02.03.14

Film•Peteback: Carrie


Und es geht spannend weiter mit einem Film für alle Freunde von Stephen King Verfilmungen.


Originaltitel: Carrie
Deutscher Titel: Carrie
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2013
Länge: ca. 99 Minuten
Regie: Kimberly Peirce
Drehbuch: Lawrence D. Cohen, Roberto Aquirre-Sacasa
Produktion: Kevin Misher, J. Miles Dale
Cast: Chloë Grace Moretz, Julianne Moore, Gabriella Wilde, Ansel Elgort, Zoë Belkin, Portia Doubleday, Judy Greer

Trailer: Carrie

Kurz gesagt: "Carrie" ist ein US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 2013, von Regisseurin Kimberly Peirce. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Stephen King, von Jahr 1974. Der Film stellt eine Neuverfilmung des Stoffes dar, nach der ersten Adaption von Brian De Palma aus dem Jahr 1976. Für das Drehbuch zeichnet sich Robert Aquirre-Sacasa verantwortlich, der das jenes auf der Basis des Originaldrehbuchs von Lawrence D. Cohen entwicklete, welches für De Palmas Film verwendet wurde.




Die Geschichte beginnt mit der Geburt von Carrie White. Ihre Mutter Margaret White (Julianne Moore) ist eine fanatisch religiöse Frau und bringt ihr Kind alleine und zu Hause zur Welt. Sie ist angewidert von der Sünde, die sie begangen hat und will das Kind töten, um Gnade zu erfahren. Sie entschließt sich aber doch gegen den Kindsmord und zieht ihre Tochter Carrie streng religiös auf. Eine ganze Zeit später ist Carrie (Chloë Grace Moretz) 16 Jahre alt und geht zur Highschool. Sie ist ein schüchternes, zurückhaltendes Mädchen, was durch die Unterdrückung und Demütigung ihrer Mutter herrührt. Zu Hause ist es die Hölle und in der Schule ist es nicht anders, denn da gehört sie zu den gemiedenen Außenseitern. Eines Tages, nach dem unangenehmen Sportunterricht, setzt bei Carrie die Periode ein, während sie in der Gemeinschaftsdusche ist. Völlig unwissend was nun geschieht, ist Carrie völlig verängstigt und denkt, dass sie verletzt ist. Ihr Mitschülerinnen haben aber nichts anderen Als Spott und Hohn für sie übrig. Allein die Sportlehrerin Ms. Desjardin (Judy Greer) hilft ihr. In diesem Augenblick der Furcht und Wut entdeckt Carrie ihre telekinetischen Kräfte, indem sie Sachen bewegt und Lichter flackern lässt. Sie erforscht ihre neugewonnenen Fähigkeiten und sieht darin die Möglichkeit aus ihrem alten Leben auszubrechen und sich endlich gegen ihre Mutter und die mobbenden Mitschülerinnen zu wehren...



Wenn es um Verfilmungen von Stephen King Romanen geht, dann ist das oft ein sehr leidiges Thema. Den fast jedes Werk des Kult-Horrorautors hatte schon einmal die Ehre verfilmt zu werden. Dabei schwankt dann aber sehr oft die Qualität. Einige wurden zu echten Meilensteinen und Klassikern, die in keiner gut sortieren Filmsammlungen fehlen dürfen und andere erwähnt man dann lieber gar nicht.

Zu den Klassikern gehört ganz vorne mit dabei natürlich "Carrie" von Brian De Palma aus dem Jahr 1976. Oder wie es hier zu Lande hieß "Carrie - Des Satans jüngste Tochter". Damals hat man noch dramatische Titel für die deutschen Lokalisierungen genommen. Und nun wird genau dieser Film von Regisseurin Kimberly Peirce neu aufgelegt. Der Stoff bietet genug Qualitäten für eine Neuverfilmungen, dennoch sollte man sich die Frage stellen, ob ein Remake nun wirklich nötig war.
Nun sind schon fast vier Jahrzehnte vergangen, seitdem Brian De Palmas Originalwerk über die Kinoleinwände flimmerte und Kimberly Peirce hat sich dazu entschieden, den Stoff ein etwas aktuelleres Gewand zu stecken. Einfach Entscheidung, denn den Film wieder in den 70ern anzusiedeln, wäre unattraktiv und wenig neu. Man hat sich auch darum bemüht das Highschool-Leben einer Außenseiterin zu porträtieren. Nicht umsonst ist "Carrie" eine Mischung aus Teenager-Drama, Coming-of-Age-Film und horrormäßigen Besessenheit-Thriller. Hier wird die Schule ganz gut dargestellt, mit den mobbenden Mitschülerinnen, die lieber Videos mit ihren Smartphones aufnehmen, als Carrie in der Situation ihrer Angst zu helfen. Dazu noch die machtlosen Lehrer und die unkooperativen Eltern, die mehr von ihren Kindern halten, als es die Realität zulassen würde. Die Portierung in die Gegendwart bringt dann leider auch ein paar Ungereimtheiten mit sich, denn die 70er Jahre sind vorbei und die Zeiten haben sich geändert. So ist es heute ein wenig merkwürdig, dass Carrie noch nie etwas von der Regelblutung gehört hat und eigentlich nichts über ihren Körper weiß. Da kann die Mutter sie noch so gut von der Außenwelt abschotten und mit dogmatischen Botschaften und Regeln drangsalieren. Die Erklärung dafür wird allerdings auch gleich mitgeliefert, denn Carrie wurde anscheinend lang zu Hause von ihrer Mutter unterrichtet. Mehr schlecht als recht gerettet.
Inmitten der Handlung steht ganz klar der Konflikt zwischen Mutter und Tochter. Dieser wird ganz gut hervorgehoben. Im Original war es noch Piper Laurie die die Margaret White verkörperte und eine fanatische Furie darstellte, die aber trotzdem einen gewissen Charme versprühte. Auch wurde weniger Wert auf den religiösen Fanatismus gelegt, sondern mehr auf die Person an sich. Im Remake übernimmt Julienne Moore die Rolle von Carries Mutter und spielt die psychisch instabile Mutter mit religiösen Wahnvorstellungen authentisch. Auch die psychische Verwerfung wird sehr gut dargestellt und wird schon mit der einleitenden Geburt von Carrie angedeutet. Denn schon dort ist sie hin und her gerissen zwischen ihren religiösen Ansichten, dass Carrie ein uneheliches Kind ist und daher die Sünde in Person und ihren Mutterinstinkten. Das macht sie wohl zu der tragischsten Figur in diesem Film. Was die Rolle der Carrie angeht, ist die Besertzung mit Chloë Moretz ein Schritt zu einer Carrie die nicht mehr wirklich die Rolle des hässlichen Entleins erfüllt. Auch wenn sie am Anfang mit keiner großen Aufmachung daherkommt, ist sie im Kern doch immer eine hübsche, charismatische, junge Frau. Dadurch kommt es auch zu einer Art Selbstreflexion im Verlauf der Handlung, wo sich Carrie selber mehr wahrnimmt und dann später auch die anderen. Da kristallisiert sich schon früh heraus, dass Carrie im Laufe der Handlung wohl die meiste Entwicklung durchmacht, auch was ihr Gemüt angeht. Ganz im Sinne eines Coming-of-Age-Dramas.

Ein Wort noch zu den Effekten und dem Gewaltgrad des Films. Das Original kam von Kameraeinstellungen und den Effekten etwas zurückhalten daher und setzte auf subtilen Horror. Schnelle Schnitte bei dramatischen Szenen und im Verhältnis ist die blutige Szene auf dem Abschlussball wirklich kurz. Im Remake nimmt man sich für das fulminante Ende ein wenig mehr Zeit und setzt Carrie dann auch den absoluten Mittelpunkt, denn im Remake ist die Blutorgie doppelt so lang und kann mit guten Effekten, allerdings auch mit sehr guten Schnitt aufwarten. Man kann nun darüber streiten, ob die letzten Szenen zu überzeichnet und ausladend sind, allerdings fand ich es genau richtig für einen Rachefeldzug.
Fazit.
Man kann viel über Remakes sagen und es gibt genau so viele gute wie auch schlechte. Allerdings ist das Remake von "Carrie" eine ganz solide Sache geworden, die den Zuschauer über die gesamte Länge sehr gut unterhalt. Kimberly Peirces Version von "Carrie" kommt nicht ganz an das Original mit seiner inszenatorischen Klasse heran, aber eine Peirce ist auch kein De Palma. Allerdings kann "Carrie" mit ein paar frischen Ideen, einer zeitgemäßen Handlung und einer guten Portion Spannung punkten. "Carrie" ist meiner Meinung nach eines der besseren Remakes.





Bis dahin - Tschödeldö






Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Carrie_%282013%29
Bilder:  http://horrorfanatic95.wordpress.com/2014/02/09/carrie-2013-remake/
             http://whatculture.com/film/carrie-2013-review.php
             http://www.thehippiebookworm.com/?m=201311

Kommentare:

  1. Ich fand Carrie eigentlich auch ganz okay und bin sowieso ein Fan von Kimberly Peirces, die finde ich zauberhaft. An der ein oder anderen Stelle habe ich mir zwar schon etwas 'mehr' erwartet, aber nichtsdestotrotz nicht übel :)

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