man die Fehler nicht noch einmal macht.

Wenn man alles richtig macht und ein Händchen für die Spielentwicklung hat, dann steigt man bald auf und kann sogar aus der muffigen Garage ausziehen. Mitarbeiter werden eingestellt und ausgebildet, eigene Engines werden erstellt, Forschungslabore eröffnet und man erforscht neue Themen und andere Elemente, die z.B. für die Engine-Entwicklung wichtig sind. Auftragsarbeiten können angenommen werden um ein wenig Extrageld in die Kasse zu spülen und auch Publisheraufträge können angenommen werden, bei denen man sich weniger Gedanken machen muss, denn die Publisher wissen oft was sie wollen und geben es vor. Allerdings sind auch diese Aufträge nicht immer von dem Erfolg gekrönt, den sich die Publisher gerne erhoffen.
"Game Dev Tycoon" ist auf den ersten Blick nicht fordernd, trotzdem sollte man die Entscheidungen die man trifft genau überdenken, denn das Spiel basiert rein auf dem Geld. Nur mit genügend Geld können neue und auch bessere Spiele entwickelt werden. Wer die Ressourcen die er hat nicht klug einsetzt ist schnell in den roten Zahlen und geht noch schneller bankrott. Ich selber bin am Anfang drei Mal bankrott gegangen, bis ich genug Informationen zusammen hatten, damit ich erfolgreiche Spiele produzieren konnte. Die Auswertungen aus dem Spielberichten übernimmt man auf Wunsch auch in ein neues Spiel. Hier entsteht natürlich ein kleiner Frustfaktor, wenn man einfach nicht voran kommt. Man muss schon mit Köpfchen an die Sache herangehen und fleißig sein. Außerdem schadet es auch nicht öfter die selben Kombinationen zu nutzen, denn diese verkaufen sich im Schnitt ganz gut. Spielentwickler bleib bei deinen virtuellen Leisten.

Wenn der Laden läuft und der Rubel rollt, ist man auch motiviert immer neue Spiele zu produzieren, zu forschen, Experimente zu wagen und neue Dinge zu lernen. Man steigt in der Szene immer weiter auf und mausert sich vom Garagenarbeiter zu einem Firmenvorstand und muss auch die Mitarbeiter mit sich wachsen lassen. Die Mitarbeiter müssen eingestellt und natürlich bezahlt werden und entsprechen mit Fähigkeiten bestückt werden. Design, Technologie und Geschwindigkeit sind ausschlaggebende Kriterien die gepflegt und ausgebaut werden müssen. So lassen sich Spiele besser und effektiver entwickeln.

Hier und dort haben sich die Entwickler allerdings kleine Logiklöcher offen gelassen, die einem schon zu denken geben sollten. Man kann weit über 100 Spiele entwickelt haben, aber kann trotzdem die Forschung schleifen lassen. Sprich, es gibt schon Next-Gen-Konsolen, Handhelds und PCs, die das Internet nutzen und man kann im Labor "Das Potenzial des Internets" erforschen. Auch ist es nicht ersichtlich, wieso man für die Spielemessen keine Spiele auswählen darf, sondern immer mit dem Neusten an den Start gehen muss, egal wie gut oder schlecht es ist. Außerdem setzt das Spiel auf verfremdete Namen für die Konsolen und Spielemessen sowie Gaming Magazine, aber man bekommt Errungenschaften dafür, wenn man Spiele wie "Wing Commander" oder "Halo" oder "Doom" entwickelt. Auch kann man sich den Namen von bekannten Entwicklerschmieden nehmen und bekommt dafür Errungenschaften. Auch bleiben Kontakt und Konkurrenz mit anderen Entwicklerstudios aus. Man fühlt sich etwas alleine auf dem Markt. Ich selber wurde nach ca. 8 Stunden Spielzeit und 35 Ingame-Jahren in das offene Spiel entlassen, was leider die Motivation etwas schmälert. Dafür hat meine Spieleschmiede "Echtzeit_Manufacture" einen netten Preis bekommen.
Fazit.
"Game Dev Tycoon" ist für die erste Entwicklerarbeit ein zufriedenstellendes Tycoon-Spiel geworden. Das Gameplay ist fordernd und auch motivierend und kann mit guten Ideen und ein wenig trockenem Humor glänzen. Allerdings konnte ich persönlich keine Langzeitmotivation ausmachen, obwohl es nach der "Handlung" noch einiges zu erforschen und auszuprobieren gibt. Dennoch ist diese Entwicklersimulation eine echte Perle für zwischendurch, wo man schon ein paar Stunden mit verbringen kann. Ich hatte auf jeden Fall Spaß. Wer weiß, was weitere Updates für das Spiel noch bereithalten und welche Mod-Unterstützungen noch dazukommen. Ich habe das Spiel für ca. 5€ bei Steam in einem Sale bekommen, man sollte also mal die Augen auf halten. 

Peteback würde "Game Dev Tycoon" eine gute 7 geben. Unterhaltsam aber kurzweilig.






Bis dahin - Tschödeldö






Bilder: http://www.greenheartgames.com/app/game-dev-tycoon/

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen