25.03.14

Nether - Erfahrungsbereicht eines Überlebenden


Nun heißt es: Prey or Pray


Das Leben als ein Überlebender in einer völlig zerstörten und lebensfeindlichen Welt ist kein Zuckerschlecken. Zur Zeit gibt es einige Spiele mit Open-World-Charakter, die einem dieses Gefühl zur Genüge vermitteln. Darunter Spiele wie DayZ, 7 Days to Die, State of Dekay oder Rust. Es ging nun auch einen weiteren Kandidaten, der sich in diese Riege einreihen möchte und mit ein paar interessanten Ideen daherkommt.

Die Rede ist von "Nether". Und dabei handelt es sich nicht um die höllische Parallelwelt aus Minecraft. Entwicklet wurde "Nether" von Phosphor Games, die ihren Sitz in Chicago haben. Das Team formte sich vor einigen Jahren aus verschiedenen Ex-Mitarbeitern größerer Entwicklerstudios und weißt somit eine Bandbreite von Kompetenzen auf. Actions Adventures, First Person Shooter, Sport Games, Casual oder MMO, die Mitarbeiter kommen aus den verschiedensten Bereichen und es konnten auch schon Spiele wie "Horn", "The Dark Meadow" und "Kinect Adventures" veröffentlicht werden. Der neuste und aktuellste Streich ist der First-Person-Survival-Shooter "Nether". Ich habe das Survival-Abenteuer nun fast 20 Stunden getestet und werde nun meine Erfahrungen niederschreiben.

"Nether" ist über Steam erhältlich und ist in der Standard-Version für 13.99€ erhältlich. Dies beinhaltet nur den Early-Access-Zugang für das Spiel. Es gibt auch noch zwei weitere Versionen, die Guest-Keys enthalten und einen geringen Betrag der Ingame Währung "Nether Gold", sowie extra Skins für den Charakter. Damit beginnt das Spiel auch. Nachdem man sich einen Server gesucht hat, kann man sich einen Charakter für das Überlebensabenteuer erstellen. Dabei kann man standardmäßig zwischen drei Köpfen, drei Shirts und drei Hosen wählen. Mehr ist momentan leider noch nicht drin. Auch kann man bisher nur männlich Charaktere spielen, was sich in weiteren Updates aber sicher noch ändern wird. Nun wird man als Überlebender zufällig auf die Map gesetzt, welche übrigens Chicago nachempfunden ist.
Die Map ist noch verhältnismäßig klein, denn es ist nur ein kleiner, nördlicher Teil der Stadt zugänglich. Wenn man allerdings mal herauszoomt, erkennt man die Dimensionen, die die Map später einmal annehmen kann, da ist eindeutig Potential zu erkennen. Doch schon auf diesem "kleinen" Gebiet gibt es einiges zu sehen, zu erleben und zu finden. Man wird also auf die Map gesetzt und muss mit der Welt in der man sich befinden zurechtkommen. Die einzige Hilfe die man hat ist ein Messer und die Map. Man ist als neuer Spieler nicht mehr als Freiwild und das nicht nur für die umherstreifenden Nether-Monster, sonder auch für andere Mitspieler. Wenn man sich nicht vorher etwas informiert hat, steht man zuerst ein wenig ratlos in der Gegend herum und guckt sich erst einmal ein wenig um. Hier und dort kann man dann schon auf Items stoßen und da fängt das Spiel auch schon an. Elementar für das Überleben ist die Suche nach Nahrung, Waffen, Waffenteilen, Munition und Gegenständen zum handeln. Man sollte sich aber auch schleunigst auf den Weg zu einer der vier sicheren Safe Zones machen, damit man vor den Spielern und auch vor Monstern sicher ist.

Die Welt von Nether ist verkommen, heruntergekommen, zerstört, düster und leblos. Durch einen Sonnensturm hat sich bei zweidrittel der Menschheit die DNA und Zellstruktur verändert und aus ihnen wurden die Monster, die man im Spiel als "Nether" kennt. Sie veränderten ihr aussehen und bekamen die Fähigkeit sich zu teleportieren. Dieser Tag ist als "The Cull" bekannt, also "Die Auslese/Auswahl". Um dieses Ereignis ranken sich Theorien und Legenden, denn man weiß noch nicht, was nun der Auslöser für die Mutationen war. Ein Virus? Bakterien? Aliens? Dämonen? Man weiß nichts Genaues. Die Nether treten in unterschiedlicher Erscheinung und mit unterschiedlichen Fähigkeiten auf. Die "Lost" sind halb menschlich und halb Nether und explodieren, wenn man sie verletzt oder ihnen zu nahe kommt. Crawler sind klein und schnell und bilden den Standardgegner, den man am häufigsten trifft. Sie können sich teleportieren und aus dem Teleport her angreifen. Die Shrieker sind nicht sehr stark, können sich aber teleportieren, spucken Schleim der die Sicht einschränkt und können einen Schrei ausstoßen, mit dem sie andere Nether anlocken. Die Golems sind die Tanks (Zombie-Mutant aus Left 4 Dead) in "Nether". Sie sind groß und stark, dafür aber auch sehr langsam. Hunter sind mit die gefährlichste Klasse, denn sie können sich teleportieren, zuschlagen und können Nadeln aus ihrem Brustkorb schießen, die den Spieler sofort töten, wenn man zu nah bei ihnen steht. Die Watcher sind eine passive Klasse, die meistens in der Nacht auftritt und mit ihrem roten Suchscheinwerferblick die Gegend absuchen. Finden sie einen Spieler stürzen sie sich auf diesen hinab und attackieren ihn mit Schlägen und Säureangriffen, außerdem blenden sie den Gegner mit ihrem Blick. Die Mantis sind die einzigen Mutanten die fliegen können. Sie patrouillieren auf den Straßen und auf hohen Gebäuden und können sich auch teleportieren. Sie können sowohl mit Nahkampfangriffen gefährlich werden, als auch einen Feuerstoß abgeben. Außerdem sind sie schwieriger mit Nahkampfwaffen zu treffen. Der letzte Mutant ist der Reaper. Er ist der Gefährlichste von allen und tritt als Event-Monster auf. Er wird oft begleitet von einer Horde anderer Nether.
Wie setzt man sich nun am besten gegen die Biester zur Wehr? Für's Erste hat man nur ein Messer und muss sich die Nether-Kreaturen mit Hieben und Ausweichen vom Leib halten. Es wird von Spiel aber mehr gefordert, dass man den Kontakt mit den Nether erst meidet. Dazu gibt es zwei gute Hilfsmittel und einige Regeln. Die Nether reagieren auf Geräusche. Das heißt, Rennen und Springen machen Lärm und die Nether werden auf den Spieler schneller aufmerksam. Um dies zu vermeiden kann man geduckt laufen und kriechen. Langsam aber sicher. Zu den Regeln sei so viel gesagt, dass sich die Mutanten gerne auf offenen Gelände aufhalten. Heißt im Umkehrschluss: Wer sich durch die Häuserruinen bewegt, der ist vor den meisten Attacken schon einmal sicher. Hilfreich sind auch die U-Bahnnetze, die durch die Stadt führen. Sie bringen einen schnurstracks von einem Ende der Map zum anderen. Allerdings können im Dunkeln der U-Bahnschächte auch Monster lauern. Aber auch brauchbares Loot, wie Nahrungsmittel, Waffen und Munition.

Vom PvE (Player vs. Environment) zum PvP (Player vs. Player). Man denkt, dass es die Monster sind, die einem das Leben in der zerstörten Stadt zu Hölle machen, dabei sind es aber viel mehr die anderen Spieler, die die größte Gefahr darstellen. In den seltensten Fällen läuft eine Begegnung zwischen Spielern friedlich ab. Das hängt natürlich immer vom Spieler ab. An diesem Punkt baut "Nether" eine die Nerven kitzelnde Atmosphäre auf. Nichts bringt das Herz mehr zum rasen, als wenn man gerade gutes Loot gefunden hat und Monsterteile gesammelt hat und man einfach nur die Schäfchen ins Trockene bringen will. In einem "Global Inventory" können Gegenstände dauerhaft gesichert werden. Dieses ist in jeder Safe Zone abrufbar. Auf den Weg zur Safe Zone kann allerdings einiges passieren. Man hastet an Monstern vorbei, huscht durch Häuserschluchten und dann hört man Schüsse knallen und in der Nähe einschlagen. Instinktiv sucht man Deckung um den Feind auszumachen, der einem das Hab und Gut nehmen will. Da muss es sich dann entscheiden. Stellt man sich dem Kampf oder versucht man sicher zur Zone zu kommen. Ebenfalls kann man auch auf der Seite des Jägers stehen. Jeder spürt eine innere Gier, nach den Sachen von anderen Spielern. Hat einer einen großen Rucksack dabei und ein individuelles Outfit, dann kann man schon mal davon ausgehen, dass dieser Spieler ein paar interessante Sachen dabei haben könnte. Aber dann ist da doch die Stimme der Vernunft, die einem sagt, dass man andere so behandeln soll, wie man selber auch behandelt werden will. Aber es ist ja immerhin noch ein Rollenspiel und in einer post-apokalyptischen Welt kriegt man nicht so einfach etwas geschenkt. Nicht mal das Leben.
Ganz neben bei, wenn man schon von Atmosphäre und Umwelt spricht, ist "Nether" eine kleine Grafikpracht. Man braucht allerdings schon einen guten PC um die Welt in vollen Zügen zu genießen, doch schon auf niedrigen Grafikeinstellungen ist die Welt durchaus lebhaft und sehenswert. Wenn man spiele wie DayZ und Rust betrachtet wirkt die dargestellte Welt einfach zu steril und unangetastet. Dazu passt natürlich das Setting von "Nether". Eine verfallene und zerstörte Stadt, die wo die Natur langsam wieder ihre Vormachtstellung einfordert. Überall wachsen Gräser, Büsche und Bäume. Diese bieten natürlich erstklassigen Schutz vor anderen Spielern, denn sie sind wirklich Blickdicht und so laufen Spieler gerne mal unbemerkt an hohen Gras vorbei, wenn man sich darin versteckt. Gerade die Lichtstimmung ist in "Nether" sehr gut ausgeprägt und es gibt sogar verschiedene Wetterverhältnisse. Bewölkter Himmel, Nebel, Strahlender Sonnenschein, Tiefe Nacht, vom Mond erhellte Nacht, es ist für jeden etwas dabei. Dazu muss man den Entwicklern auch ein Lob für das Detailreichtum aussprechen, wodurch sich die Welt auszeichnet. Seien es nur leere Regale im Supermarkt, U-Bahnschächte voller Müll, Zeltstädte in Häusern und auf Dächern, improvisierte Kerker mit Skeletten, Terrassen mit Gartenstühlen, Restaurants mit Tischen und Geschirr. Man kann wirklich sehen, dass dort einmal Menschen gelebt haben. Dies wiederholt sich zwar in regelmäßigen Abständen, aber das sollte man einer Alpha-Version nicht ankreiden.
Was hält den Spieler aber bei Laune? Gute Grafik ist nicht alles und irgendwie muss der Spieler ja bei der Stange gehalten werden. Zu Mal ist da die große Spielwelt, die es zu erkunden gibt, zum anderen der menschliche Urinstinkt des Jagen und Sammelns. Es gibt ein Crafting-System und es lässt sich mit gezielter Jagd gutes Geld verdienen um den Charakter individuell zu gestalten. Dazu gibt es noch ein Tribe-System, mit "Tribe Wars" und das Verlangen eine Vormachtstellung im Spiel zu erlangen. Es gibt auch Missionen zu erfüllen, die verschiedenen Abständen auftreten. Es gibt Liefermissionen zwischen den sicheren Zonen. Diese bestehen daraus, dass man einfach ein Paket von einer Zone in einer andere bringt und das Päckchen dann bei einem Händler abliefert. Dafür gibt es EXP, Geld und oft auch Gegenstände. Dazu kommen noch die Verteidigung und Zurückeroberung der sicheren Zonen, die von Zeit zu Zeit von Nethern überrannt werden. Innerhalb der Zonen müssen dann Anti-Nether-Stationen reaktiviert werden, die die Monster aus der Zone scheuchen. Dazu sollte man am besten mit einer Gruppe antreten, denn das Aufgebot an Kreaturen ist groß. Desweiteren gibt es Escort-Missionen, wo man einen piependen Koffer in die große Zone "Lakeside Safe Haven" bringen muss. Dazu sollte man auch Team dabei haben, denn der Kofferträger ist komplett wehrlos. Für das abliefern des Koffers gibt es für das ganze Team dann auch eine großzügige Belohnung. Um das Inventar immer gut gefüllt zu haben, gibt es in Abständen auch immer Loot Drops auf der Map. Die meisten Spieler strömen dann zu diesem Punkt, wobei es dann oft zu ausufernden Schusswechseln und Kämpfen kommt. Zuletzt ist da noch die Nether Surge, die vom stärksten Monster, dem "Reaper" angeführt wird. Dies ist ebenfalls kein Platz für Einzelkämpfer, denn der Reaper ist alleine kaum zu besiegen, zu mal da noch die anderen Monster sind, die ihm folgen.

Durch EXP lassen sich die Werte in den Skill-Trees verbessern, die einem Vorteile verschaffen. So kann man sich die Fähigkeit zu blocken freischalten, mehr Rüstung, verbesserte Schleichfähigkeit, oder genaueres Zielen mit Waffen. Somit erhöht sich auch das Player-Level. Dieses sinkt aber wieder auf Null, wenn der Charakter stirbt und die Punkte müssen dann wieder neu erspielt werden. Man sollte sich also vorsichtig durch die Welt bewegen. Durch die EXP erhört sich aber auch der Account-Level, welcher Goodies freischaltet. So erhört sich die Lebensenergie, die Traglast für den Rucksack erhöht sich, das Global Inventory wird vergrößert und man startet nach dem Tod mit einem Guthaben von anfangs 50$. So fällt der Einstieg nach einem Tod immer leichter.
Fazit.
"Nether" ist ein Survival-Abenteuer mit sehr viel Potential, das hoffentlich noch von den Entwicklern ausgeschöpft wird. Allegemein lässt der Content noch zu wünschen übrig, aber man muss selber wissen, was man aus dem gegebenen Mitteln macht. Auf der einen Seite ist das Spiel sehr frustrierend, wenn man mal wieder Waffen und Supplies verloren hat und zum x-ten Mal von einem Scharfschützen vor der Safe Zone erwischt wurde. Doch auf eine Weise motiviert es auch, dass man auch an den Punkt kommen kann, wo man anderen Spielern ein Schnippchen schlägt und ein fähiger Überlebender in einer post-apokalyptischen Welt wird. Es hilft natürlich ungemein, wenn man ein paar Freunde hat, mit denen man über Skype oder Teamspeak kommuniziert, während man gemeinsam durch die Ruinen streift. Sei es auf der Suche nach Loot, im Gefecht mit anderen Spielern oder beim Zurückdrängen der Nether-Horden, Teamspiel erhöht den Spielwert auf jeden Fall. Ich werde auf jeden Fall weiterspielen!





Bis dahin - Tschödeldö




Kommentare:

  1. Von der reinen Optik sieht Nether für mich interessanter aus als Day Z. Mal schauen ob ich mir eins von beiden zulegen werde.

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    1. Zu DayZ kann ich leider nicht viel sagen, aber Nether hat mich wirklich positiv überrascht.

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  2. Dir ist schon klar, das der Entwickler, demnach auch die engine etc von WarZ ist? Nur unter anderem Namen etc.

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