30.03.14

Anime•Peteback: Ano Natsu de Matteru/Waiting in the Summer


Endlich geht es mal wieder um einen Anime.

Ano Natsu de Matteru/Waiting in the Summer


Originaltitel: Waiting in the Summer/Ano Natsu de Matteru (あの夏で待ってる)
Deutscher Titel: Waiting in the Summer
Originalsprache: Japanisch
Erschienen: 2012/2013
Folgenlänge: ca. 25 Minuten
Regie: Tatsuyuki Nagai
Drehbuch: Yōsuke Kuroda
Studio: J.C. Staff/Genco, Inc.

Kurz gesagt: "Waiting in the Summer" oder "Ano Natsu de Matteru", wie es im Original heißt, ist ein eine 12-teilige Anime-Serie von Regisseur Tatsuyuki Nagai. Für den Anime zeichnet sich das Studio "J.C. Staff" verantwortlich. In "Waiting in the Summer" geht es um den jungen Kaito, der eines nachts unterwegs ist und Probeaufnahmen mit seiner Videokamera macht. Plötzlich erhellt sich der Himmel und es kommt zu einem Einschlag, der Kaito über die Brüstung einer Brücke schleudert. Doch wird er im letzten Moment von jemand oder etwas gerettet und erwacht am Morgen in seinem Zimmer.




Kaito Kirishima ist Highschool-Student im ersten Jahr und ein begeisterter Amateurfilmer. Aus diesem Grund trägt er auch immer eine kleine Handkamera mit sich herum und dokumentiert dieses und jenes. Eines nachts testet er die High-Speed-Kamera, als plötzlich ein gleißendes, blaues Licht am Himmel erscheint. Kaito wird über das Geländer des Staudamms geschleudert, auf der er gerade noch stand und stürzt in die Tiefe. Am nächsten Morgen erwacht er wie immer in seinem Zimmer. Das einzige an was er sich erinnern kann, ist die Explosion und eine Hand die nach seiner Griff. Am nächsten Tag kommt eine neue Austauschschülerin an die Highschool. Ichika Takatsuki. Sie geht in den dritten Jahrgang und irgendwie hat Kaito das Gefühl sie schon einmal getroffen zu haben, auch wenn das eigentlich nicht sein kann. Nach der Schule filmt Kaito wieder einmal die Gegend und findet Ichika mit ihrem Gepäck an einem Bach, wo sie gerade versucht Fische zu angeln. Wie es aussieht hat sie noch keine Bleibe und sie lädt er sie ein, für ein paar Tage bei ihm und seiner Schwester zu wohnen. Da seine Schwester Nanami für ein paar Monate ins Ausland muss, bietet Ichika ihre Hilfe als Haushälterin an, im Gegenzug darf sie im Haus für längere Zeit wohnen. Die hübsche Austauschstudentin findet sich schnell in den Freundeskreis ein, auch wenn Kaitos Freunde Kanna und Mio eher misstrauisch der Neuen gegenüber sind. Allein der Frauenheld Tetsurou und die elitäre Lemon sind ganz von der rothaarigen Fremden begeistert. Die Freunde planen über den Sommer einen Amateur-Alienfilm zu drehen, wobei Lemon das Drehbuch schreiben soll. Sie ist es auch, die Ichika am geeignetsten für die Rolle der hübschen Aliendame halt, unwissend, dass Ichika wirklich neu auf der Erde ist.




Es gibt ja einige interessante Kombinationen in der Anime-Welt, aber bei "Wating in the Summer" kommen SiFi, Romantic, Comedy, Drama und Shonen zusammen. Alles kollidiert miteinander und ergibt ein 12-teiliges Serienabenteuer, dass man einfach am Stück gucken kann und eine liebevolle und interessante Geschichte über sechs Teenager und einen unvergesslichen Sommer erzählt.

Das Wunderbare an diesem Anime ist wirklich, dass man gar nicht so viel über ihn sagen kann. Bei zwölf Episoden gibt es auch gar nicht so viel zu erzählen, da man sonst schon bald die ganze Geschichte preisgeben müsste. Es sei gesagt, dass einem ein spannender Einstieg geboten wird und man schnell an alle handlungsrelevanten Charaktere herangeführt wird. Dabei lässt die Geschichte auch keine Zeit verstreichen und schon ab der zweiten Folge ist man voll im Geschehen drin. Die meiste Zeit wohnt man den Drehtagen des sechs-köpfen Filmteams bei und erlebt, wie sie den Alien-Film aufziehen und wie die Charaktere ihren Sommer in der ländlichen Provinz verbringen. Dabei dürfen natürlich auch die zwischenmenschlichen Einblicke nicht fehlen.
Tatsuyuki Nagai legte viel Wert auf das, was sich zwischen den einzelnen Figuren abspielt und wie sie zusammenhängen. Jeder Charakter ist einzigartig und hat seine ganz eigenen Wesenszüge und Macken. Gut ist, dass das Pulver nicht schon in den ersten Folgen verschossen wird und man die handelnden Figuren bis zur letzten Episode kennenlernt. Seien es nun männliche oder weibliche Charaktere, alle sind liebevoll in Szene gesetzt, wirken sympathisch und interessant. Außerdem wirkt keiner wie eine Randfigur, wie das sonst in einem Anime gerne mal der Fall ist. Jede Episode ist dabei von Bedeutung und kann das Gefüge zwischen den Figuren aufrütteln oder verändern. Doch wer glaubt, dass die Teenager vorhersehbare Figuren sind, der liegt falsch, denn einige Fragen der Person betreffend, bleiben auch bis zum Ende ungelöst.

Wenn man so einen bunten Genre-Mix vor sich hat, gibt es dabei natürlich die dominierenden Genres und die, die sich einfach so nebenbei eingliedern. In erster Linie ist der Anime im Romantic-Genre einzuordnen. Über die Länge der 12 Episoden kommt es immer wieder zu romantischen Situationen zwischen den sechs Freunden und die Gefühle der einzelnen Figuren kommen zum Vorschein. Sei es eine alte Jugendliebe oder eine neue Liebe aus dem All, das Zwischenmenschliche dominiert diese Serie sehr stark. Da zeigt sich auch schon ein kleiner Negativpunkt auf, denn trotz aller Romantik sind viele Situationen furchtbar schmalzig und überzeichnet und rutschen auch gerne mal in blanken Kitsch ab. Das geht sogar soweit, dass Figuren in die Handlung geworfen werden, die auch nur zwei Folgen auftreten um ein wenig Dramatik in die Romanzen zu bringen. Weniger dominant sind die humorvollen Einlagen. Man spart sich größtenteils den Slap Stick Humor und legt viel mehr Wert auf den Humor der Charaktere, ihrer Eigenheiten und die Dialoge. Ichika ist zwar eine Außerirdische, dennoch kommt der SiFi-Part in dieser Serie ziemlich kurz. Erst gegen Ende der Serie kommt es verstärkt zur Einbindung dieses Genres. Es gibt hier und dort mal leichte Einblicke in Ichikas wahre Gestalt und die fortschrittliche Technik die sie bei sich hat. Ein kleiner Sympathieträger ist dabei ihr kleiner, organischer Bordcomputer namens "Rinon", der als klopsiges Wesen auftritt und auch für ein paar amüsante Momente sorgt.
Kommen wir mal zur Optik des Anime. Die Animationen sind wirklich sehr gut gelungen und das Design der Figuren ist wirklich ansehnlich. Augenmerk sollte man vor allem auf die Mimik der Figuren legen, denn diese ist trotz einfacher Gesichtsanimationen sehr ausgeprägt und vielsagend. Ein großes Lob muss man J.C Staff für die Hintergründe und die ganze Umwelt aussprechen. Das der Anime in einer eher ländlichen Gegend spielt ist natürlich viel Grün zu sehen und die Stadt wirkt gleichermaßen traditionell wie fortschrittlich. Die Landschaften sind wirklich eindrucksvoll und selbst ein normales Haus wirkt wie ein hübsches Gemälde in dem sich die Figuren bewegen. Wichtig dabei ist auch der Einsatz von Licht und die Lichtstimmung, denn der Sommer bietet schicke Einstellungen mit strahlendem Sonnenschein am Meer und malerische Sonnenuntergänge und Sternenhimmel.

Der letzte Punkt ist die Synchronisation. Diese ist widererwartend sehr gut gelungen und mit Jan Makino als Kaito, Florian Hoffman als Tetsurou, Damineh Hojat als Ichika und Sarah Alles als Mio, sind ein paar wirklich talentiere Sprecher am Werk, die auch zu den verschiedenen Charakteren passen. Somit kann man sowohl die deutsche Synchronisation, als auch den Originalton genießen, wobei ich wirklich die deutsche Fassung empfehle.
 Fazit.
"Waiting in the Summer" ist ein wirklich interessanter Anime im Romantic-Genre, welcher mit einer interessanten, aber nicht immer schlüssigen Handlung aufwarten kann und mit einer guten deutschen Synchronisation beschenkt wurde. Momentan ist der Anime in zwei Volumes erhältlich, sowohl als BluRay, als auch auf DVD. Ich hatte sehr viel Spaß mit der Serie und für ein Wochenende kann man sich die Boxen auch mal ausleihen, denn der Anime ist zwar gut, aber auch sehr kurzweilig.





Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://en.wikipedia.org/wiki/Ano_Natsu_de_Matteru
             http://de.anisearch.com/anime/7266,ano-natsu-de-matteru
             https://www.synchronkartei.de/?action=show&type=serie&id=26646
Bilder:  http://www.animevice.com/dvd-release/22-2243/all-images/84-270950/dvd_vol/83-521981/
             http://www.animevice.com/forums/waiting-in-the-summer/1634/winter-watch-waiting-in-the-summer-11/331555/
             http://www.theotakugamer.com/otaku-in-review-episode-146-waiting-in-the-summer-in-the-winter/
             http://www.capsulecomputers.com.au/2013/01/waiting-in-the-summer-review/

25.03.14

Nether - Erfahrungsbereicht eines Überlebenden


Nun heißt es: Prey or Pray


Das Leben als ein Überlebender in einer völlig zerstörten und lebensfeindlichen Welt ist kein Zuckerschlecken. Zur Zeit gibt es einige Spiele mit Open-World-Charakter, die einem dieses Gefühl zur Genüge vermitteln. Darunter Spiele wie DayZ, 7 Days to Die, State of Dekay oder Rust. Es ging nun auch einen weiteren Kandidaten, der sich in diese Riege einreihen möchte und mit ein paar interessanten Ideen daherkommt.

Die Rede ist von "Nether". Und dabei handelt es sich nicht um die höllische Parallelwelt aus Minecraft. Entwicklet wurde "Nether" von Phosphor Games, die ihren Sitz in Chicago haben. Das Team formte sich vor einigen Jahren aus verschiedenen Ex-Mitarbeitern größerer Entwicklerstudios und weißt somit eine Bandbreite von Kompetenzen auf. Actions Adventures, First Person Shooter, Sport Games, Casual oder MMO, die Mitarbeiter kommen aus den verschiedensten Bereichen und es konnten auch schon Spiele wie "Horn", "The Dark Meadow" und "Kinect Adventures" veröffentlicht werden. Der neuste und aktuellste Streich ist der First-Person-Survival-Shooter "Nether". Ich habe das Survival-Abenteuer nun fast 20 Stunden getestet und werde nun meine Erfahrungen niederschreiben.

"Nether" ist über Steam erhältlich und ist in der Standard-Version für 13.99€ erhältlich. Dies beinhaltet nur den Early-Access-Zugang für das Spiel. Es gibt auch noch zwei weitere Versionen, die Guest-Keys enthalten und einen geringen Betrag der Ingame Währung "Nether Gold", sowie extra Skins für den Charakter. Damit beginnt das Spiel auch. Nachdem man sich einen Server gesucht hat, kann man sich einen Charakter für das Überlebensabenteuer erstellen. Dabei kann man standardmäßig zwischen drei Köpfen, drei Shirts und drei Hosen wählen. Mehr ist momentan leider noch nicht drin. Auch kann man bisher nur männlich Charaktere spielen, was sich in weiteren Updates aber sicher noch ändern wird. Nun wird man als Überlebender zufällig auf die Map gesetzt, welche übrigens Chicago nachempfunden ist.
Die Map ist noch verhältnismäßig klein, denn es ist nur ein kleiner, nördlicher Teil der Stadt zugänglich. Wenn man allerdings mal herauszoomt, erkennt man die Dimensionen, die die Map später einmal annehmen kann, da ist eindeutig Potential zu erkennen. Doch schon auf diesem "kleinen" Gebiet gibt es einiges zu sehen, zu erleben und zu finden. Man wird also auf die Map gesetzt und muss mit der Welt in der man sich befinden zurechtkommen. Die einzige Hilfe die man hat ist ein Messer und die Map. Man ist als neuer Spieler nicht mehr als Freiwild und das nicht nur für die umherstreifenden Nether-Monster, sonder auch für andere Mitspieler. Wenn man sich nicht vorher etwas informiert hat, steht man zuerst ein wenig ratlos in der Gegend herum und guckt sich erst einmal ein wenig um. Hier und dort kann man dann schon auf Items stoßen und da fängt das Spiel auch schon an. Elementar für das Überleben ist die Suche nach Nahrung, Waffen, Waffenteilen, Munition und Gegenständen zum handeln. Man sollte sich aber auch schleunigst auf den Weg zu einer der vier sicheren Safe Zones machen, damit man vor den Spielern und auch vor Monstern sicher ist.

Die Welt von Nether ist verkommen, heruntergekommen, zerstört, düster und leblos. Durch einen Sonnensturm hat sich bei zweidrittel der Menschheit die DNA und Zellstruktur verändert und aus ihnen wurden die Monster, die man im Spiel als "Nether" kennt. Sie veränderten ihr aussehen und bekamen die Fähigkeit sich zu teleportieren. Dieser Tag ist als "The Cull" bekannt, also "Die Auslese/Auswahl". Um dieses Ereignis ranken sich Theorien und Legenden, denn man weiß noch nicht, was nun der Auslöser für die Mutationen war. Ein Virus? Bakterien? Aliens? Dämonen? Man weiß nichts Genaues. Die Nether treten in unterschiedlicher Erscheinung und mit unterschiedlichen Fähigkeiten auf. Die "Lost" sind halb menschlich und halb Nether und explodieren, wenn man sie verletzt oder ihnen zu nahe kommt. Crawler sind klein und schnell und bilden den Standardgegner, den man am häufigsten trifft. Sie können sich teleportieren und aus dem Teleport her angreifen. Die Shrieker sind nicht sehr stark, können sich aber teleportieren, spucken Schleim der die Sicht einschränkt und können einen Schrei ausstoßen, mit dem sie andere Nether anlocken. Die Golems sind die Tanks (Zombie-Mutant aus Left 4 Dead) in "Nether". Sie sind groß und stark, dafür aber auch sehr langsam. Hunter sind mit die gefährlichste Klasse, denn sie können sich teleportieren, zuschlagen und können Nadeln aus ihrem Brustkorb schießen, die den Spieler sofort töten, wenn man zu nah bei ihnen steht. Die Watcher sind eine passive Klasse, die meistens in der Nacht auftritt und mit ihrem roten Suchscheinwerferblick die Gegend absuchen. Finden sie einen Spieler stürzen sie sich auf diesen hinab und attackieren ihn mit Schlägen und Säureangriffen, außerdem blenden sie den Gegner mit ihrem Blick. Die Mantis sind die einzigen Mutanten die fliegen können. Sie patrouillieren auf den Straßen und auf hohen Gebäuden und können sich auch teleportieren. Sie können sowohl mit Nahkampfangriffen gefährlich werden, als auch einen Feuerstoß abgeben. Außerdem sind sie schwieriger mit Nahkampfwaffen zu treffen. Der letzte Mutant ist der Reaper. Er ist der Gefährlichste von allen und tritt als Event-Monster auf. Er wird oft begleitet von einer Horde anderer Nether.
Wie setzt man sich nun am besten gegen die Biester zur Wehr? Für's Erste hat man nur ein Messer und muss sich die Nether-Kreaturen mit Hieben und Ausweichen vom Leib halten. Es wird von Spiel aber mehr gefordert, dass man den Kontakt mit den Nether erst meidet. Dazu gibt es zwei gute Hilfsmittel und einige Regeln. Die Nether reagieren auf Geräusche. Das heißt, Rennen und Springen machen Lärm und die Nether werden auf den Spieler schneller aufmerksam. Um dies zu vermeiden kann man geduckt laufen und kriechen. Langsam aber sicher. Zu den Regeln sei so viel gesagt, dass sich die Mutanten gerne auf offenen Gelände aufhalten. Heißt im Umkehrschluss: Wer sich durch die Häuserruinen bewegt, der ist vor den meisten Attacken schon einmal sicher. Hilfreich sind auch die U-Bahnnetze, die durch die Stadt führen. Sie bringen einen schnurstracks von einem Ende der Map zum anderen. Allerdings können im Dunkeln der U-Bahnschächte auch Monster lauern. Aber auch brauchbares Loot, wie Nahrungsmittel, Waffen und Munition.

Vom PvE (Player vs. Environment) zum PvP (Player vs. Player). Man denkt, dass es die Monster sind, die einem das Leben in der zerstörten Stadt zu Hölle machen, dabei sind es aber viel mehr die anderen Spieler, die die größte Gefahr darstellen. In den seltensten Fällen läuft eine Begegnung zwischen Spielern friedlich ab. Das hängt natürlich immer vom Spieler ab. An diesem Punkt baut "Nether" eine die Nerven kitzelnde Atmosphäre auf. Nichts bringt das Herz mehr zum rasen, als wenn man gerade gutes Loot gefunden hat und Monsterteile gesammelt hat und man einfach nur die Schäfchen ins Trockene bringen will. In einem "Global Inventory" können Gegenstände dauerhaft gesichert werden. Dieses ist in jeder Safe Zone abrufbar. Auf den Weg zur Safe Zone kann allerdings einiges passieren. Man hastet an Monstern vorbei, huscht durch Häuserschluchten und dann hört man Schüsse knallen und in der Nähe einschlagen. Instinktiv sucht man Deckung um den Feind auszumachen, der einem das Hab und Gut nehmen will. Da muss es sich dann entscheiden. Stellt man sich dem Kampf oder versucht man sicher zur Zone zu kommen. Ebenfalls kann man auch auf der Seite des Jägers stehen. Jeder spürt eine innere Gier, nach den Sachen von anderen Spielern. Hat einer einen großen Rucksack dabei und ein individuelles Outfit, dann kann man schon mal davon ausgehen, dass dieser Spieler ein paar interessante Sachen dabei haben könnte. Aber dann ist da doch die Stimme der Vernunft, die einem sagt, dass man andere so behandeln soll, wie man selber auch behandelt werden will. Aber es ist ja immerhin noch ein Rollenspiel und in einer post-apokalyptischen Welt kriegt man nicht so einfach etwas geschenkt. Nicht mal das Leben.
Ganz neben bei, wenn man schon von Atmosphäre und Umwelt spricht, ist "Nether" eine kleine Grafikpracht. Man braucht allerdings schon einen guten PC um die Welt in vollen Zügen zu genießen, doch schon auf niedrigen Grafikeinstellungen ist die Welt durchaus lebhaft und sehenswert. Wenn man spiele wie DayZ und Rust betrachtet wirkt die dargestellte Welt einfach zu steril und unangetastet. Dazu passt natürlich das Setting von "Nether". Eine verfallene und zerstörte Stadt, die wo die Natur langsam wieder ihre Vormachtstellung einfordert. Überall wachsen Gräser, Büsche und Bäume. Diese bieten natürlich erstklassigen Schutz vor anderen Spielern, denn sie sind wirklich Blickdicht und so laufen Spieler gerne mal unbemerkt an hohen Gras vorbei, wenn man sich darin versteckt. Gerade die Lichtstimmung ist in "Nether" sehr gut ausgeprägt und es gibt sogar verschiedene Wetterverhältnisse. Bewölkter Himmel, Nebel, Strahlender Sonnenschein, Tiefe Nacht, vom Mond erhellte Nacht, es ist für jeden etwas dabei. Dazu muss man den Entwicklern auch ein Lob für das Detailreichtum aussprechen, wodurch sich die Welt auszeichnet. Seien es nur leere Regale im Supermarkt, U-Bahnschächte voller Müll, Zeltstädte in Häusern und auf Dächern, improvisierte Kerker mit Skeletten, Terrassen mit Gartenstühlen, Restaurants mit Tischen und Geschirr. Man kann wirklich sehen, dass dort einmal Menschen gelebt haben. Dies wiederholt sich zwar in regelmäßigen Abständen, aber das sollte man einer Alpha-Version nicht ankreiden.
Was hält den Spieler aber bei Laune? Gute Grafik ist nicht alles und irgendwie muss der Spieler ja bei der Stange gehalten werden. Zu Mal ist da die große Spielwelt, die es zu erkunden gibt, zum anderen der menschliche Urinstinkt des Jagen und Sammelns. Es gibt ein Crafting-System und es lässt sich mit gezielter Jagd gutes Geld verdienen um den Charakter individuell zu gestalten. Dazu gibt es noch ein Tribe-System, mit "Tribe Wars" und das Verlangen eine Vormachtstellung im Spiel zu erlangen. Es gibt auch Missionen zu erfüllen, die verschiedenen Abständen auftreten. Es gibt Liefermissionen zwischen den sicheren Zonen. Diese bestehen daraus, dass man einfach ein Paket von einer Zone in einer andere bringt und das Päckchen dann bei einem Händler abliefert. Dafür gibt es EXP, Geld und oft auch Gegenstände. Dazu kommen noch die Verteidigung und Zurückeroberung der sicheren Zonen, die von Zeit zu Zeit von Nethern überrannt werden. Innerhalb der Zonen müssen dann Anti-Nether-Stationen reaktiviert werden, die die Monster aus der Zone scheuchen. Dazu sollte man am besten mit einer Gruppe antreten, denn das Aufgebot an Kreaturen ist groß. Desweiteren gibt es Escort-Missionen, wo man einen piependen Koffer in die große Zone "Lakeside Safe Haven" bringen muss. Dazu sollte man auch Team dabei haben, denn der Kofferträger ist komplett wehrlos. Für das abliefern des Koffers gibt es für das ganze Team dann auch eine großzügige Belohnung. Um das Inventar immer gut gefüllt zu haben, gibt es in Abständen auch immer Loot Drops auf der Map. Die meisten Spieler strömen dann zu diesem Punkt, wobei es dann oft zu ausufernden Schusswechseln und Kämpfen kommt. Zuletzt ist da noch die Nether Surge, die vom stärksten Monster, dem "Reaper" angeführt wird. Dies ist ebenfalls kein Platz für Einzelkämpfer, denn der Reaper ist alleine kaum zu besiegen, zu mal da noch die anderen Monster sind, die ihm folgen.

Durch EXP lassen sich die Werte in den Skill-Trees verbessern, die einem Vorteile verschaffen. So kann man sich die Fähigkeit zu blocken freischalten, mehr Rüstung, verbesserte Schleichfähigkeit, oder genaueres Zielen mit Waffen. Somit erhöht sich auch das Player-Level. Dieses sinkt aber wieder auf Null, wenn der Charakter stirbt und die Punkte müssen dann wieder neu erspielt werden. Man sollte sich also vorsichtig durch die Welt bewegen. Durch die EXP erhört sich aber auch der Account-Level, welcher Goodies freischaltet. So erhört sich die Lebensenergie, die Traglast für den Rucksack erhöht sich, das Global Inventory wird vergrößert und man startet nach dem Tod mit einem Guthaben von anfangs 50$. So fällt der Einstieg nach einem Tod immer leichter.
Fazit.
"Nether" ist ein Survival-Abenteuer mit sehr viel Potential, das hoffentlich noch von den Entwicklern ausgeschöpft wird. Allegemein lässt der Content noch zu wünschen übrig, aber man muss selber wissen, was man aus dem gegebenen Mitteln macht. Auf der einen Seite ist das Spiel sehr frustrierend, wenn man mal wieder Waffen und Supplies verloren hat und zum x-ten Mal von einem Scharfschützen vor der Safe Zone erwischt wurde. Doch auf eine Weise motiviert es auch, dass man auch an den Punkt kommen kann, wo man anderen Spielern ein Schnippchen schlägt und ein fähiger Überlebender in einer post-apokalyptischen Welt wird. Es hilft natürlich ungemein, wenn man ein paar Freunde hat, mit denen man über Skype oder Teamspeak kommuniziert, während man gemeinsam durch die Ruinen streift. Sei es auf der Suche nach Loot, im Gefecht mit anderen Spielern oder beim Zurückdrängen der Nether-Horden, Teamspiel erhöht den Spielwert auf jeden Fall. Ich werde auf jeden Fall weiterspielen!





Bis dahin - Tschödeldö




22.03.14

Es ist ein schöner Tag zum taggen! - Episode 10 - Too Much Information


Hallihallöle liebe Leute!
Ich wurde mal wieder getaggt. Und dieses Mal sogar mit einem TAG der mich auch irgendwie interessiert. Es handelt sich dabei um den TMI-Tag. TMi steht dabei für "Too Much Information" und ist ein buntes Fragenpotpourrie, wo für jeden etwas dabei ist. Ich wurde im übrigen von der KittyErdbeer getaggt. Ich habe mir die Freiheit genommen und habe zu den Fragen ein bisschen Tony Hawk's Pro Skater HD gespielt. Einfach Fragen schriftlich beantworten oder ein Video mit Standbild machen, wäre ja auch irgendwie langweilig.
Viel Spaß!



Getaggt ist übrigens niemand bestimmtes. Wer Lust hat den Tag zu machen, die Fragen sind in der Videobeschreiben auf Youtube!




Bis dahin - Tschödeldö



07.03.14

Manga•Peteback: I am a Hero


Unglaublich! Hier ist die erste Manga Review!


Originaltitel: I am a Hero / アイアムアヒーロー (Aiamuahīrō) 
Deutscher Titel: I am a Hero
Originalsprache: Japanisch
Erschienen: 2009 - fortlaufend
Seitenzahl: 200-250
Autor: Kengo Hanazawa
Deutscher Verleger: Carlsen Verlag GmbH
Übersetzerin: Nadja Stutterheim
Preis: 7.95€

Kurz gesagt: "I am a Hero" ist ein Manga von Kengo Hanazawa, welcher dem Horror- bzw. dem Psychothriller-Genre zuzuordnen wird. Der Manga erschien 2009 zum ersten mal in im Magazin "Big Comic Spirit" beim "Shogakukan"-Verlag. Der Manga richtet sich direkt an eine männliche Leserschaft von 17 Jahren aufwärts und ist daher ein Seinen-Manga. Die Story dreht sich um den jungen Hideo Suzuki, welcher in Tokyo lebt. Er ist ein erfolgloser Mangaka und arbeitet daher für einen anderen Autor um sich über Wasser zu halten. Sein bisher schon deprimierendes Leben wird komplett umgekrempelt, als ein seltsamer Virus in Tokyo ausbricht.




Die Geschichte von "I am a Hero" dreht sich um Hideo Suzuki. Er ist ein erfolgloser Manga-Autor, welcher zwar schon Werke veröffentlicht hat, diese es aber nicht zu großen Ruhm gebracht haben. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich als Assistent in einem kleinen Studio eines erfolgreicheren Autors. Er führt außerdem eine stagnierende Beziehung mit seiner Freundin Tekko. Hideo scheint auch mental nicht ganz auf der Höhe zu sein, denn er redet gerne mit einem kleinen Männchen namens Yajima. Auch hat er Halluzinationen von Gesichtern und Körpern unter seinem Bett und allgemein an dunklen Orten. Sein eigenes Apartment betritt er auch nur sehr vorsichtig, wenn er abends nach Hause kommt. Licht einschalten hat oberste Priorität. Außerdem sieht er sich selber als Held eines Manga, wobei die Realität genau das gegenteilige Bild zeichnet. Eines Tages, als Hideo wieder spät nach Hause kommt, erlebt er einen Autounfall mit. Ein Fußgänger wurde von einem Taxi angefahren und stirbt noch am Unfallort an den Verletzungen, bevor Hilfe eintreffen kann. Dennoch bewegt sich die Leiche und trotz schweren Verletzungen und einem anscheinenden Genickbuch steht der Körper auf und wankt davon. Hideo kann seinen Augen nicht trauen, da er schon längst die Fähigkeit verloren hat zu unterscheiden, was nun Realität ist und was er halluziniert. Er schiebt und auf den Stress und die letzten durchgearbeiteten Nächte für sein neues Manga-Skript. Weitere seltsame Ereignisse geschehen in nächster Zeit. Fehlende Mitarbeiter im Studio, merkwürdige Berichte im Radio und Leute die sich seltsam abwesend und krank verhalten. Hideo wird mit der knallharten Realität konfrontiert, als er eines morgens seine Freundin besuchen will und diese sich in ein zombie-artiges Wesen verwandelt hat und ihn angreift.




Es gab mal eine Zeit, da habe ich wie ein Bekloppter Mangas gesammelt und natürlich auch gelesen. Angefangen hat alles mit "Dragonball", was wohl für viele ein Einstieg in diese Art der Comics war. Dann kam "One Piece", "Detective Conan", "Naruto" und so das, was man heute als "Mainstream" bezeichnen würde. Es waren halt die ersten Mangas die aufkamen. Meine Favoriten wie Trigun, Kenshin und King of Bandit Jing kamen erst viel später dazu. Hilfreich war da auch das monatlich erscheinende Magazin "BANZAI!" wo mehrere Mangas fortgeführt wurden, ähnlich dem "Shōnen Jump"-Magazin in Japan.

Irgendwann habe ich dann überhaupt keine Mangas mehr gelesen. Anime habe ich natürlich weiter geschaut, was für mich interessanter war. Warum den "Neon Genesis Evangelion"-Manga weitersammeln, wenn ich schon die komplette Anime Serie im Regal stehen habe (Unterschiede zwischen Manga und Anime mal vorbehalten). Seit dem letzten Jahr bin ich wieder ein wenig in das Hobby reingerutscht, vermutlich aus nostalgischen Gründen. Ich habe mit "Fullmetal Alchemist" Mangas beschafft, damit fing es dann wieder an. Dann folgte "Deadman Wonderland" und seit neusten auch "Blood Lad" und "I am a Hero".

Seid ich zum ersten mal einen Manga von Junji Itō gelesen habe, bin ich ein großer Fan von Horror-Mangas. Leider sind hier zu Lande nicht sehr viele Mangas aus dem Genre veröffentlicht worden und wenn, dann waren sie nicht nach meinem Geschmack, oder waren nicht gut. Einer der besten ist da wohl "I am a Hero", wo ich schon mal die erste Ausgabe auf Englisch gelesen habe. Wenn man es mal herunterbricht, dann ist die Geschichte des Manga von Kengo Hanazawa eigentlich ziemlich banal. Es wird nämlich der Zombie-Hype unterstützt. An sich eine sichere Sache, denn Zombies gehen immer gut, sind aber doch schon langsam ziemlich abgedroschen, wenn sie nicht richtig in Szene gesetzt werden. Dazu noch die Geschichte mit einem etwas sonderlichen Außenseiter - man kennt es doch alles schon zur Genüge. Was macht also "I am a Hero" so besonders? Was lässt diesen Manga herausstechen? Ein besonderes Augenmerk wird schon von Anfang an auf den Protagonisten Hideo gelegt. Man sieht, wie er vorsichtig sein Apartment betritt, einen Fuß hineinsetzen und den Arm soweit strecken, bis er den Lichtschalter erreichen kann. Der Eingang wird erhellt. Ein kleines Tänzchen um die Angst zu vertreiben und ein schneller Handgriff zum nächsten Lichtschalter und die Einzimmerwohnung wird erhellt. Noch schnell das Bad checken, dass sich niemand darin versteckt. Ein prüfender Blick nach draußen auf den Balkon. Alles sicher - Zeit für's Abendessen. Allein diese paar Handlungen in wenigen Panels sagen schon einiges über den Hauptcharakter aus. Es bedarf keiner Worte. Man weiß, dass er nicht viel Geld hat. Man kann sehen das er auf jeden Fall eine Art Nerd sein muss. Dann das eigenwillige Tänzchen im Vorraum. Hideo hat Angst vor der Dunkelheit, oder besser vor dem, was sich in der Dunkelheit aufhalten könnte. Dabei ist seine Wohnung doch mit mehreren Schlössern und einer Alarmanlage gesichert. Ganz suspekt wird er dem Leser als ein kleines Männchen auftaucht, mit dem sich Hideo angeregt über Frauen unterhält. Außerdem hat er einen geheimen Wandschrank, in dem er ein Gewehr zum Tontaubenschießen aufbewahrt. Ein seltsamer Typ.

Man wird auf eine subtile Art und Weise an den Charakter herangeführt, lernt sein Leben kennen, die Menschen mit denen er interagiert und vor allem seine Gedanken und die Schrullen die er jeden Tag abfährt. Von Einbildungen über Halluzinationen, bis hin zu imaginären Gesprächen mit Leuten die er nicht mag. Dabei ist die angesprochene Themenvielfalt herausstechend. Seien es Gespräche über Nachrichtensprecherinnen und Frauen im Allgmeinen. Interessanter sind dabei die Gespräche über das Phänomen "Manga" an sich, was teilweise schon in philosophische abdriftet. Dabei wird sowohl die theoretische Seite bedacht, wie man sich Manga vorstellt, wie sie sein sollten, was sie für einen Zweck haben sollten. Später wird man dann mit der Realität gefüttert, wenn Hideo einem Verlag sein neustes Storyboard vorlegt.

Schon bald geschieht dann auch das, worauf der geneigte Leser des Horror-Genres von Anfang an wartet. Der erste Kontakt mit den Zombies. Allerdings sollte man mit dem Begriff "Zombie" als schwammige Bezeichnung umgehen. Das was einem als Zombie vorgestellt wird, deckt sich nicht mit dem stereotypen Bild, welches einem durch Filme und Serien vermittelt wird. Es handelt sich zwar durchaus um Untote, allerdings bewegen sie sich auf sehr eigenwillige Art und Weise. Wer schon einmal den Film "Splinter" gesehen hat, der kann sich ein gutes Bild davon machen. Auch agieren sie nicht alle gleich. Einige sind deformiert, einige sehen ganz normal aus, einige bewegen sich animalische Art und Weise. Auch die Zeichnungen der Zombies sind sehr gut ausgearbeitet. Es ist erstaunlich, wie man den Zombies einen morbiden Touch und vor allem immer einen Ausdruck von Wahnsinn und Mordlust in der Mimik verpassen konnte. Manche Panels lassen einem wirklich einen Schauer über den Rücken laufen. Was man dazu noch erwähnen sollte, ich die befremdliche Art und Weise, wie mit dieser Zombie-Apokalypse umgegangen wird. Man kann davon ausgehen, dass die Handlung nicht in einem erdähnlichen Paralleluniversum spielt, wo es den Zombie-Mythos nicht gibt. Gut, man muss sagen, dass man als normaler Mensch mit einer Leiche die aufsteht und davonwankt schon etwas überfordert ist. So etwas ist einfach nicht richtig. Aber spätestens wenn man mitbekommen, wie man selber oder andere von wild gewordenen Menschen attackiert und gebissen, ja geradezu zerfetzt werden, sollte man vielleicht an Zombies denken. In "I am a Hero" wird mit der ganzen Thematik etwas konservativer und distanzierter umgegangen. Wenn Tote auferstehen, dann sind es Zombies. So einfach ist es. Da muss man nicht lange herumspekulieren, was da nun wirklich los ist. Und mindestens in der Theorie sollte jeder wissen, wie man mit Zombies umzugehen hat. Man zerstört den Kopf oder sorgt dafür, das sie sich nicht bewegen bzw. beißen können.

Das Hideo mit der gesamten Situation überfordert ist, lässt schon schon von vornherein sagen. Schließlich ist er eindeutig nicht der Typ, der sich gerne in gefährliche Situationen begibt bei denen es auch noch um Leben und Untot geht. Er versucht in erster Linie die Gesamtsituation ein wenig herunterzuspielen, sodass sicher bald alles wieder gut wird. Aber er wird schnell eines besseren belehrt, denn es kann immer nur schlimmer kommen. Dies ist eigentlich die Zeit, wo Helden benötigt werden, doch es stellt sich nun auch bei Hideo die Frage, ob er wirklich der Held sein kann der er gerne wäre. Helden sind mutig und selbstlos und wissen was sie tun. Hideo ist das komplette Gegenteil. Und das er bisweilen glimpflich durch die Zombiehorden kommt, ist auch mehr dem Glück geschuldet. Hier und dort findet er Verbündete, Mitstreiter könnte man fast sagen, die auch einfach nur überleben wollen. Doch es sei gesagt, das solche Partnerschaften nie wirklich von langer Dauer sind. Aus verschiedenen Gründen.
Fazit.
"I am a Hero" ist ein wirklich guter Survival-Horror-Manga geworden, der eine interessante Geschichte über einen introvertierten Phobiker erzählt, der sich in einer Welt behaupten muss, die er sich sonst nur in seinen wirren Fantasien vorstellen konnte. Die Zombie-Apokalypse wird knallharte Realität und sein Wunsch wird nun endlich war. Es werden Helden gesucht! Man darf im Laufe der Handlung gespannt sein, was Hideo auf seinem Weg zu einem sicheren Ort alles passieren wird, was für Menschen er kennenlernen wird und wie er mit brenzligen Situationen klarkommen wird. Der Zeichenstil ist realistisch gehalten und die Übersetzung wirklich hochwertig. Ein gutes Stück Arbeit! Momentan sind 7 Bände in Deutschland erschienen, der 8. Band wird am 18. März erhältlich sein. Horror-Fans sollten da wirklich mal reinschauen. Man sollte aber mindestens bis Band 2 reinlesen.




Bis dahin - Tschödeldö






Fakten: http://en.wikipedia.org/wiki/I_Am_a_Hero
Bilder:  https://www.carlsen.de/serie/i-am-a-hero/30897#In-dieser-Serie
             http://thunex.deviantart.com/art/I-Am-a-Hero-wallpaper-396126368
             http://mangafox.me/manga/i_am_a_hero/v03/c023/8.html
             http://mangafox.me/manga/i_am_a_hero/v01/c001/5.html

03.03.14

Das 'Monster Hunter'-Tagebuch #22




Liebes Tagebuch,

es sieht so aus, als hätte ich mir unter den Jägern nun wirklich einen Namen gemacht. Das habe ich zwar schon, weil ich mich dem Zinogre gestellt habe, allerdings sollten nun sämtliche Zweifel an meinem Können aus dem Weg geräumt sein. Obwohl ich jetzt schon wieder hochnäsig werde. Das sollte nicht passieren.

Ich habe mir in letzter Zeit wieder etwas Freizeit gegönnt. Es kamen auch keine nennenswerten Aufträge herein, Bullfango-Population dezimieren kann auch den anderen Jägern überlassen. Ohne überheblich werden zu wollen. Auftrag ist Auftrag, aber für so etwas gibt es leider auch nicht sehr viel Geld. Ich habe gerade die Fischernetze auf meiner Farm geflickt, als eine kleine Felyne angehoppelt kam und mir einen kleines Stück Papier überreichte. Es war ein Bote von der Dorfchefin, die anscheinend eine Versammlung einberufen wollte. Es hatten sich schon eine Jäger vor der heißen Quelle und der Gildenhalle versammelt, also musste die Chefin schon eine interessante Ankündigung bereit halten. Das letzte Mal als sich so viele Jäger versammelt haben, ging es um eine Rhenoblos-Treibjagd. Das war nun weniger interessant. Es gab wilde Diskussionen unter den Jägern und es wurde von einer "großen" Sache geredet. Das schürte schon meine Fantasien im Kopf, um was es sich nun handeln könnte. Waren es dieses Mal zwei Zinogre? Oder zerfrisst ein Basarios die Berge? Oder ist etwas wieder ein Kushala Daora aufgetaucht? Es konnten hundert Sachen sein. Dann trat die Dorfchefin vor die Menge und alles Gerede verstummt. Sie hob den Arm und in der Hand hielt sie - ein lilanes Pergament.

Gut, für unwissende ist das nicht besonderes. Allerdings hat es für Jäger schon eine ausdrücklich Bedeutung. Aufträge auf lilanem Pergament sind Aufträge, wo es darum geht ein Monster abzuwehren bzw. abzuwehren und auszuschalten. Im Normalfall würde man eine Kill-Quest ausschreiben. Allerdings muss das Monster um das es dieses Mal ging, um einiges größer und gefährlicher sein, als die mit denen man es sonst als Jäger zu tun hat. Ich habe in einem anderen Dorf schon einmal an einem Gildenbrett ein paar lilane Zettel gesehen, darauf waren Aufträge ausgeschrieben, wo es darum ging, einen Lao Shen Lung von einer Festung fern zu halten. Und ein an anderer Auftrag befasste sich mit einem Shen Gaoren. Es dauerte eine Weile bis ich mich zum Gildenbrett vorgekämpft hatte. Ich überflog das Blatt und hielt den Atem an - Jhen Mohran. Da klingelte es bei mir im Kopf. Ich zog ein kleines Büchlein aus einer Seitentasche und blätterte durch die Seiten. Jhen Mohran, stand auf einer der letzten Seiten. Meine Augen wurden größer. Beim Jhen Mohran handelte es sich um einen Drachenältesten, der in den großen Sandmeeren lebt. Sie werden bis zu 5000 Jahre alt und messen meist eine Länge von über 100 Metern...

Es dauerte eine Weile bis ich mich vom Buch lösen konnte. Über 100 Meter. Ich schaute mich um. Es war niemand mehr da. Außer mir war kein Jäger mehr geblieben. Anscheinend wollte sich niemand dem Auftrag annehmen. Da stand dann die Dorfchefin erwartungsvoll neben mir. Herzlichen Glückwunsch, ich hatte mir eine Freikarte für einen Kampf gegen einen Drachenältesten erkämpft. Sollte das nun meine ultimative Prüfung werden? Anscheinend. Ich wurde schon am nächsten Tag auf ein Drachenboot verfrachtet, mit mir zwei ausgesuchte Felynen-Kameraden.

Monster Hunter Tagebuch - Der König der Sandmeere




02.03.14

Film•Peteback: Carrie


Und es geht spannend weiter mit einem Film für alle Freunde von Stephen King Verfilmungen.


Originaltitel: Carrie
Deutscher Titel: Carrie
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2013
Länge: ca. 99 Minuten
Regie: Kimberly Peirce
Drehbuch: Lawrence D. Cohen, Roberto Aquirre-Sacasa
Produktion: Kevin Misher, J. Miles Dale
Cast: Chloë Grace Moretz, Julianne Moore, Gabriella Wilde, Ansel Elgort, Zoë Belkin, Portia Doubleday, Judy Greer

Trailer: Carrie

Kurz gesagt: "Carrie" ist ein US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 2013, von Regisseurin Kimberly Peirce. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Stephen King, von Jahr 1974. Der Film stellt eine Neuverfilmung des Stoffes dar, nach der ersten Adaption von Brian De Palma aus dem Jahr 1976. Für das Drehbuch zeichnet sich Robert Aquirre-Sacasa verantwortlich, der das jenes auf der Basis des Originaldrehbuchs von Lawrence D. Cohen entwicklete, welches für De Palmas Film verwendet wurde.




Die Geschichte beginnt mit der Geburt von Carrie White. Ihre Mutter Margaret White (Julianne Moore) ist eine fanatisch religiöse Frau und bringt ihr Kind alleine und zu Hause zur Welt. Sie ist angewidert von der Sünde, die sie begangen hat und will das Kind töten, um Gnade zu erfahren. Sie entschließt sich aber doch gegen den Kindsmord und zieht ihre Tochter Carrie streng religiös auf. Eine ganze Zeit später ist Carrie (Chloë Grace Moretz) 16 Jahre alt und geht zur Highschool. Sie ist ein schüchternes, zurückhaltendes Mädchen, was durch die Unterdrückung und Demütigung ihrer Mutter herrührt. Zu Hause ist es die Hölle und in der Schule ist es nicht anders, denn da gehört sie zu den gemiedenen Außenseitern. Eines Tages, nach dem unangenehmen Sportunterricht, setzt bei Carrie die Periode ein, während sie in der Gemeinschaftsdusche ist. Völlig unwissend was nun geschieht, ist Carrie völlig verängstigt und denkt, dass sie verletzt ist. Ihr Mitschülerinnen haben aber nichts anderen Als Spott und Hohn für sie übrig. Allein die Sportlehrerin Ms. Desjardin (Judy Greer) hilft ihr. In diesem Augenblick der Furcht und Wut entdeckt Carrie ihre telekinetischen Kräfte, indem sie Sachen bewegt und Lichter flackern lässt. Sie erforscht ihre neugewonnenen Fähigkeiten und sieht darin die Möglichkeit aus ihrem alten Leben auszubrechen und sich endlich gegen ihre Mutter und die mobbenden Mitschülerinnen zu wehren...



Wenn es um Verfilmungen von Stephen King Romanen geht, dann ist das oft ein sehr leidiges Thema. Den fast jedes Werk des Kult-Horrorautors hatte schon einmal die Ehre verfilmt zu werden. Dabei schwankt dann aber sehr oft die Qualität. Einige wurden zu echten Meilensteinen und Klassikern, die in keiner gut sortieren Filmsammlungen fehlen dürfen und andere erwähnt man dann lieber gar nicht.

Zu den Klassikern gehört ganz vorne mit dabei natürlich "Carrie" von Brian De Palma aus dem Jahr 1976. Oder wie es hier zu Lande hieß "Carrie - Des Satans jüngste Tochter". Damals hat man noch dramatische Titel für die deutschen Lokalisierungen genommen. Und nun wird genau dieser Film von Regisseurin Kimberly Peirce neu aufgelegt. Der Stoff bietet genug Qualitäten für eine Neuverfilmungen, dennoch sollte man sich die Frage stellen, ob ein Remake nun wirklich nötig war.
Nun sind schon fast vier Jahrzehnte vergangen, seitdem Brian De Palmas Originalwerk über die Kinoleinwände flimmerte und Kimberly Peirce hat sich dazu entschieden, den Stoff ein etwas aktuelleres Gewand zu stecken. Einfach Entscheidung, denn den Film wieder in den 70ern anzusiedeln, wäre unattraktiv und wenig neu. Man hat sich auch darum bemüht das Highschool-Leben einer Außenseiterin zu porträtieren. Nicht umsonst ist "Carrie" eine Mischung aus Teenager-Drama, Coming-of-Age-Film und horrormäßigen Besessenheit-Thriller. Hier wird die Schule ganz gut dargestellt, mit den mobbenden Mitschülerinnen, die lieber Videos mit ihren Smartphones aufnehmen, als Carrie in der Situation ihrer Angst zu helfen. Dazu noch die machtlosen Lehrer und die unkooperativen Eltern, die mehr von ihren Kindern halten, als es die Realität zulassen würde. Die Portierung in die Gegendwart bringt dann leider auch ein paar Ungereimtheiten mit sich, denn die 70er Jahre sind vorbei und die Zeiten haben sich geändert. So ist es heute ein wenig merkwürdig, dass Carrie noch nie etwas von der Regelblutung gehört hat und eigentlich nichts über ihren Körper weiß. Da kann die Mutter sie noch so gut von der Außenwelt abschotten und mit dogmatischen Botschaften und Regeln drangsalieren. Die Erklärung dafür wird allerdings auch gleich mitgeliefert, denn Carrie wurde anscheinend lang zu Hause von ihrer Mutter unterrichtet. Mehr schlecht als recht gerettet.
Inmitten der Handlung steht ganz klar der Konflikt zwischen Mutter und Tochter. Dieser wird ganz gut hervorgehoben. Im Original war es noch Piper Laurie die die Margaret White verkörperte und eine fanatische Furie darstellte, die aber trotzdem einen gewissen Charme versprühte. Auch wurde weniger Wert auf den religiösen Fanatismus gelegt, sondern mehr auf die Person an sich. Im Remake übernimmt Julienne Moore die Rolle von Carries Mutter und spielt die psychisch instabile Mutter mit religiösen Wahnvorstellungen authentisch. Auch die psychische Verwerfung wird sehr gut dargestellt und wird schon mit der einleitenden Geburt von Carrie angedeutet. Denn schon dort ist sie hin und her gerissen zwischen ihren religiösen Ansichten, dass Carrie ein uneheliches Kind ist und daher die Sünde in Person und ihren Mutterinstinkten. Das macht sie wohl zu der tragischsten Figur in diesem Film. Was die Rolle der Carrie angeht, ist die Besertzung mit Chloë Moretz ein Schritt zu einer Carrie die nicht mehr wirklich die Rolle des hässlichen Entleins erfüllt. Auch wenn sie am Anfang mit keiner großen Aufmachung daherkommt, ist sie im Kern doch immer eine hübsche, charismatische, junge Frau. Dadurch kommt es auch zu einer Art Selbstreflexion im Verlauf der Handlung, wo sich Carrie selber mehr wahrnimmt und dann später auch die anderen. Da kristallisiert sich schon früh heraus, dass Carrie im Laufe der Handlung wohl die meiste Entwicklung durchmacht, auch was ihr Gemüt angeht. Ganz im Sinne eines Coming-of-Age-Dramas.

Ein Wort noch zu den Effekten und dem Gewaltgrad des Films. Das Original kam von Kameraeinstellungen und den Effekten etwas zurückhalten daher und setzte auf subtilen Horror. Schnelle Schnitte bei dramatischen Szenen und im Verhältnis ist die blutige Szene auf dem Abschlussball wirklich kurz. Im Remake nimmt man sich für das fulminante Ende ein wenig mehr Zeit und setzt Carrie dann auch den absoluten Mittelpunkt, denn im Remake ist die Blutorgie doppelt so lang und kann mit guten Effekten, allerdings auch mit sehr guten Schnitt aufwarten. Man kann nun darüber streiten, ob die letzten Szenen zu überzeichnet und ausladend sind, allerdings fand ich es genau richtig für einen Rachefeldzug.
Fazit.
Man kann viel über Remakes sagen und es gibt genau so viele gute wie auch schlechte. Allerdings ist das Remake von "Carrie" eine ganz solide Sache geworden, die den Zuschauer über die gesamte Länge sehr gut unterhalt. Kimberly Peirces Version von "Carrie" kommt nicht ganz an das Original mit seiner inszenatorischen Klasse heran, aber eine Peirce ist auch kein De Palma. Allerdings kann "Carrie" mit ein paar frischen Ideen, einer zeitgemäßen Handlung und einer guten Portion Spannung punkten. "Carrie" ist meiner Meinung nach eines der besseren Remakes.





Bis dahin - Tschödeldö






Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Carrie_%282013%29
Bilder:  http://horrorfanatic95.wordpress.com/2014/02/09/carrie-2013-remake/
             http://whatculture.com/film/carrie-2013-review.php
             http://www.thehippiebookworm.com/?m=201311